Wusstest du, dass die Begründung der deutschen Hochsprache mit einem Buch zu tun hat? Genauer gesagt, mit dem Buch aller Bücher? Ja genau, ich spreche von der Bibel.

Wir schreiben das Jahr 1445. Ein gewisser Herr von Gutenberg erfindet den Buchdruck und markiert damit einen Meilenstein. Von nun an ist es möglich, Bücher nicht nur handschriftlich zu vervielfältigen, sondern mittels Druckverfahren Schriften der ganzen Bevölkerung zugänglich zu machen. Aber nicht nur das: Indem von Gutenberg die Bibel auf deutsch druckte, wurde ein allgemeiner Standard für unsere Sprache festgelegt. Denn unser Sprachraum war ein einziges großes Sammelsurium an Dialekten. 

Wie kam das? Dafür sind vor allem die frühen Völkerwanderungen verantwortlich. Denn wo der Mensch hinzieht, nimmt er seine Sprache mit. Im Verlauf der Zeit vermischte sich der Heimatdialekt mit der vorherrschenden Sprache oder wurde zum Selbstläufer, wie das zum Beispiel mit dem Pennsylvania Dutch in den USA geschah. Mehr darüber erfährst du später in diesem Artikel.

Neben Völkerwanderungen waren es auch geografische Gegebenheiten, die die Vielzahl an deutschen Dialekten zu verantworten haben. Denn dort, wo Täler tief, Berge hoch oder Wälder undurchdringlich waren, gab es auch wenig sprachlichen Austausch. Man blieb unter seinesgleichen. So kommt es, dass man manchmal nur wenige Kilometer weiter schon auf ganz neue Ausdrücke und Redewendungen stößt.

Ein dritter interessanter Faktor: Sprachen machen nicht vor Landesgrenzen Hand. Im Gegenteil. Landesgrenzen sind ein künstliches Konstrukt, das manchmal geradewegs quer durch eine Sprachregion verläuft. Ein Beispiel dafür ist Luxemburgisch, das eigentlich ein Moselfränkischer Dialekt ist, den man ihn auf deutscher Seite in der Eifel spricht.

Deutsch ist eine indogermanische Sprache. Besonders interessant hält es sich mit den beiden Sprachgruppen Alemannisch und Bairisch. Ja, du hast richtig gelesen: Bairisch mit i. Nicht zu verwechseln mit Bayrisch.

Bairisch ist ein Dialekt, der sich im südöstlichen Teil des deutschen Sprachraumes entwickelte. Zu dieser Dialektgruppe gehören die meisten österreichischen Dialekte. Man spricht es auch in Südtirol, in ganz kleinen Gebieten der Schweiz und in ein paar Enklaven in den im Osten Österreichs angrenzenden Ländern.

Alemannisch ist eine grössere Sprachgruppe, die über Süddeutschland, Vorarlberg, die Schweiz und bis ins Elsass verbreitet ist. Und überall klingt der Dialekt ein wenig anders. Deshalb ist es im Grunde verkehrt, vom Schweizerdeutsch zu sprechen. Viel mehr sind es schweizerdeutsche Varietäten, die alle zum Alemannisch gehören. Denn zwischen Wallisserdeutsch und Sankt Gallerisch liegen sprachliche Welten. Und man versteht sich gegenseitig kaum.

Überhaupt ist es ziemlich amüsant, dass wir uns zwar alle, mehr oder weniger gefärbt durch den regionalen Dialekt, in der deutschen Sprache bewegen, uns aber nicht immer gegenseitig verstehen. Ein wenig Sprachforschung zu betreiben, kann sehr interessant sein. 

Denn die deutsche Sprache hat faszinierende Entwicklungen durchgemacht. In diesem Artikel bringe ich dir die wichtigsten deutschen Dialekte außerhalb Deutschlands ein wenig näher und decke auch ein paar Rätsel auf. Oder weisst du, was Hahnenwasser, Buschuur, jumpe und …. bedeuten? Hier findest du es raus.

Berner Bahnhofsplatz zur Rush Hour mit sehr vielen Menschen und einer Uhr in der oberen rechten Ecke.
In der Schweizer Hauptstadt Bern spricht man Berndeutsch, welches eine Lautverschiebung weniger mitgemacht hat als andere Schweizer Dialekte. /Quelle: Sebastian Meier_unsplash
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Schweizerdeutsch und Schweizer Hochdeutsch - wo liegt der Unterschied?

