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Ist die japanische Sprache für Anfänger schwer zu lernen?

Von Elissa, veröffentlicht am 28/06/2019 Blog > Sprachen > Japanisch > Ist es schwierig, Japanisch zu lernen?

Im Vergleich zu den klassischen Fremdsprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch ist Japanisch noch nicht in allen Klassenzimmern Deutschlands zu finden, aber die Tendenz steigt.

In den letzten Jahren konnte man ein immer größer werdendes Interesse an der japanischen Kultur und Sprache beobachten, auch in den Klassenzimmern.

Trotz der vermeintlichen Schwierigkeit diese Sprache zu lernen, wächst die Zahl der Manga-Fans und der Liebhaber der japanischen Geschichte und ihrer alten Traditionen.

Ihr gehört auch dazu und überlegt, ob ihr Japanisch lernen sollt, habt aber Angst, das es zu schwer sein könnte?

Diese Einstellung könnte sich ändern, wenn ihr diesen Artikel gelesen habt, denn wir zeigen euch, warum Japanisch eigentlich eine recht einfache Sprache ist.

Ähnlichkeiten in der japanischen Sprache mit einigen englischen Wörtern

Anders als man vielleicht denkt, hat die japanische Sprache viele Ähnlichkeiten zu Englisch. Tatsächlich sind sich einige Wörter mehr als ähnlich!

Das ist eine der Sachen, die ihr in einem Japanischkurs sehr schnell lernen werdet…

Wenn ihr also Englisch sprecht, dann habt ihr bereits einen großen Vorteil wenn es darum geht, Japanisch zu lernen.

Schon beim ersten Kontakt mit der Samurai-Sprache werdet ihr feststellen, dass ihr dank Englisch bereits über ein reichhaltiges Vokabular verfügt. Tatsächlich sind viele englische Wörter – besonders von den jungen Leuten – in die japanische Sprache von heute aufgenommen worden und warten nur darauf, verwendet zu werden.

Auch wenn es ungewöhnlich klingt, es gibt im Japanischen viele ähnliche Begriffe zum Englischen. |Quelle: Pixabay

Diese Fremdwörter oder Gairaigo (外来 外来) verschaffen euch einen erheblichen Vorteil gegenüber euren Mitschülern, die kein Englisch sprechen. Nutzt diesen Vorteil! So könnt ihr euch schon ohne Grammatik oder Kanji-Kenntnisse auf Japanischen verständigen.

Werfen wir einen kurzen Blick auf einige Wörter, die euch als englischsprachige Schüler bekannt sein sollten:

  • „ending“ → endingu
  • „soccer“ → sakkaa
  • „half-time“ → Haafu Taimu
  • „refereree“ → refurii
  • „mic“ → maiku
  • „table“ → teeburu
  • „internet“ → intaanetto
  • „romantic“ → romanchikku
  • „driveshaft“ → doraibushafuto

Wie ihr seht, ist die Ähnlichkeit verblüffend und es sollte euch nicht schwer fallen, die japanische Version der Wörter zu lernen und ihre korrekte Aussprache zu verinnerlichen.

Und keine Sorge, auch für die Aussprache gibt es bestimmte Muster, die ihr einfach befolgen müsst, um sie schnell zu beherrschen.

Dann bleibt euch nur noch das Erlernen des Katakana, eines der drei Schriftsysteme, um zu verstehen, wie die Wörter geschrieben werden.

Es gibt im Japanischen keinen Genus!

Im Deutschen unterscheiden wir zwischen weiblich, männlich und neutral, während es im Japanischen einfacher ist: hier gibt es keinen Genus! Das werdet ihr in den ersten Lektionen eures Japanischunterrichts lernen!

Das erleichtert den Start in die Sprache, denn wie oft hat man sich beim Erlernen von Latein fragen müssen, ob das Wort männlich oder weiblich ist…das fällt beim Japanischen weg. 

Und so braucht ihr euch keine Sorgen zu machen, dass ihr eine Frau mit einer männlichen  Endung ansprecht und umgekehrt.

Die geschlechtlich unbestimmten Verben und Adjektive erleichtern euch das Verständnis der japanischen Sprache, vor allem, wenn ihr sie direkt vor Ort lernt. 

Es erleichtert auch die geschäftlichen Beziehungen zu Japan. Stellt euch ein Geschäftstreffen vor, bei dem der europäische Geschäftsmann befreit reden kann, weil er weiß, dass er kein Fehler bezüglich des Geschlechts seiner Geschäftspartner machen wird.

In der japanischen Sprache wir nicht zwischen männlich und weiblich unterschieden. |Quelle: Pixabay

Umso wichtiger ist das, weil Höflichkeit in Japan groß geschrieben wird!

