„Schön seid ihr da!“ So begrüßt man in der Schweiz gerne eine Gruppe. Man bezieht sich dabei nicht auf deren tolles Aussehen. Es ist schlicht und einfach Schweizer Hochdeutsch und sagt so viel wie „Schön, dass ihr da seid!“ 

Es sind manchmal nur die kleinen Unterschiede, die für Gelächter oder Missverständnisse sorgen.

Schön seid ihr da, bei diesem Artikel über Schweizerdeutsch!

Beim Schweizerdeutschen von einem Dialekt zu sprechen, wäre allerdings schon mal falsch. Es gibt keine gesamtschweizerische Mundart. Schweizerdeutsch ist viel mehr der Dachbegriff für verschiedene alemannische Dialekte.

Dialekte und Staatsgrenzen gehören nicht immer zusammen. So entwickelten sich auch deutsche Dialekte an heutigen Landesgrenzen vorbei  - Luxemburgisch und Moselfränkisch zum Beispiel. Sprachliche Nachbarn verstehen sich meistens problemlos, während weiter Entfernte schon mehr Mühe haben. Leute aus der Nordschweiz verstehen die Süddeutschen und umgekehrt, während Norddeutsche schon größere Schwierigkeiten haben.

Auch wenn die Schweiz klein ist: es bestehen große sprachliche Unterschiede. Ich möchte dir in diesem Artikel die einzelnen regionalen Unterschiede vorstellen und dich so gut wie möglich auf eine Reise in die Schweiz vorbereiten - zumindest auf sprachlicher Ebene.

In der Deutschschweiz wird in allen Alltagssituationen Mundart gesprochen. Erst mit dem Schuleintritt lernen die Kinder Hochdeutsch. Zwar verstehen es die meisten durch die Medien schon davor, aber, auch wenn es gar nicht so fremd klingt, muss man schon ziemlich büffeln, um sich Wortschatz und Grammatik anzutrainieren. Dabei wird darauf geachtet, dass die Identität gewahrt wird… man kultiviert das so genannte Schweizer Hochdeutsch.

Solltest du mit einem Schweizer oder einer Schweizerin sprechen und mehr oder weniger jedes Wort verstehen, wird es sich um ziemlich sicher Schweizer Hochdeutsch handeln.

Helvetismen sind Ausdrücke, die es nur in der Schweiz gibt. Auch darüber möchte ich dir in diesem Artikel einiges erzählen.

Einer Urform des Schweizerdeutschen findet man sogar in den USA. Die Pennsylvania Dutch flohen 17. und 18. Jahrhundert vor Verfolgung aus Europa nach Pennsylvania.

Im Schweizerischen Parlament wird immer Hochdeutsch gesprochen. Bei offiziellen Verhandlungen und Ereignissen meistens ebenfalls. So auch im Fernsehen bei der Tagesschau. Kommen die Tagesschausprecher, die Tagesschausprecherinnen zur Wettervorhersage, wechseln sie elegant ins Schweizerdeutsche. 

Schweizerdeutsch ist eine gesprochene Sprache. Sie ist nicht einmal in der Bundesverfassung verankert. Geschrieben wird immer auf Hochdeutsch - wobei… Aber darüber später mehr.

Ein junges Mädchen aus Zürich grinst in die Kamera und hält beide Hände mit ausgestreckten Ring- und Mittelfinger hoch.
Für deutsche Studenten und Studentinnen ist Zürich ein guter Studienort. Alle Vorlesungen werden in Standardsprache abgehalten. / Quelle: Nils Lindner_unsplash
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Regionale Kultur

Die Schweiz ist klein. Sie würde 8,5 Mal in die Fläche Deutschlands passen. Sie grenzt an Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland. Die Alpen durchziehen einmal das Land von Osten nach Westen. Wie diese Länder durch ihre deutschen Dialekte mit einander verbunden sind, haben wir dir in einem eigenen Artikel zusammengestellt.

Die Deutschschweiz macht in Sache Einwohnerzahl und Fläche den größten Teil aus. Neben Deutsch sind Italienisch, Französisch und Rätoromanisch Landessprachen.

Im Verhältnis zu ihrer Größe ist das kulturelle Angebot in den Städten beachtlich. Hier herrscht kaum provinzielles Ödland. Außerdem fährst du in 1-2 Stunden von einer größeren Stadt in die nächste. Kurz mal für einen Museums-, Theater- oder Konzertbesuch in eine andere Stadt zu pendeln, ist Gang und Gäbe.