Der Alltag findet in der Schweiz in Mundart statt. Durch die vier Landessprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) und der Amtssprache Deutsch, sind fast ausnahmslos alle Schweizer und Schweizerinnen multilingual. Hinzu kommt, dass die Schweiz ein Einwanderungsland ist. Fremdsprachen zu sprechen, gehört hier einfach dazu! Mit Betonung auf Sprechen. Denn selbst der Dialekt wird in erster Linie mündlich erlernt.

Eine richtig strenge Grammatik gibt es nicht. Trotzdem oder gerade deshalb schreibt man sich informell gerne Schweizerdeutsche SMS oder Mails. Gerade junge Leute kommunizieren privat auf den meisten Kanälen im Dialekt. In unserem Artikel über Schweizerdeutsch und Schweizer Hochdeutsch erfährst du mehr darüber. Wir geben dir nebenbei auch noch ein paar Geheimtipps über die Schweizer Kultur.

Grüezi und Hoi - Ist Schweizerdeutsch überhaupt eine Sprache?

Nein, streng genommen nicht, wobei man sich auch gerne darüber streitet. Denn alle Kinder lernen erst in der Schule die Amtssprache Hochdeutsch, und das kommt dem Erlernen einer neuen Sprache nahe. 

Ein paar Beispiele:

Eine Ziege ist in der Schweiz eine Geiss, gumpe bedeutet springen. Der Götti ist der Patenonkel und Hörnli ist eine beliebte Nudel-Variante.

Wenn du also einen Schweizer, bzw. eine Schweizerin triffst und sie ziemlich gut verstehst, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass du gerade nicht Schweizerdeutsch hörst, sondern Schweizer Hochdeutsch. Das wiederum ist ein Hochdeutsch mit vielen Helvetismen und dem Landes-typischen Akzent.

Schweizerdeutsch ist also in erster Linie der Dachbegriff aller Schweizer Dialekte, welche wiederum alle zur alemannischen Sprachgruppe gehören. Ein allgemeines Schweizerdeutsch gibt es nicht und die regionalen Unterschiede sind erheblich. 

Die meisten Schweizer Dialekte gehören zum Hochalemannischen. In einigen Kantonen sprechen die Leute Höchstalemannisch (zum Beispiel im Wallis). Basel steht als Vertreter des Mittelalemannischen alleine da - ausser man überquert die Grenze zum Elsass.

Ein paar Helvetismen und Schweizerdeutsche Ausdrücke, die du kennen solltest:

SchweizerdeutschHochdeutsch
VeloFahrrad
NatelHandy
CüpliGlas Sekt
GipfeliCroissant
RahmSahne
TumblerTrockner
Bisekalter Nordwind
anläutenanrufen
Götti, GottePate, Patentante
Ein kleiner Kanal in einer Elsässischen Stadt mit Fachwerkhäusern.
Das Elsässisch gehört zur niederalemannischen Dialektgruppe. / Quelle: Victor Bouton_unsplash

Sàlü binander im Elsass

Hast du gewusst, dass man in Frankreich nicht nur Französisch spricht? Das Elsass ist ein ganz besonderer Fleck. Hier kommt nicht nur der köstlich Flammkuchen her, hier sprechen die Leute sage und schreibe noch wie im Mittelalter. Zwar droht das Elsässisch zu verschwinden und das hat mitunter auch mit der Nachlässigkeit der französischen Regierung zu tun, die partout Minderheiten und Dialekte nicht sonderlich fördern will. Das Französisch verdrängt den Dialekt natürlicherweise immer mehr.

Zum Glück gibt es Bestrebungen der jungen Generation, die Sprache der Eltern und Großeltern wieder neu zu beleben und an die Kinder weiter zu geben. Denn das Elsässisch ist ein wichtiger Bestandteil der regionalen Kultur und Tradition, zu dem man Sorge tragen sollte. Dass das Elsass eine faszinierende Gegend zum Entdecken ist, zeigen wir dir in einem eigenen Artikel über die Heimat des Elsässisch!

Ausflug ins Mittelalter auf deutsch und französisch

Elässisch gehört zur niederalemannischen Dialektgruppe, wie in etwa auch Baseldeutsch. Überhaupt sind die Regionen beiderseits der Grenze eng mit einander verbunden. Vor allem die Basler nutzen die Grenznähe gerne aus, um sich im Elsass mit all den leckeren Spezialität einzudecken. Auf den Wochenmärkten werden diese von Bauern aus dem Elsass auch in der Schweiz angeboten und der „Elsass-Club Basel“ informiert regelmässig über Veranstaltungen in der Lieblingsregion.

Das Elsass ist klein, doch selbst hier gibt es kleine Unterschiede im Dialekt. So sprechen die Leute im krummen Elsass an der Grenze zur Pfalz ein Elsässisch mit lothringisch-fränkischem Einschlag.