Keine Angleichung von Subjekt und Verb in der japanischen Sprache?

Wir denken an unseren Englisch- und Französischunterricht in der Schule zurück. Wie oft haben uns die korrekten Angleichungen der Verben an die Subjekte Kopfschmerzen bereitet…

Das ist im Japanischen nicht so! Hurra!

In der Sprache des Landes der aufgehenden Sonne müssen die Verben nicht konjugiert werden, um zu dem jeweiligen Subjekt zu passen.

Mit anderen Worten werden die meisten Verben im Japanischen nach der gleichen Art und Weise konjugiert, ganz unabhängig vom Subjekt auf das sie sich beziehen.

Der Traum für alle, die Schwierigkeiten hatten, Latein zu lernen.

Verwenden wir als Beispiel das Verb „to eat“ (essen). Im Deutschen mussten wir 6 verschiedene Konjugation des Wortes lernen (und das nur für das Präsens). Im Japanischen braucht man nur eine Form der Konjugation.

Egal welches Subjekt davor steht, das Verb „taberu“ bleibt gleich…

Kleine Demonstration:

„I eat” → ich esse → Taberu
„You eat.” → du isst → Taberu
„He / She eats.” → er/sie isst → Taberu
„We eat” → wir essen → Taberu
„You (pl., fam.) eat” → ihr esst → Taberu
„You (pl.) / They eat” → sie essen→ Taberu

Es ist nicht nötig, immer das Subjekt und das Objekt auszusprechen

„Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?“

Diesen Satz kann man in der japanischen Sprache durchaus oft anwenden.

Häufig vermeiden die Japaner es, die Subjekte und Objekte in einem Satz auszusprechen, wenn es nicht zwingend notwendig ist. Denn Japanisch ist eine „Pro-Drop-Sprache“. Japaner benutzen keine Pronomen, wenn das „Wer“ und das „Was“ für den Hörer und Sprecher offensichtlich sind.

Zum Beispiel, wenn euch jemand fragt, ob ihr schon gegessen habt, dann könnt ihr einfach mit „tabeta“ („ate“) antworten, die Vergangenheitsform von taberu.

Und merkt euch, dass das gute alte Verb reicht, um Subjekt (ich) und Objekt (Essen) in einem Wort auszudrücken.

Das ist ein weiterer Vorteil für das Erlernen der Sprache. Zumal wir solche Abkürzungen auch aus dem Deutschen kenne, wenn wir zum Beispiel sagen „weiß nicht“ oder „interessiert nicht“ und dabei die Subjekte weglassen.

Die Silben der japanischen Sprache werden nur auf eine einzige Weise ausgesprochen!

Im Gegensatz zu Portugiesisch, Italienisch oder Spanisch besteht die japanische Sprache aus Silben und nicht aus Buchstaben. Dadurch ist die Anzahl der Klänge begrenzt.

Es ist eine Silbensprache!

Die japanische Sprache, aus 45 Grundsilben bestehend, scheint schwieriger zu beherrschen zu sein als die englische Sprache mit nur 26 Silben. Aber das stimmt nicht!

Die japanische Sprache hat einen komplizierten Ruf als sie verdient! |Quelle: Visualhunt

Denn wenn man bedenkt, dass jede Silbe nur auf eine einzige Art mit gleicher Intensität und Dauer ausgesprochen wird, dann wirkt das Ganze schon wieder weniger kompliziert.  

Die meisten Deutschen haben keine Probleme mit der Aussprache der Vokale, sondern nur mit der Aussprache bestimmter Konsonanten, beispielsweise die Sprache des n oder mit langen Vokalen.

Schauen wir uns als Beispiel den Buchstaben „e“ an und erinnern uns an unseren Englischunterricht:

  • Man kann es als kurzes „e“ (ĕ or /ɛ/) aussprechen, wie in „empty“
  • Man kann es als langes „e“ (ē or /i/)  aussprechen, wie in „key“
  • Man kann es als langes „a“ (ā or /ei/) aussprechen, wie in „resume“
  • Man kann es als „schwa“ aussprechen, wie in „taken“
  • Es kann stumm sein, besonders oft am Wortende, wie bei „axe“

Es kann als „schwa“ (/ ɘ /) wie in „taken“ ausgesprochen werden.

Es kann ruhig sein (besonders am Ende von Wörtern) wie in „Achse“.

Ziemlich kompliziert das alles!

Die japanische Sprache macht es uns leichter. Schaut euch irgendeinen Buchstaben aus dem japanischen Kana an, der Satz, in dem der Buchstabe steht, spielt keine Rolle. Dieser Buchstabe wird immer nur auf eine Art und Weise ausgesprochen.

Nehmen wir nur die japanische Version des Buchstaben „e“: man kann den Buchstaben an den Anfang, in die Mitte oder an das Ende eines Wortes packen, es ändert nichts an der Aussprache.