Auch wenn die meisten Leute Ski fahren und naturverbunden sind, sind die Städter urban geprägt. Im Niederland liegt selten Schnee, das Hochgebirge ist nicht um die Ecke und überhaupt: nicht alle kraxeln jedes Wochenende auf einen Dreitausender. Dafür ist die Club-Kultur legendär und der italienische und französische Einfluss sind allgegenwärtig. 

Erstaunlich viele Schweizerinnen und Schweizer besitzen keinen Autoführerschein, geschweige denn ein Auto. Denn der öffentliche Verkehr ist so gut ausgebaut, dass man auch das hinterste Tal per Zug oder Postauto erreichen kann. Dafür ist eine Halbpreiskarte (genannt Halbtax) ein Muß, denn die Preise für die Öffis - genannt ÖV - sind happig. Ich empfehle dir, ein Interrail-Ticket zu kaufen und die Schweiz per Zug zu entdecken.

Die Gewässer sind so sauber, dass es im Sommer alle an die Flüsse und Seen zieht. In Bern, Zürich und Basel kannst du sogar mitten durch die Stadt schwimmen oder dich entspannt auf einem Gummiboot flussabwärts treiben lassen.

In den Schweizer Regionen kann man wie diese Frau die das Bad mit geschlossenen Augen im Wasser geniesst super Ferien machen.
Egal für welchen Schweizer Kanton du dich entscheidest - im Sommer verbringen die Leute die Tage an den vielen Flüssen und Seen. / Quelle: Hayley Phelps_unsplash

Ist Schweizerdeutsch eine Sprache?

Schweizerdeutsch ist streng genommen keine Sprache, obwohl man sich gerne darüber streitet. Es gibt keinen gesamtschweizerischen Dialekt, viel mehr Dialekte, die alle zum alemannischen Sprachraum gehören. 

Amtsprache in der Schweiz ist Hochdeutsch. Obwohl alles Offizielle auf Standarddeutsch verhandelt und verfasst wird, findet der Alltag auf Schweizerdeutsch statt. Das ist ein wenig verwirrend, fühlt sich aber für die Einheimischen ganz organisch an.

Obwohl eine gesprochene Sprache, kann man auch auf Schweizerdeutsch schreiben. Gerne geschieht das bei SMS und in einer informellen Mail. Vor allem junge Leute schreiben SMS fast ausschließlich in Mundart.

Das Tolle daran: es gibt kaum orthographische Regeln! Jeder schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Dabei gibt es vielleicht ein paar ungeschriebene Gesetze, die man beachten könnte:

  • Einen Doppelvokal schreibt man entsprechend dem Hochdeutschen auch so - Liebi (Liebe)
  • Besteht im Hochdeutschen ein Doppelkonsonant, der im Dialekt ebenfalls verlängert wird, schreibt man ihn doppelt: Bliibe (bleiben), Buur (Bauer), suur (sauer).
  • Znacht, Zmorge, Zvieri (Nachtessen, Frühstück, Jause) schreibt man ohne Apostroph.
  • Ein geschlossenes i wird mit y geschrieben (was wird gfyred?/ Was wird gefeiert?)
  • ein offenes i schreibt man doppelt (ds Gschiir / das Geschirr)
  • männliche Adjektive enden auf e (e dicke Hund/ ein dicker Hund), weibliche auf i (e längi Schlange /eine lange Schlange)

Geographische Einordung des Dialekts und Sprachverwandschaft

Schweizerdeutsch gehört zu der indogermanischen Sprachfamilie und ist ein Überbegriff für verschiedene alemannische Dialekte auf dem Schweizer Staatsgebiet.

Weitere alemannische Gebiete außerhalb der Schweiz sind:

  • Baden-Würtemberg
  • Bayerisches Schwaben
  • Elsass
  • Liechtenstein
  • Voralberg
  • Walsersiedlungen

Gemeinsam mit Voralberg und Liechtenstein gehört die Deutschschweiz zu der Gruppe, in der die Mundart in allen Lebenssituationen gesprochen wird. Nicht so in Frankreich und Deutschland. Österreichs Dialekte sind entweder Alemannisch oder Bairisch.