Der kleine Zipfel gehört zur französischen Provinz Bas-Rhin und hat eine bewegte Geschichte. Erst war es Deutsch, dann französisch, erneut deutsch und wieder französisch.

In der Zeit, als das Elsass zum deutschen Königsgebiet gehörte, brachten die Soldaten Napoleons bei ihrer Belagerung die ersten französischen Wörter mit. Heute gibt es im Dialekt viele französische Leihwörter. Sogar ein paar keltische Wörter haben sich hartnäckig gehalten.

Ein paar Sätze und Wörter, um ein Gespür für die Sprache zu bekommen:

Elsässisch Deutsch
a güeter TàgGuten Tag
Ja doJa dann
Sàlü, geht's?Hallo, wie geht's?
Ich bìn moila Ich bin müde
Sàlü bisàmmeHallo allerseits
MìthììMittag

Wenn du mehr über das Elsass und seine Sprache erfahren möchtest, empfehle ich dir unseren Artikel dazu.

Ein betonierter Platz in Luxemburg für Fußgänger mit dreistöckigen Häusern gesäumt.
Luxemburg hat pittoreske Städte und eine offizielle Landessprache: Luxemburgisch. / Quelle: Polina Sushko_unsplash
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Multilinguales Luxemburg

Etwas nördlich des Elsass, in der Mosel-Region, macht ein weiterer Dialekt nicht vor Grenzen halt, nur diesmal zwischen Deutschland und Luxemburg: das Mosel-Fränkisch. Auf Deutscher Seite ein Dialekt, ist es in Luxemburg die offizielle Landessprache. Daneben wird fließend französisch, deutsch und sehr oft auch gut eenglisch gesprochen. 

Während Luxemburg ein sehr internationaler Platz ist, wird doch auf die Landessprache Luxemburgisch viel Wert gelegt. Se ist wichtiger Teil der Identität. Lëtzeburgesch, wie es auf Luxemburgisch heisst, wird zwar von der EU nicht als eigene Sprache akzeptiert, doch das stört das Land nicht sonderlich.

Seit 1984 ist Luxemburgisch offizielle Landessprache, ungeachtet der bürokratischen EU-Richtlinien. So gibt es auch seit 2018 eigens ein Institut zur Erhaltung der Sprache: Zenter fir d’Lëtzebuerger Sprooch - genannt.

Auch wenn das Bestreben, das Luxemburgisch so lebendig wie möglich zu halten, groß ist, ist es doch vor allem eine gesprochene Sprache. Nur 10% der Printmedien und der TV-Sendungen werden nicht auf deutsch oder französisch verfaßt oder ausgestrahlt. Eine geschriebene Grammatik gibt es ebenfalls nicht.

Neben Luxemburg spricht man den Dialekt in Teilen von Belgien (Provinz Bitburg, Burg-Reuland und Sankt Vith), in Frankreich (Lothringen) und in Deutschland (Eifel, Moseltal, westliche Teile des Saarlands).

Ein paar Beispielsätze auf Luxemburgisch:

LuxemburgischHochdeutsch
MoienGuten Tag, hallo
ÄddiTschüss
Wéi geet et?Wie geht's?
Wou ass...?Wo ist...?
Wann ech geliftBitte schön.
Wéivill kascht dat?Wie viel kostet das?

Wie klingt Österreichisch?

Viel mehr gibt es verschiedene Österreichische Dialekte, die nach Bundesländern unterteilt werden, obwohl es viele Überschneidungen gibt. In Vorarlberg und kleinen Teilen Tirols spricht man Alemannisch, wie auch in der Schweiz, in Deutschland und dem Elsass. Die restlichen Dialekte des Landes sind Bairische Dialekte. Sie unterscheiden sich erheblich von einander.

Grundsätzlich sprechen alle Österreicherinnen und Österreicher einen Dialekt, wobei es ein Stadt-Land Gefälle gibt. Je weiter weg von einer Stadt, umso mehr wird Dialekt gesprochen. In der Schule lernt man Hochdeutsch als Standardsprache, welches sich generell immer mehr durchsetzt.

In den Städten sprechen die Leute unter einander meist Hochdeutsch. Manche kultivieren ihren Dialekt bewusst, die Wiener Mundart zum Beispiel hat so etwas wie Kult-Status. Jeder Wiener, jede Wienerin spricht Wienerisch, auch wenn er, bzw. sie ohne Dialekt aufgewachsen ist.

Auch wenn Österreichs Dialekte sehr unterschiedlich klingen, und es je nach Region selbst Inländern und Inländerinnen schwer fällt, einander zu verstehen, gibt es Dialektwörter, die alle kennen.