Die Schwierigkeit bei der Aussprache von R

Das „r“ wird nicht wie im Deutschen ausgesprochen und bereitet uns daher häufig Probleme. Wer aber Französisch beherrscht, der wird bemerken, dass es im hier weiterhilft.

Und hier muss Superprof direkt mit dem hartnäckigen Klischee der zu schwierigen Aussprache im Japanischen aufräumen: nichts ist unmöglich!

Die Laute, die für die korrekte Aussprache der japanischen Worte wichtig sind und die es im Deutschen nicht gibt, sind begrenzt und auch die kann man lernen.

Da hätten wir zum Beispiel das japanische „r“, das auf verschiedene Arten geschrieben und dementsprechend ausgesprochen wird: ra (ら), ri (り), ru (る), re (れ) und ro (ろ). 

Um sich die korrekte Aussprache vorzustellen und sie zu üben, denkt an das L im Wort Liebe. Dann habt ihr die korrekte Position der Zunge und müsst diese im Gegensatz zur deutschen Sprache schnell nach unten fallen lassen.

Am besten lässt sich die richtige Aussprache sicherlich bei einem längeren Aufenthalt in Japan üben, vielleicht während einer Sprachreise.

Auch die Lautbildung des alleinstehenden N bereitet vielen deutschen Schülern Probleme. Denn meistens wird im Japanischen ein Wort mit N mit einer Silbe mehr ausgesprochen.

Aber auch hier hilft regelmäßige Übung und dann sollte euch die Aussprache keine Probleme bereiten.

Im Gegensatz zum Chinesischen kann die Betonung eine Wortes dessen Bedeutung nicht ändern

Im Gegensatz zu Sprachen wie Mandarin, Kantonesisch, Vietnamesisch und Thailändisch ist Japanisch keine Tonsprache, weshalb die Aussprache zwar wichtig ist, aber nicht die komplette Bedeutung der Wörter verändert 

Wie wäre es, Japanisch während einer Sprachreise zu lernen? |Quelle: Visualhunt

Manchmal kann man hören, wie Japaner versuchen einen Unterschied zu betonen, indem sie die Betonung verändern (unter Sprachwissenschaftlern als Tonhöhenakzent bekannt), aber dabei handelt es sich um ein Epiphänomen ohne besondere Bedeutung.

Das wichtigste, was ihr euch merken solltet, ist, dass ihr keine Reihe an unterschiedlichen Betonungen für jedes Wort lernen müsst, wie es bei Mandarin der Fall ist.

Und in den besonderen Fällen, in denen es notwendig ist, einen bestimmten Ton zu verwenden, erledigt der Kontext im Satz die Arbeit für euch.

So kann man beispielsweise das Wort „hashi“ verwenden, um „Essstäbchen“, „Brücke“ oder „Kante“ zu beschreiben, je nachdem, welche Betonung man verwendet (high-low, low-high, and flat in this case), aber man wird aufgrund des Kontextes in jedem Fall verstehen, was ihr sagen möchtet. 

Wenn ihr in einem Restaurant nach „hashi“ fragt, wird euch kaum jemand fragend anschauen, ganz gleich, wie ihr das Wort betont habt, sondern euch vielmehr Stäbchen bringen.

Die japanische Sprache ist logisch

Diese Logik der Sprache hat schon so manchen japanischen Schüler zur Verzweiflung getrieben, der sein Gedicht mündlich vor der Klasse vortragen musste.

Denn die Abwesenheit von Konjugationen als Hinweis auf die richtige Betonung vereinfacht zwar das Lernen, kann aber bei einem mündlichen Vortrag zu Problemen führen. 

Aber unabhängig davon ist Japanisch eine genauso lernbare Sprache wie Französisch oder Spanisch. Nur weil das Land weiter entfernt ist, heißt das nicht automatisch, dass die Sprache komplizierter ist.

Und die japanische Sprache orientiert sich stark am Gesprächspartner, da sie immer dem japanischen Grundprinzip der Höflichkeit dienen soll.

Diese Grundlage geht auf die Traditionen der Vorfahren Japans zurück, bei denen Höflichkeit groß geschrieben wurde. 

Daher nimmt die Höflichkeitssprache Keigo einen wichtigen Teil in der japanischen Sprache ein. Ihre Verwendung hängt davon ab, mit wem man spricht. Und so kann man bei bestimmten Wörtern sogenannte Höflichkeitspräfixe verwenden, wenn man seinem Gegenüber besonderen Respekt zollen möchte.

Kleiner Tipp: Japanische Videospiele oder YouTube-Videos können eine wichtige Unterstützung beim Erlernen der japanischen Sprache sein.

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