Es gibt Wikipedia auf Alemannisch!

Alemannisch ist ein Überbleibsel aus dem Mittelalter. Während sich bis ins 16. Jahrhundert unzählige mittelhochdeutsche Dialekte das Gebiet teilten, wurde, auch dank der Erfindung des Buchdrucks um 1445, eine gesamtdeutsche Sprache entwickelt. Diese ging mit einer Lautverschiebung einher. Aus dem mittelalterlichen „min hus“ wird durch die Einfügung von Doppelvokalen das Hochdeutsche „mein Haus“. Mit Luthers Bibelübersetzung wurde das erste Buch in Neuhochdeutsch unters Volk gebracht. 

Der alemannische Sprachraum hingegen machte diese Lautverschiebung nicht mit.

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Die regionalen Unterschiede

Durch die bergige Schweizer Landschaft gab es bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wenig Austausch zwischen den Regionen. Es konnte sich ein sehr feines Netz an unterschiedlichen Dialekten entwickeln. Doch überall gibt es Überschneidungen. 

Die verschiedenen alemannischen Typen in der Schweizer Mundart

Die Schweizer Mundart kann man in Untergruppen teilen, wobei die meisten Dialekte zum Hochalemannischen gehören.

Höchstalemannische Dialekte sind für alle schwer verständlich. 

Zu dieser Gruppe gehören die Regionen:

  • Glarus
  • Wallis
  • Walsersiedlungen (im Tessin und Graubünden)
  • Berner Oberland
  • Schwarzenburgerland
  • freiburgisches Senseland
  • Jaun
  • südliche Innerschweiz (Uri, Unterwalden und mehrheitlich Schwyz)

Ein Alleinstellungsmerkmal hat Basel-Stadt. Hier spricht man Mittelalemannisch. Diese Form wird sonst nur noch im Elsass gesprochen.

Hier ein Blick auf einen See im Graubünden und die Berge die für die schöne Landschaft der Schweiz stehen.
Im Graubünden spricht man Deutsch und Rätoromanisch. / Quelle: Jairph KPY_unsplash

Ein paar Helvetismen fürs Handgepäck

Die obere Gesellschaft in Bern, Zürich und Basel haben sich in früheren Zeiten auf Französisch unterhalten. Sie haben „Französisch parliert“. Einzelne Begriffe haben sich in die Mundart eingeschlichen und sind geblieben. Auch Wörter aus dem Italienischen, Lateinischen und Englisch werden verwendet.

HelvetismusHochdeutsch
Cüpli
Glas Prosecco
Glace oder GlacéSpeiseeis
grillierengrillen
HahnenwasserLeitungswasser
NatelHandy
Nüssli-SalatFeldsalat
PeperoniPaprika
speditiveffizient, ohne Verzögerung
VeloFahrrad
ZucchettiZucchini
parkierenparken
SchulreiseKlassenfahrt
GipfeliCroissant
Morgenessen, ZmorgeFrühstück
Nachtessen, ZnachtAbendessen
RahmSahne
CheminéeKamin
OfferteVoranschlag
BillettTicket
Götti, Gotte oder Gotti
Götti- oder Gottechind
Patenonkel, Patentante, Patenkind (je nach Geschl.)
AlpAlm
GoalTor (Fußball)
TumblerWäschetrockner
BeilangenAnlangen (Mail)
anläutenanrufen

Bevor man in die Schweiz reist, besorgt man sich am besten ein Wörterbuch oder macht einen kleinen Lehrgang. Der Dudenverlag hat einiges im Programm.

Kleiner Dialekte-Sprachkurs

Baseldeutsch

Heute wird in der Stadt Basel und deren Umgebung ein Alltags-Baseldeutsch gesprochen, das nicht mehr ganz so traditionell ist, wie es der alte Stadt-Basler Dialekt mal war. Einige ältere Personen und Mitglieder der Basler Patrizierschaft - Basler Daig genannt - sprechen ihn allerdings noch gerne. Für Deutsche ist Baseldeutsch relativ einfach zu verstehen, denn die Wörter werden ähnlich dem Hochdeutschen ausgesprochen.