ÖsterreichischHochdeutsch
HäferlTasse
SackerlTragtasche
ServusHallo, Tschüss
BussiKüsschen
ParadeiserTomate
MelangeKaffee mit warmer Milch
MelanzaniAubergine
MarilleAprikose
BabaAuf Wiedersehen (vertraut)

Aus der Kurpfalz in die USA: Pennsylvania Dutch

Ein paar Autostunden von Philadelphia in Richtung Landesinnern liegt die kleine Region Lancaster County. Es ist das Land der Amish und Mennoniten. Wenn du den Film „der einzige Zeuge“ kennst, kannst du dir sehr genau vorstellen, wie es in Lancaster County ausschaut. Grüne Hügel, viel Landwirtschaft und die typischen schwarzen Kutschen der Old Order Amish prägen das Landschaftsbild. 

Wie kommt es, dass mitten in den USA deutsch gesprochen wird?

Pennsylvania Dutch hat nichts mit Niederländisch gemeinsam. Der Name beruht auf einem sprachlichen Missverständnis. Als im 18. und 19. Jahrhundert Wiedertäufer aus der Schweiz und Deutschland (aus der historischen Kurpfalz) in die USA flüchten mussten, stellten sie sich der Bevölkerung als „Deutsch“ vor. Da Dutch und Deutsch für englischsprachige relativ gleich klingt, hat sich der Name Dutch eingebürgert.

Nur die Old Order Amish und die Old Order Mennonites sprechen noch den alten Dialekt. Sie leben nach streng christlichen Regeln und lehnen alles moderne wie Strom und Motoren ab. Auch Reisverschlüsse und Knöpfe an Kleidungen gelten als Eitel und werden weitgehend vermieden.

Sprecher des Pennsylvania Dutch und also Vertreter der Old Order Amish und der Old Order Mennonites leben in den Staaten New York, Iowa, Kentucky, Wisconsin, Minnesota, Michigan und Missouri. Vereinzelt auch in Oklahoma, Kansas und Montana.

Ein paar tausend Mitglieder der US-amerikanischen Unitarier, Lutheraner und Katholiken sprechen ebenfalls Pennsylvania Dutch.

Wenn du dich weiter für den Dialekt interessiert, empfehle ich dir unseren Artikel über Pennsylvania Dutch  und the Amish Country. Übrigens gibt es seit 2006 eine Wikipedia-Seite, die auf Pennsylvania Dutch verfasst ist.

Aufgezäumte Pferde der Amish in einer Reihe vor Kutschen wartend.
Das Pennsylvania Dutch der Old Order Amish und Old Order Mennonites kommt nicht aus dem Niederländischen, sondern ist eine deutsche Dialektvarietät. / Quelle: Vito Natale_unsplash

Wie klingt der Dialekt?

Als die ersten Wiedertäufer von der Reformation in die USA flohen, um in Pennsylvania ihr Recht auf freie Religionsausübung in Anspruch zu nehmen, nahmen sie ihre unterschiedlichen Dialekte mit: Schwäbisch, Pfälzisch, Rheinfränkisch, Mittelfränkisch, Alemannisch und Bairisch. Im Verlauf der Jahre verschmolzen die Dialekte zu einem einzigen: dem Pennsylvania Dutch.

Durch das zurückgezogene Leben, dass die Menschen führen, blieb der Dialekt bis heute weitgehend erhalten. Nur wurde er mit englischen Wörtern angereichert, die den Weg über den großen Teich nicht geschafft haben. „Glasses“ für Brille zum Beispiel.

Andere Wörter wie „Luftschiff“ für Flugzeug ist eine eigentümliche Kombination aus alten Wörtern, denen ein neuer Sinn gegeben wurde.

Die Pennsylvania Dutch sprechen deutsch mit einem englischen Akzent.

Ein paar Sätze fürs Kennenlernen:

Pennsylvania DutchHochdeutsch
jumpehüpfen
guda namidoogguten Nachmittag
gud novidguten Abend
guda madiaguten Morgen
Mei Bruder schpringt starrick Mein Bruder rennt schnell
arwettarbeit

Ich hoffe, dass ich dir einen kleinen Einblick in diese besonderen Diversitäten der deutschen Dialekte außerhalb Deutschlands geben konnte. Wenn du dich vertiefter damit beschäftigen möchtest, kann ich dir wärmstens unsere einzelnen Artikel zum Thema ans Herz legen.

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Vera

Aus der Pädagogik komme ich, in Kunst und Kultur bin ich zu Hause, Europäerin bin ich, Sprache(n) liebe ich, Neugierde und Offenheit möchte ich immer behalten.