„Schön seid ihr da!“ Diesen Satz hörst du in der Schweiz ziemlich oft. Und nein, es geht dabei nicht um dein Aussehen, sondern einfach um ein herzliches „Schön, dass ihr da seid!“. Genau solche kleinen Unterschiede machen die Sprache in der Schweiz so spannend und manchmal auch ein bisschen verwirrend.

Wenn man von Schweizerdeutsch spricht, meint man übrigens keine einzelne Sprache, sondern einen Sammelbegriff für viele verschiedene Dialekte. Gleichzeitig gibt es mit dem Schweizer Hochdeutsch eine Standardsprache, die vor allem in der Schule, in Medien oder bei offiziellen Anlässen verwendet wird. Im Alltag wechseln die Menschen ganz selbstverständlich zwischen diesen beiden Sprachformen.

Wir zeigen dir, wie Schweizerdeutsch funktioniert, worin es sich vom Schweizer Hochdeutschen unterscheidet und wie du dich Schritt für Schritt besser zurechtfindest.

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Schweizerdeutsch vs. Schweizer Hochdeutsch

Wenn du die Sprache in der Schweiz verstehen willst, musst du vor allem eines wissen: Hier gibt es nicht die eine Form von Deutsch, sondern zwei und beide werden im Alltag ganz selbstverständlich verwendet.

Was ist Schweizerdeutsch?

Schweizerdeutsch ist kein einzelner Dialekt, sondern ein Sammelbegriff für viele verschiedene alemannische Mundarten. Je nach Region – manchmal sogar von Dorf zu Dorf – klingt die Sprache unterschiedlich.

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Warum gibt es zwei Sprachformen?

In der Schweiz spricht man von Diglossie, das bedeutet, dass zwei Sprachformen nebeneinander existieren und jeweils eigene Aufgaben haben.
👉 Schweizerdeutsch
= Sprache des Alltags, der Nähe und der Identität
👉 Schweizer Hochdeutsch
= Sprache für Schrift, Schule und formelle Situationen
Das Besondere: Anders als in vielen anderen Ländern wird der Dialekt in der Schweiz von allen Menschen und in fast allen Alltagssituationen verwendet – unabhängig von Bildung oder Beruf.

Im Alltag ist Schweizerdeutsch die klare Nummer eins: Es wird in der Familie, mit Freunden, bei der Arbeit und sogar in vielen öffentlichen Situationen gesprochen. Anders als in Deutschland hat Dialekt hier keinen „ländlichen“ oder „ungebildeten“ Beigeschmack, sondern gehört ganz normal zum Leben dazu.

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Typisch für Schweizerdeutsch:

  • Es ist gesprochene Alltagssprache
  • Es gibt keine einheitliche Rechtschreibung
  • Jeder schreibt Dialekt eher „nach Gefühl“
  • Die Unterschiede zwischen Regionen können ziemlich groß sein
  • Selbst Schweizer verstehen nicht immer jeden Dialekt sofort

Interessierst du dich auch für deutsche Dialekte?

Was ist Schweizer Hochdeutsch?

Schweizer Hochdeutsch ist die Standardsprache der Schweiz, also die Variante von Deutsch, die geschrieben und in formellen Situationen verwendet wird.

Eine Berglandschaft in der Schweiz mit einigen Häusern.
In der Schweiz wird beides gesprochen: Schweizerdeutsch und Schweizer Hochdeutsch. | Credits: Tron Le

Du begegnest ihr zum Beispiel:

  • in der Schule und an Universitäten
  • in Zeitungen, Büchern und offiziellen Texten
  • in Nachrichten oder im Parlament

Das Schweizer Hochdeutsch unterscheidet sich dabei in einigen Punkten vom Hochdeutsch in Deutschland oder Österreich. Besonders auffällig sind sogenannte Helvetismen, also typisch schweizerische Wörter wie „Velo“ (Fahrrad) oder „parkieren“ (parken).

Ist Schweizerdeutsch eine eigene Sprache?

Diese Frage sorgt immer wieder für Diskussionen und die Antwort ist gar nicht so eindeutig, wie man vielleicht denkt.

