„Mathematik ist die Wissenschaft der Beschreibung, Beweisführung und Berechnung.“

– Ronald Brown (Mathematiker)

Wie andere Wissenschaften auch wurde die Mathematik nicht von einer oder mehreren Personen erfunden. Vielmehr hat sie sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt. Sie dient dazu alltägliche und natürliche Sachverhalte theoretisch darzustellen.

Menschen können intuitiv nur Zahlenmengen bis „vier“ erfassen. Sobald es darüber hinausgeht, müssen wir zählen. Bereits in der Steinzeit nutzten die Menschen Hilfsmittel, wie kleine Steine oder Pflanzensamen, um Mengen vergleichen zu können. Einen abstrakten Zahlenbegriff kannten sie noch nicht.

Als die Menschen sesshaft wurden und anfingen miteinander Handel zu treiben, wurde es immer wichtiger, Mengen exakt benennen zu können. Mit der Erfindung der Schrift vor ungefähr 5000 Jahren entstanden auch die ersten abstrakten Zeichen für Zahlen. Damit wurde es auch möglich kompliziertere Rechnungen als einfache Additionen und Subtraktionen durchzuführen und die Geschichte der Mathematik nahm ihren Anfang.

In diesem Artikel nehmen wir Dich mit auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Mathematik. Wir präsentieren Dir eine umfassende Chronologie der Mathematik von den Anfängen bis zur Gegenwart.

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Und los geht's

Die Anfänge der Mathematik !

Obwohl die Menschen schon seit einigen Jahrtausenden angefangen hatten zu zählen und zu messen, fängt die eigentliche Geschichte der Mathematik erst mit den ersten Hochkulturen an, die neue gesellschaftliche Ordnungen einführten und die Architektur vorantrieben. Auch Mathematik und Kunst stehen in einem engen Zusammenhang.

Alle frühen Hochkulturen kannten bereits komplexe Zählsysteme, die das bilden großer Zahlen erlaubten. Sowohl die Maya in Mittelamerika als auch die Kelten in Europa benutzten ein Vigesimalsystem, das als Basis die Zahl 20 verwendet. Die alten Ägypter hingegen hatten ein sehr einfaches Zahlsystem, das dezimal (in Zehnerpotenzen) aufgebaut war und damit unserer heutigen zählweise sehr ähnlich ist. Die Babylonier im damaligen Mesopotamien nutzten zum Rechnen ein Sexagesimalsystem, das die Zahl 60 als Basis nutzt.

Die ausführlichsten Quellen zu mathematischen Überlegungen stammen aus Ägypten und Mesopotamien. Aus diesem Grund wird die Geburtsstunde der Mathematik von der Forschung häufig in diesen beiden Hochkulturen verortet.

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Babylonische Mathematik

Das Wissen über die babylonische Mathematik stammt von ungefähr 400 Tontafeln, die seit dem 19. Jahrhundert bei Ausgrabungen gefunden wurden und in die Zeit der ersten babylonischen Dynastie (1800 – 1500 v.Chr.) eingeordnet wurden.

Darauf lässt sich erkennen, dass die Babylonier bereits in der Lage waren quadratische und kubische Gleichungen zu lösen, mit Brüchen umgingen und die Regeln zur Flächen- und Volumenberechnung kannten. Sie verwendeten auch bereits den Satz des Pythagoras.

Ältere Zeugnisse belegen, dass in Mesopotamien bereits die Sumerer in den Jahren um 3000 v.Chr. alltagspraktische Berechnungen, beispielsweise zur Lohnverteilung und der Zählung von Vieh, anstellten und über ein leistungsfähiges Maßsystem verfügten. Erste Multiplikationstabellen und geometrische sowie arithmetische Kenntnisse sind ab 2600 v. Chr. belegt.

Die Mathematik im alten Ägypten

Aus dem Alten Ägypten stehen uns weniger Primärquellen zur Verfügung, da hauptsächlich auf empfindlichen Papyrus geschrieben wurde. Eines der bekanntesten noch erhaltenen Dokumente ist der Papyrus Rhind, der auf 1500 v.Chr. datiert wird. Dabei handelt es sich um eine Abhandlung zu verschiedenen Bereichen der Mathematik wie Arithmetik, Algebra, Geometrie, Trigonometrie und Bruchrechnung.