BaseldeutschHochdeutsch
SaliBegrüßung per Du
Griessech Begrüßung per Sie
Adie, TschüssVerabschiedung per Sie
Wi geit’s? Wie geht’s?
Ich heiss Susanne Ich heiße Susanne
Ich ha s Velo (Wello) gno Ich habe das Fahrrad genommen.
Ich gang go Kommissione mache/ Ich gang go ikaufe Ich gehe einkaufen
Ich weiss es au nidIch weiss es auch nicht
ExgüsiEntschuldigung
Heb e schöne Obe
Ich wünsch dir e schöne Obe
Ich wünsche dir einen schönen Abend
Das Maitli isch frächDieses Mädchen ist frech
Dä Bueb kunnt uss Lieschtl
Dieser Junge kommt aus Liestal
Ich gang go schaffeIch geh arbeiten

Berndeutsch

Berndeutsch ist ein weicher, langsamer Dialekt. Und es gibt eine weitere Lautverschiebung. Aus i wird u. Man spricht also nicht vom Stuel (Stuhl), sondern vom Stueu. Anders als zum Beispiel in Ostschweizer Dialekten, spricht man entsprechend dem Hochdeutschen den Laut A also solchen aus und nicht als O. Also „e schöne Abe“ (Einen schönen Abend), „i ga go male“ (ich gehe malen).

Das R wird vorne gerollt.

Im Kanton Bern gibt es viele eigentümliche Ausdrücke. Am besten lernt man diese, wenn man längere Zeit vor Ort ist. Auf dieser Webseite über Berndeutsch kannst du dir jedes Wort übersetzen lassen. Die Verwendung von einem Wörterbuch kann auch helfen.

BerndeutschHochdeutsch
TschouBegrüßung per Du
GrüessechBegrüßung per Sie
TschouVerabschiedung per Du
Adiö, uf WiderluegeAuf Wiedersehen
ijuJa
Wi geit's?Wie geht es?
Ig heisse SusanneIch heisse Susanne
I gange go ichoufeIch gehe einkaufen
I weiss es ou nidIch weiss es auch nicht
Tschuldigung, sorryEntschuldigung
Häb e schöne AbeIch wünsche dir einen schönen Abend
Das Modi isch chli frächDieses Mädchen ist ein wenig frech
Dä Giu chunnt us BälpDieser Junge kommt aus Belp
I ga go schaffeIch gehe arbeiten

Zürichdeutsch

Zürichdeutsch ist härter und wird vorne gesprochen. Man spricht es in einem großen Einzugsgebiet. Auch in den Medien ist der Dialekt stark präsent.

ZürichdeutschHochdeutsch
HoiBegrüßung per Du
GrüeziBegrüßung per Sie
Adiö, TschüssAuf Widersehen
JaJa
NäiNein
Gömmer id'Badi?Gehen wir ins Freibad?
Wie gaht's?Wie geht es?
Ich heisse SusanneIch heisse Susanne
Ich gang go poschte (ga)Ich gehe einkaufen
Ich weiss es au nödIch weiss es auch nicht
Äxgüsi, sorry gällEntschuldigung
Dä Bueb isch sportlichDieser Junge ist sporlich
Das Meitli isch starchDas Mädchen ist stark
lässigtoll, locker
Ich gang go schaffeIch gehe arbeiten

Bündnerdeutsch

Bündnerdeutsch ist allgemein sehr beliebt. Es wird ganz im Osten der Schweiz gesprochen. Die Laute werden gemütlich gedehnt und die Wörter enden häuftig auf A. Auch dieser Dialekt hat viele eigene Ausdrücke.

BündnerdeutschHochdeutsch
TschauHallo
Gueta MorgaGuten Morgen
Uf WiderluagaAuf Wiedersehen
JaJa
NaiNein
I han di gäraIch mag dich
Ig haissa SelinaIch heisse Selina
Ich gange gogga ikaufeIch gehe einkaufen
Mir verstengend enand sehr guatWir versehen uns sehr gut
Mit em Velo kummi durda WaldMit dem Fahrrad komme ich durch den Wald
Mir hend immar gsungaWir haben immer gesungen

Walliserdeutsch

Walliserdeutsch ist für alle Schweizer und Schweizerinnen schwer zu verstehen. Dass an Stelle von U ein Ü gesetzt wird, „Dü“ (du), „Güet“ (gut) kapiert man relativ schnell. Schwieriger wird es bei den eigentümlichen Ausdrücken. Mach dir also keine Sorgen, wenn du im Wallis Ferien machst und nichts verstehst - es geht allen so! Übrigens hat das Wallis einen deutschsprachigen und einen französischen Teil.