Sprachwissenschaftliche Sicht

Aus sprachwissenschaftlicher Perspektive gilt Schweizerdeutsch nicht als eigene Sprache, sondern als Gruppe von Dialekten innerhalb des Deutschen. Genauer gesagt handelt es sich um verschiedene alemannische Mundarten, die zur deutschen Sprachfamilie gehören.

Dafür sprechen mehrere Punkte:

  • Es gibt kein einheitliches Sprachsystem, sondern viele regionale Varianten
  • Es existiert keine verbindliche Grammatik oder Rechtschreibung
  • Schweizerdeutsch wird nicht als offizielle Schriftsprache verwendet
  • Stattdessen übernimmt das Schweizer Hochdeutsch diese Rolle

Außerdem ist Schweizerdeutsch Teil eines sogenannten Dialektkontinuums. Das bedeutet: Dialekte gehen fließend ineinander über, auch über Landesgrenzen hinweg. Ein Dialekt aus der Nordschweiz kann zum Beispiel dem in Süddeutschland sehr ähnlich sein.

Warum es sich trotzdem wie eine eigene Sprache anfühlt

Auch wenn die Wissenschaft klar von Dialekten spricht, fühlt sich Schweizerdeutsch für viele Menschen wie eine eigene Sprache an und das hat gute Gründe:

Bern mit Fluss und Häusern.
  1. Die Unterschiede zum Hochdeutschen sind teilweise so groß, dass man vieles nicht sofort versteht.
  2. Zwischen einzelnen Dialekten gibt es deutliche Unterschiede, die selbst für Schweizer herausfordernd sein können.
  3. Die Sprache ist stark mit Identität, Kultur und Alltag verbunden.

Gerade für Außenstehende wirkt Schweizerdeutsch oft wie etwas völlig Eigenständiges. Wörter wie „Chuchichäschtli“ oder „Zmorge“ lassen schnell den Eindruck entstehen, man hätte es mit einer ganz anderen Sprache zu tun.

Hinzu kommt: In der Schweiz ist Dialekt keine „Nebenform“, sondern die normale Umgangssprache – und genau das unterscheidet sie stark von vielen anderen deutschsprachigen Regionen.

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Schweizerdeutsch: Die wichtigsten Dialektgruppen in der Schweiz

Wenn man von Schweizerdeutsch spricht, meint man eigentlich kein einheitliches Sprachsystem, sondern ein ganzes Netzwerk an Dialekten. Diese Vielfalt ist historisch gewachsen, vor allem durch die geografischen Besonderheiten der Schweiz.

Berge, Täler und lange Zeit wenig Austausch zwischen den Regionen haben dazu geführt, dass sich die Sprache lokal sehr unterschiedlich entwickelt hat.

Das führt dazu, dass Dialekte aus benachbarten Regionen meist gut verständlich sind, während größere Distanzen auch größere sprachliche Unterschiede mit sich bringen. Wer zum Beispiel einen Dialekt aus der Nordschweiz hört, kann oft noch einiges nachvollziehen, besonders, wenn man Hochdeutsch spricht.

Ganz anders sieht es beim Walliserdeutsch aus: Dieser Dialekt gilt selbst innerhalb der Schweiz als besonders anspruchsvoll. Viele Schweizerinnen und Schweizer müssen sich hier erst „reinhören“, um alles zu verstehen.

Wir erklären die auch mehr über Elsässerdeutsch!

Überblick: Alemannische Dialekte

Die meisten Dialekte in der Deutschschweiz gehören zum sogenannten alemannischen Sprachraum. Innerhalb dieser Gruppe unterscheidet man verschiedene Ausprägungen, die sich vor allem durch Aussprache und Wortschatz voneinander abheben.

S’Läbe isch kein Sugus.

Das Leben ist kein Zuckerschlecken.

Ein großer Teil der Schweiz spricht hochalemannische Dialekte, die im Alltag am weitesten verbreitet sind. Daneben gibt es das höchstalemannische Schweizerdeutsch, das vor allem in alpinen Regionen wie dem Wallis oder dem Berner Oberland gesprochen wird. Diese Varianten gelten als besonders ursprünglich – und oft auch als schwer verständlich.