Die aktuelle Forschung geht davon aus, dass sich die ägyptische Mathematik mit der Entstehung der Hieroglyphenschrift, und damit ungefähr zeitgleich wie die babylonische Mathematik, entwickelte. Es gilt als gesichert, dass der Bau der Pyramiden ab ca. 2650 v. Chr. ohne weitreichende mathematische Kenntnisse nicht möglich gewesen wäre.

Auch die Alten Ägypter kannten neben den vier Grundrechenarten verschiedene Formeln zur Berechnung von Flächen und Volumen sowie die Annäherung an die Kreiszahl Pi.

Das mathematische Denken der frühen Hochkulturen zeigt sich in der Architektur dieser Zeit.
Die ägyptischen Pyramiden faszinieren noch heute durch ihre exakte Bauweise. Sie zeugen von einem höheren mathematischen Verständnis der alten Ägypter. | Quelle: Jeremy Bishop via Unsplash

Chinesische Mathematik

Parallel zu den Entwicklungen im Mittelmeerraum, entstanden auch in China erste frühe Hochkulturen, die sich mit Mathematik beschäftigten. Während der Han-Dynastie im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung erlebte sie ihre Blütezeit und brachte das bedeutendste Werk der chinesischen Rechenkunst hervor: Neun Kapitel der Rechenkunst.  Darin ist das gesamte fernöstliche mathematische Wissen dieser Zeit zusammengefasst.

Die chinesische Mathematik verwendete ein dezimales Zahlensystem und kannte auch bereits den Satz des Pythagoras, jedoch ohne Beweisführung. Auch eine Annäherung an die Kreiszahl Pi ist in China bereits seit einigen Jahrhunderten bekannt.

In China wurde außerdem eines der ersten mathematischen Spiele erfunden: das Tangram. Es besteht aus sieben geometrischen Formen, mit denen man mehr als 100 verschiedene Figuren legen kann.

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Die Mathematik der Antike

Die Wissenschaft verordnet die Anfänge der Mathematik häufig im antiken Griechenland. Das liegt daran, dass hier erstmals das Interesse an der Beweisführung aufkommt. Bislang wurden mathematische Formeln nur als Anweisungen zum Rechnen verstanden, mit denen man ein annähernd genaues Ergebnis erhalten konnte.

Die griechische Antike hat dieses Wissen zu großen Teilen übernommen und sucht nun vermehrt nach exakten Berechnungsmethoden sucht, die mit einer ausführlichen Beweisführung belegt werden. Damit wurde die Mathematik zu einer Wissenschaft und es kamen auch viele der heute noch benutzten mathematischen Grundbegriffe auf, die es erlauben, sich unmissverständlich auszutauschen.

Bekannten griechischen Mathematikern und Philosophen haben wir zu verdanken, dass die Arithmetik, auch bekannt als die Zahlenlehre, in eine theoretische Lehre gefasst wurde:

  • Thales von Milet (~ 624 bis ~ 546 v.Chr.): soll die Höhe der Pyramiden von Gizeh anhand der Schattenlänge berechnet haben; bewies folgende mathematischen Sätze:
    • Satz des Thales: wenn die Punkte A und B den Durchmesser eines Halbkreises bilden, ist jedes Dreieck, dessen Punkt C auf dem Halbkreis liegt, rechtwinklig
    • eine Kreisfläche wird von ihrem Durchmesser halbiert
    • Satz über gleichschenklige Dreiecke: in einem gleichschenkligen Dreieck sind die zwei Basiswinkel gleich groß
    • Scheitelwinkelsatz: Schneiden sich zwei Geraden sind die beiden gegenüberliegenden Winkel gleich groß
  • Pythagoras von Samos (~ 570 v.Chr. bis ~ 510): führte den Beweis für eine bereits in Mesopotamien und Ägypten bekannte Formel für rechtwinklige Dreiecke, die wir heute den Satz des Pythagoras nennen (a² + b² = c²)
  • Platon von Athen (~ 428 bis ~ 347 v.Chr.): bedeutender Philosoph, der der Mathematik einen großen Stellenwert zumaß und einen großen Einfluss auf zeitgenössische Mathematiker hatte; die platonischen Körper (Würfel, Tetraeder, Oktaeder, (Pentagon) Dodekaeder, Ikosaeder) werden so genannt, weil Platon sie in einer seiner Schriften angeführt hat
Ein Meilenstein in der Geschichte der Mathematik: der Satz des Pythagoras.
Der Satz des Pythagoras war schon lange bekannt. Der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras von Samos erbrachte als erster den Beweis für die Seitenverhältnisse rechtwinkliger Dreiecke. | Quelle: Gerd Altmann via Pixabay

In den darauffolgenden Jahrhunderten verlegte sich das wissenschaftliche Zentrum der antiken Welt in die 331 v. Chr. gegründete Stadt Alexandria in Ägypten.