WalliserdeutschHochdeutsch
Güotun TagGuten Tag
Güotun AbendGuten Abend
Shi hed g'sait...Er hat gesagt...
Ich heyssu Eva und dü?Ich heisse Eva und du?
Heschus güot?Geht es dir gut?
Es geyt mer orderliEs geht mir ganz gut.
Es Ballon WyEin Glas Wein
Dü hesch appa hibschi ÖiguDu hast schöne Augen.

Büchertipps

Es gibt durchaus Literatur in Mundart und einige Autoren verwenden ein stark eingefärbtes Schweizer Hochdeutsch. Ihre Bücher zu Lesen ist eine perfekte Vorbereitung auf einen Aufenthalt in der Schweiz:

  • Tim Krohn: Quatemberkinder, Diogenes Verlag, ISBN 978325723614
  • Arno Camenisch: der letzte Schnee, Engeler Verlag, ISBN 9783906050355
Das Matterhorn wie hier mitten in einer Schneelandschaft durch die ein roter Zug führt ist der berühmtestes Schweizer Berg.
Im Wallis spricht man Deutsch und Französisch. / Quelle: Victor He_unsplash

Schriftliches Schweizerdeutsch und Grammatik

Auch wenn man in Mundart schreiben darf, wie es einem gefällt, besteht eine Grammatik. Und diese unterscheidet sich ziemlich vom Standarddeutschen. Da auch hier Unterschiede zwischen den Regionen bestehen, empfehle ich dir, dich im entsprechenden Kanton ein Wörterbuch zu besorgen - zum Beispiel von Duden.

Hier ein paar allgemeine Anhaltspunkte:

In der Mundart kennt man nur eine Vergangenheitsform, das Perfekt:

  • Är het duschet (Er nahm eine Dusche)
  • si het tanzted (sie hat getanzt)
  • mir si hei gange (wir sind nach Hause gegangen)

Das scharfe s, Esszet genannt, wird in der Schweiz nicht verwendet.

 Sitzen, stehen, liegen wird im Perfekt mit sein gebildet:

  • Wir sind den ganzen Abend gestanden
  • Wir sind draussen auf der Bank gesessen
  • Wir sind am See gelegen

Im Schweizerdeutschen verwendet man den Relativpartikel „wo“, anstelle des Subjekts oder des Akkusativ-Objekts.

Ein Beispiel:

Hochdeutsch: Er, der gesprochen hat.

Schweizerdeutsch: Er, wo gesprochen hat.

In den östlichen Regionen (zum Beispiel Zürich) wird das Verb im Plural nicht verändert:

mir/Ihr/si (wir/ihr/sie) lached. (lachen).

In den westlichen Regionen (zum Beispiel Bern) gibt es zwei Pluralendungen:

mir/si (wir/sie) lache. Dir (ihr) lached.

Einige Verben wie gehen, kommen, anfangen und lassen, werden redupliziert, wenn sie in Verbindung mit einem anderen Verb ein komplexes Prädikat bilden. Dadurch entsteht eine etwas verwirrende Satzstellung:

  • I gange go schlafe (Ich gehe schlafen).
  • Är chunnt üs bim Choche cho hälfe (Er kommt uns beim Kochen helfen)
  • Es faat am Abe afa rägne (Am Abend beginnt es zu regnen)
  • Mir gönd go ychaufe. (Wir gehen einkaufen).
  • Sie löhnt mi nid la schlafe. (Sie lassen mich nicht schlafen).

Zwar in Zürich gebräuchlich, aber nicht einmal für Einheimische sinnvoll erklärbar ist der Satz:

„Ich bi noch schnäll go poschte ga“. (Wortwörtlich: Ich bin noch schnell ging einkaufen gegangen / Ich bin noch schnell einkaufen gegangen)

Ich wünsche dir viel Vergnügen beim Schweizerdeutsch lernen und hinterlasse gerne einen Kommentar!

 

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Vera

Aus der Pädagogik komme ich, in Kunst und Kultur bin ich zu Hause, Europäerin bin ich, Sprache(n) liebe ich, Neugierde und Offenheit möchte ich immer behalten.