Eine Sonderrolle nimmt die Region Basel ein. Dort wird ein Dialekt gesprochen, der sich deutlich von vielen anderen Schweizer Varianten unterscheidet und sprachlich eher dem Niederalemannischen zugeordnet wird. Das zeigt ganz gut, wie vielfältig Schweizerdeutsch tatsächlich ist.

Übrigens: Österreichs Dialekte sind entweder Alemannisch oder Bairisch.

Kleiner Dialekte-Sprachkurs

Hier stellen wir dir einmal die bekanntesten Dialekte mit einigen Beispielen vor:

Baseldeutsch

Heute wird in der Stadt Basel und deren Umgebung ein Alltags-Baseldeutsch gesprochen, das nicht mehr ganz so traditionell ist, wie es der alte Stadt-Basler Dialekt mal war.

Einige ältere Personen und Mitglieder der Basler Patrizierschaft - Basler Daig genannt - sprechen ihn allerdings noch gerne. Für Deutsche ist Baseldeutsch relativ einfach zu verstehen, denn die Wörter werden ähnlich dem Hochdeutschen ausgesprochen.

BaseldeutschHochdeutsch
SaliBegrüßung per Du
Griessech Begrüßung per Sie
Adie, TschüssVerabschiedung per Sie
Wi geit’s? Wie geht’s?
Ich heiss Susanne Ich heiße Susanne
Ich ha s Velo (Wello) gno Ich habe das Fahrrad genommen.
Ich gang go Kommissione mache/ Ich gang go ikaufe Ich gehe einkaufen
Ich weiss es au nidIch weiss es auch nicht
ExgüsiEntschuldigung
Heb e schöne Obe
Ich wünsch dir e schöne Obe
Ich wünsche dir einen schönen Abend
Das Maitli isch frächDieses Mädchen ist frech
Dä Bueb kunnt uss Lieschtl
Dieser Junge kommt aus Liestal
Ich gang go schaffeIch geh arbeiten

Berndeutsch

Berndeutsch ist ein weicher, langsamer Dialekt. Und es gibt eine weitere Lautverschiebung. Aus i wird u. Man spricht also nicht vom Stuel (Stuhl), sondern vom Stueu. Anders als zum Beispiel in Ostschweizer Dialekten, spricht man entsprechend dem Hochdeutschen den Laut A also solchen aus und nicht als O. Also „e schöne Abe“ (Einen schönen Abend), „i ga go male“ (ich gehe malen).

Das R wird vorne gerollt.

Die Stadt Bern mit Kirchturm.
Das R wird in Bern vorne gerollt. | Credits: Andreas Fischinger

Im Kanton Bern gibt es viele eigentümliche Ausdrücke. Am besten lernt man diese, wenn man längere Zeit vor Ort ist. Auf dieser Webseite über Berndeutsch kannst du dir jedes Wort übersetzen lassen. Die Verwendung von einem Wörterbuch kann auch helfen.

BerndeutschHochdeutsch
TschouBegrüßung per Du
GrüessechBegrüßung per Sie
TschouVerabschiedung per Du
Adiö, uf WiderluegeAuf Wiedersehen
ijuJa
Wi geit's?Wie geht es?
Ig heisse SusanneIch heisse Susanne
I gange go ichoufeIch gehe einkaufen
I weiss es ou nidIch weiss es auch nicht
Tschuldigung, sorryEntschuldigung
Häb e schöne AbeIch wünsche dir einen schönen Abend
Das Modi isch chli frächDieses Mädchen ist ein wenig frech
Dä Giu chunnt us BälpDieser Junge kommt aus Belp
I ga go schaffeIch gehe arbeiten

Zürichdeutsch

Zürichdeutsch ist härter und wird vorne gesprochen. Man spricht es in einem großen Einzugsgebiet. Auch in den Medien ist der Dialekt stark präsent.