Hier lebte und arbeitete der griechische Mathematiker Euklid. Von ihm sind mehrere Werke überliefert, die alle Bereiche der antiken griechischen Mathematik abdecken. Das bekannteste darunter ist Elemente, das bis ins 19. Jahrhundert nach der Bibel das am zweitmeisten verkaufte Buch der Welt war.

Euklids Elemente umfasst 13 Bände, in denen die Arithmetik und die Geometrie dieser Zeit systematisch zusammengefasst sind. Es handelt sich um die älteste bekannte Abhandlung mit einem musterhaften Aufbau einer exakten Wissenschaft.

Bekannt ist beispielsweise das Fünfte Postulat von Euklid, das sogenannte Parallelenaxiom, das besagt, dass es „zu jeder Geraden g g {\displaystyle g} und jedem Punkt P P {\displaystyle P} nicht mehr als eine Parallele zu g g {\displaystyle g} durch P {\displaystyle P} P geben kann“. Im 9. Buch findet sich der Satz des Euklid, der besagt, dass es unendlich viele Primzahlen gibt.

Apollonius von Perge, der ebenfalls in Alexandria wirkte, beschäftigte sich neben der Mathematik auch mit der Astronomie. Sein wichtigstes Vermächtnis auf diesem Gebiet ist die Berechnung von exzentrischen Umlaufbahnen, die die scheinbare Bewegung von Planeten erklären sollte.

Apollonius bedeutendstes mathematisches Werk ist Konika (über Kegelschnitte), in dem er nachwies, dass die vier verschiedenen Kegelschnitte vom selben allgemeinen Kegeltyp stammen. Er führte dabei auch die Begriffe für die Kegelschnitte ein, die wir bis heute verwenden: Ellipse, Kreis, Parabel und die Hyperbel.

Neben Euklid und Apollonius, die beide in Alexandria wirkten, ist Archimedes von Syrakus einer der Begründer der elementaren Mathematik.

Archimedes lebte und arbeitete hauptsächlich in seiner Heimatstadt Syrakus auf Sizilien. Wir verdanken ihm insbesondere die folgenden Erkenntnisse:

  • Der Umfang eines Kreises verhält sich zu seinem Durchmesser genauso wie die Fläche des Kreises zum Quadrat des Radius. Dieses Verhältnis wird heute durch die Zahl Pi bezeichnet. Archimedes hat diese Zahl noch nicht als Pi bezeichnet, aber er gab eine Anleitung, wie man sich dem Verhältnis bis zu einer beliebig hohen Genauigkeit nähern kann, vermutlich das älteste numerische Verfahren der Geschichte.
  • Ein stellenwertbasiertes Zahlensystem auf der Basis von 108, das es erlaubt auch unvorstellbar große Zahlen einfach darzustellen.
  • Die Entwicklung der Archimedischen Schraube, die die Feldbewässerung vereinfach und effizienter gestalten sollte. Die heute noch eingesetzten Schneckenförderer haben die Archimedische Schraube zum Vorbild.
  • In der Physik verdanken wir Archimedes die Hebelgesetze und das archimedische Prinzip des Auftriebs von Körpern.
  • Er entwickelte auch Kriegsmaschinen wie Seilwinde und Katapulte.

In der Zeit zwischen 100 vor und 350 nach Christus lebte Diophantos von Alexandria. Er gilt als einer der Begründer der Algebra und der Zahlentheorie. Nach ihm benannt ist die diophantische Approximation, die sich mit der Annäherung reeller Zahlen durch rationale Zahlen beschäftigt.

Um die Zeitenwende herum beschäftigten sich insbesondere Astronomen, wie Ptolemäus und Hipparchus, für ihre Berechnungen mit den Beziehungen zwischen Entfernungen und Winkeln in Dreiecken. Diese Erkenntnisse kamen auch der Mathematik zu Gute und legten den Grundstein für die mathematische Disziplin der Trigonometrie.