ZürichdeutschHochdeutsch
HoiBegrüßung per Du
GrüeziBegrüßung per Sie
Adiö, TschüssAuf Widersehen
JaJa
NäiNein
Gömmer id'Badi?Gehen wir ins Freibad?
Wie gaht's?Wie geht es?
Ich heisse SusanneIch heisse Susanne
Ich gang go poschte (ga)Ich gehe einkaufen
Ich weiss es au nödIch weiss es auch nicht
Äxgüsi, sorry gällEntschuldigung
Dä Bueb isch sportlichDieser Junge ist sporlich
Das Meitli isch starchDas Mädchen ist stark
lässigtoll, locker
Ich gang go schaffeIch gehe arbeiten

Bündnerdeutsch

Bündnerdeutsch ist allgemein sehr beliebt. Es wird ganz im Osten der Schweiz gesprochen. Die Laute werden gemütlich gedehnt und die Wörter enden häuftig auf A. Auch dieser Dialekt hat viele eigene Ausdrücke.

BündnerdeutschHochdeutsch
TschauHallo
Gueta MorgaGuten Morgen
Uf WiderluagaAuf Wiedersehen
JaJa
NaiNein
I han di gäraIch mag dich
Ig haissa SelinaIch heisse Selina
Ich gange gogga ikaufeIch gehe einkaufen
Mir verstengend enand sehr guatWir versehen uns sehr gut
Mit em Velo kummi durda WaldMit dem Fahrrad komme ich durch den Wald
Mir hend immar gsungaWir haben immer gesungen

Walliserdeutsch

Walliserdeutsch ist für alle Schweizer und Schweizerinnen schwer zu verstehen. Dass an Stelle von U ein Ü gesetzt wird, „Dü“ (du), „Güet“ (gut) kapiert man relativ schnell. Schwieriger wird es bei den eigentümlichen Ausdrücken.

Mach dir also keine Sorgen, wenn du im Wallis Ferien machst und nichts verstehst - es geht allen so! Übrigens hat das Wallis einen deutschsprachigen und einen französischen Teil.

WalliserdeutschHochdeutsch
Güotun TagGuten Tag
Güotun AbendGuten Abend
Shi hed g'sait...Er hat gesagt...
Ich heyssu Eva und dü?Ich heisse Eva und du?
Heschus güot?Geht es dir gut?
Es geyt mer orderliEs geht mir ganz gut.
Es Ballon WyEin Glas Wein
Dü hesch appa hibschi ÖiguDu hast schöne Augen.

Typische Merkmale des Schweizerdeutschen

Nachdem du jetzt die wichtigsten Dialektgruppen kennst, schauen wir uns an, wie Schweizerdeutsch „funktioniert“. Denn egal ob in Zürich, Bern oder im Wallis – einige grundlegende Merkmale tauchen immer wieder auf.

Aussprache und Lautsystem

Eines der auffälligsten Merkmale ist die Aussprache. Viele Laute klingen anders als im Hochdeutschen – und genau das macht Schweizerdeutsch für viele am Anfang schwer verständlich.

Typisch ist zum Beispiel der bekannte „Ch“-Laut, den du in Wörtern wie „Chind“ (Kind) oder „Chuchi“ (Küche) hörst. Dieser Laut ist deutlich stärker und wird weiter hinten im Rachen gesprochen als im Hochdeutschen.

Außerdem haben viele Dialekte bestimmte Lautentwicklungen nicht mitgemacht, die im Hochdeutschen üblich sind. Dadurch erinnern einige Wörter sogar eher an ältere Sprachstufen. Ein einfaches Beispiel: Aus „Haus“ wird „Huus“, aus „Zeit“ wird „Ziit“.

Insgesamt gilt: Schweizerdeutsch klingt oft weicher oder gedehnter, manchmal aber auch rauer, je nach Region.

Dein Niveau in Hochdeutsch kannst du in unserem Deutsch-Quiz testen.

Grammatik-Besonderheiten

Auch grammatikalisch gibt es einige Unterschiede, die dir schnell auffallen werden.

Ein wichtiger Punkt: Im Schweizerdeutschen wird fast ausschließlich das Perfekt verwendet. Das Präteritum („ich ging“, „ich war“) kommt im Alltag kaum vor. Stattdessen sagt man zum Beispiel:
👉 „Ich bi gange“ (Ich bin gegangen)

Ein weiteres typisches Merkmal ist der Relativsatz mit „wo“. Während man im Hochdeutschen sagen würde „der Mann, der spricht“, heißt es im Schweizerdeutschen:
👉 „de Maa, wo redt“

Besonders spannend ist auch die sogenannte Verbverdopplung, die bei bestimmten Konstruktionen auftaucht:
👉 „Ich gang go poschte“ (Ich gehe einkaufen)
👉 „Er chunnt cho hälfe“ (Er kommt helfen)

Diese Strukturen wirken am Anfang ungewohnt, gehören aber ganz selbstverständlich zur Sprache dazu.

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Schreiben im Dialekt

Schweizerdeutsch ist in erster Linie eine gesprochene Sprache. Trotzdem wird sie im Alltag immer öfter geschrieben, in Nachrichten, Chats oder den sozialen Medien.

S’git nüt wos nöd git.

Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Das Besondere daran: Es gibt keine einheitliche Rechtschreibung. Jeder schreibt Dialekt so, wie er ihn hört oder gewohnt ist. Deshalb kann ein und dasselbe Wort unterschiedlich aussehen und trotzdem richtig sein.

Ein paar grobe Orientierungspunkte haben sich trotzdem etabliert. Doppelvokale werden oft übernommen („Liebi“ für Liebe), und viele typische Ausdrücke wie „Zmorge“ (Frühstück) oder „Znacht“ (Abendessen) werden meist ohne Apostroph geschrieben.

Für dich bedeutet das: Es gibt kein „perfektes“ Schweizerdeutsch, sondern viele Varianten, die alle ihre Berechtigung haben.

Die deutsche Hochsprache kannst du auch in einem Deutschkurs Hamburg lernen.

Schweizer Hochdeutsch und Helvetismen

Du hast ja schon gelernt: Neben den vielen Dialekten gibt es in der Schweiz auch eine eigene Form des Standarddeutschen: das Schweizer Hochdeutsch. Es ist die Variante des Hochdeutschen, die in der Schweiz in Schulen, Medien, Behörden, Zeitungen und offiziellen Texten verwendet wird.

Aber: Sie entspricht also nicht einfach exakt dem Hochdeutsch aus Deutschland, sondern hat eigene Besonderheiten im Wortschatz, in der Sprachverwendung und in einzelnen Schreibgewohnheiten. Schauen wir uns das einmal an:

Wodurch unterscheidet sich Schweizer Hochdeutsch?

Die Unterschiede liegen vor allem im Wortschatz. Viele Begriffe, die in der Schweiz ganz normal sind, heißen in Deutschland anders. So sagt man in der Schweiz zum Beispiel Velo statt Fahrrad, parkieren statt parken oder Billet statt Fahrkarte. Solche Wörter sind keine Dialektausdrücke, sondern gehören ganz normal zum Schweizer Standarddeutsch.

Dazu kommen einige typische sprachliche Eigenheiten. Besonders bekannt ist, dass in der Schweiz das ß nicht verwendet wird. Statt „Straße“ schreibt man also Strasse, statt „groß“ einfach gross. Auch das fällt vielen deutschen Leserinnen und Lesern sofort auf.

Eine Gondel in den schweizer Bergen.
Wenn du in der Schweiz Urlaub machst, ist es gut, wenn du einige der sprachlichen Besonderheiten kennst. | Credits: Leila Azevedo

Ein weiterer Unterschied ist, dass das Schweizer Hochdeutsch stärker von den anderen Landessprachen geprägt wurde. Vor allem das Französische hat viele Spuren hinterlassen. Deshalb wirken manche Wörter für deutsche Muttersprachler erst einmal ungewohnt, obwohl sie in der Schweiz vollkommen standardsprachlich sind.

Ein Funfact: Einer Urform des Schweizerdeutschen findet man sogar in den USA. Die Pennsylvania Dutch flohen 17. und 18. Jahrhundert vor Verfolgung auutschlands passen. Sie grenzt an Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland. Die Alpen durchziehen einmal das Land von Osten nach Westen. Wie diese Länder durch ihre mit einander verbunden sind, haben wir dir in einem eigenen Artikel zusammengestellt.

Was sind Helvetismen?

Solche typisch schweizerischen Besonderheiten nennt man Helvetismen. Gemeint sind Wörter, Wendungen oder Sprachformen, die zum Schweizer Hochdeutsch gehören und sich vom Standarddeutsch in Deutschland oder Österreich unterscheiden.

Helvetismen entstehen oft durch den Einfluss des Französischen, Italienischen oder durch ältere regionale Sprachformen. Manche kommen ursprünglich aus dem Dialekt und haben später ihren Weg in die Standardsprache gefunden. Andere sind schon lange fester Bestandteil des Schweizer Hochdeutschen.

Wenn du in der Schweiz Hochdeutsch lernst oder sprichst, wirst du also nicht nur Dialekt hören, sondern auch im Standarddeutschen auf Wörter stoßen, die es so in Deutschland nicht gibt.

Übrigens: Wie wäre es mit Deutsch Privatunterricht Frankfurt?

Ein paar Helvetismen fürs Handgepäck

Hier sind einige typische Beispiele, die dir in der Schweiz schnell begegnen können:

HelvetismusHochdeutsch
CüpliGlas Prosecco
Glace oder GlacéSpeiseeis
grillierengrillen
HahnenwasserLeitungswasser
NatelHandy
Nüssli-SalatFeldsalat
PeperoniPaprika
speditiveffizient, ohne Verzögerung
VeloFahrrad
ZucchettiZucchini
parkierenparken
SchulreiseKlassenfahrt
GipfeliCroissant
Morgenessen, ZmorgeFrühstück
Nachtessen, ZnachtAbendessen
RahmSahne
CheminéeKamin
OfferteVoranschlag
BillettTicket
Götti, Gotte oder Gotti / Götti- oder GottechindPatenonkel, Patentante, Patenkind (je nach Geschlecht)
AlpAlm
GoalTor (Fußball)
TumblerWäschetrockner
BeilagenAnhänge in einer Mail
anläutenanrufen

Gerade bei diesen Wörtern zeigt sich gut, dass Schweizer Hochdeutsch keine „falsche“ Form von Hochdeutsch ist, sondern eine eigene nationale Variante der Standardsprache. Wer in der Schweiz lebt, arbeitet oder studiert, begegnet diesen Begriffen deshalb nicht nur in Gesprächen, sondern auch in Zeitungen, E-Mails oder offiziellen Informationen.

Wenn du dich auf einen Aufenthalt in der Schweiz vorbereitest, lohnt es sich also, nicht nur ein paar Dialektwörter kennenzulernen, sondern auch auf diese Besonderheiten des Schweizer Hochdeutschen zu achten. So verstehst du schneller, warum dir manches vertraut vorkommt und gleichzeitig doch ein bisschen anders klingt.

Möchtest du den Bairischen Dialekt sprechen lernen? Dann ist ein Deutschkurs München vielleicht das Richtige für dich.

Referenzen

  1. Dialekt oder Sprache  -  Was ist das Schweizerdeutsch eigentlich genau? (n.d.). Schweizer Radio Und Fernsehen (SRF). https://www.srf.ch/radio-srf-1/mundart/dialekt-oder-sprache-was-ist-das-schweizerdeutsch-eigentlich-genau
  2. Sprachen und Dialekte. (n.d.). https://www.aboutswitzerland.eda.admin.ch/de/sprachen-und-dialekte
  3. Ist das Schweizerdeutsche eine eigene Sprache? (n.d.). Linguistik Zentrum Zürich | UZH. https://www.linguistik.uzh.ch/de/easyling/faq/kolmer-schweizerdeutsch.html

Mit KI zusammenfassen:

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Vera

Aus der Pädagogik komme ich, in Kunst und Kultur bin ich zu Hause, Europäerin bin ich, Sprache(n) liebe ich, Neugierde und Offenheit möchte ich immer behalten.