Die griechische Mathematik legte den Grundstein für unsr heutiges Wissen.
Die Berechnung von geometrischen Formen gehört zu den wichtigsten Bereichen der frühen Mathematik. | Quelle: Michael Dziedzic via Unsplash

Und schau mal hier: Wir haben für Dich einige herausragende Beispiele für Kunst in der Mathematik herausgesucht.

Die Geschichte der Mathematik vom Mittelalter bis 1800

Im mittelalterlichen Europa sind der Aufstieg der Klosterschulen und später die Gründung der ersten Universitäten für die Geschichte der Mathematik von großer Bedeutung. Damit entstanden nicht nur Räume, in denen viele Menschen unterrichtet werden konnten, sondern auch Forschungszentren, in denen sich die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens weiter herausbilden konnten.

Ungefähr zeitgleich, ab dem 9. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, fanden die wichtigsten Entwicklungen in der Mathematik in Bagdad, dem wissenschaftlichen Zentrum der islamischen Welt, statt. Mathematiker wie Al Chwarizmi sammelten und kombinierten griechisches und indisches Wissen.

Al Chwarizmi stellte in seinem Buch das Dezimalsystem vor und überführte die Zahl Null aus der indischen Forschung in das arabische Zahlensystem. Im Westen wurden seine Arbeiten zunächst ignoriert.

Über Spanien kam die arabische Mathematik schließlich doch nach Europa. Im 11. Jahrhundert wurde das arabische Zahlensystem eingeführt und Begriffe wie Algebra und Algorithmus fanden ihren Weg in die europäische Mathematik.

Eine der herausragenden Figuren in der Zeit um 1200 n. Chr. ist der italienische Rechenmeister Leonardo von Pisa, genannt Fibonacci, der sich eingehend mit der arabischen Mathematik beschäftigte. Heute noch bekannt ist die sogenannte Fibonacci-Folge, die in direktem Zusammenhang mit dem Goldenen Schnitt steht.

Im fünfzehnten Jahrhundert benutzte der Mathematiker Johannes Widmann aus Eger (Böhmen) zum ersten Mal die Zeichen + und – um Mangel und Überschuss zu kennzeichnen. Erst 1518 führte sie Heinrich Schreiber als Symbole für die Rechenoperationen der Addition und Subtraktion ein.

Die Algebra wurde im 16. Jahrhundert von dem französischen Mathematiker François Viète grundlegend verändert und vereinfacht, indem er Buchstaben als Platzhalter für bekannte oder unbekannte Größen verwendete. Somit gilt Viète als Begründer der neuzeitlichen Algebra in Europa.

Der Satz von Vieta wird bis heute zum Lösen quadratischer Gleichungen genutzt. Zudem leistete er wichtige Vorarbeiten für die Weiterentwicklung der Trigonometrie und beschrieb als erster eine geschlossene Formel für die Kreiszahl Pi in Form eines unendlichen Produkts.

Die Beschäftigung mit der Kreiszahl Pi ist fast so alt wie die Geschichte der Mathematik selbst.
Die Annäherung an die Kreiszahl Pi war schon lange bekannt. Die Produktformel von Vièta ist jedoch die erste nachgewiesene analytische Darstellung für Pi. | Quelle: Gerd Altmann via Pixabay

Das 17. Jahrhundert ist zweifellos das goldene Zeitalter der Mathematik und Physik. Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Apfel, der auf Newtons Kopf fällt und ihm so erlaubte, die Anziehungskraft der Erde zu entdecken?

Weitere Meilensteine, die Du Dir merken kannst:

  • Der Schotte John Napier (1614) gilt als Erfinder der Logarithmen, obwohl seine Variante kaum für rechenpraktische Betrachtungen in Algebra geeignet war. Die Algebra selbst war damals noch zu wenig fortgeschritten. Die Logarithmen von Napier (oder Neper) werden auch hyperbolische Logarithmen genannt, weil sie den Bereich der Hyperbel zwischen zwei Asymptomen repräsentieren.
  • Die analytische Geometrie von René Descartes: In seiner Arbeit La Géométrie, schlägt er vor, Algebra und Geometrie zu kombinieren, wodurch geometrische Problemstellungen in algebraische Gleichungen übersetzt werden und algebraische Gleichungen in ein Koordinatensystem übertragen auch geometrisch gedeutet werden konnten. Eine der treibenden Kräfte hinter Descartes' Denken bestand darin, klare Vorstellungen zu jedem Thema zu bekommen.
  • Die Berechnung der Wahrscheinlichkeiten durch Blaise Pascal: Die Stochastik ist das Berechnen der Wahrscheinlichkeiten für den Eintritt eines Ereignisses basierend auf dem Zufall. Ausgangspunkt dieser Arbeit war – wie könnte es anders sein – der Wunsch einen Gewinn beim Glücksspiel im Voraus berechnen zu können.
  • Die Anfänge der Infinitesimalrechnung durch Newton und Leibniz. Sie entdeckten, unabhängig voneinander, den Zusammenhang von Differential- und Integralrechnung.

Das 18. Jahrhundert wurde dominiert durch das Wirken des Mathematikers Leonhard Euler, der sein Leben dem Studium der Funktionen und der Infinitesimalanalyse widmete. Euler gilt als einer der Begründer der Analysis und führte das Konzept der mathematischen Funktion ein.

In der Zahlentheorie stützten sich Eulers frühe Arbeiten vor allem auf die Werke von Pierre de Fermat, dessen Satz über die Summe zweier Quadrate (kleiner Fermatscher Satz) er bewies. Der große Fermatsche Satz wurde erst 1993 bewiesen (1995 veröffentlicht).

Die zweite große Figur der Mathematik-Geschichte des 18. Jahrhunderts ist Joseph-Louis Lagrange. Neben seiner Arbeit über die Berechnung von Varianten bereitete er die Strömungsmechanik vor. Mit dem Lagrange-Multiplikator können Optimierungsprobleme mit Nebenbedingungen gelöst werden.

Kennst Du eigentlich diese 5 Vorurteile über Mathematik?

Mathematik heute: ein Rückblick auf das 19. und 20. Jahrhundert

Die Wissenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts ist dadurch geprägt, dass die Grundsätze aus der Antike in Frage gestellt werden, aber auch durch zahlreiche Neuentdeckungen und die Entwicklung des allgemeinen Mathematikunterrichts.

Einige große Durchbrüche in verschiedenen mathematischen Feldern gelangen Carl Friedrich Gauß, der bereits zu Lebzeiten (1777-1855) als „Fürst der Mathematiker“ bezeichnet wurde. In seinen frühen Jahren beschäftigte er sich hauptsächlich mit der Herausbildung einer nichteuklidischen Geometrie.

Für die Statistik sind insbesondere die Gaußsche Glockenkurve (oder Normalverteilung) und die Gauß-Quadratur (angewendet als Gauß-Legendre-Integration) von großer Bedeutung. Das von Euler theorisierte Gesetz der quadratischen Reziprozität, das ein Ausgangspunkt für die moderne Zahlentheorie ist, hat Carl Friedrich Gauß 1801 bewiesen.

Darüber hinaus entdeckte Gauß bereits im Alter von 18 Jahren einige Eigenschaften der Primzahlverteilung und führte die elliptische Funktion ein.

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Auch heute sind noch nicht alle mathematischen Probleme gelöst.
Zahlreiche mathematische Vermutungen aus den letzten drei Jahrhunderten, warten noch auf ihren Beweis. | Quelle: Afif Kusuma via Unsplash

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wird von Herrmann Graßmann ein neues Teilgebiet der Mathematik begründet: der Vektorrechnung. Diese erlaubt unter anderem Beziehungen zwischen räumlichen Größen mit Hilfe algebraischer Verknüpfungsgesetze zu beschreiben.

Mit Gauß, Ampère sowie Maxwell und seiner Theorie zum Elektromagnetismus ist dieses Jahrhundert auch die Geburtsstunde der Elektrizität, die ohne mathematische Überlegungen nicht denkbar wäre.

Einer der bahnbrechendsten und bedeutendsten Mathematiker seiner Zeit ist Bernhard Riemann. Ihm haben wir eine der wichtigsten mathematischen Entdeckungen überhaupt zu verdanken: die Riemannsche Zeta-Funktion (Riemannsche ζ-Funktion), mit der er einen vollkommen neuen Zugang zur Theorie von Primzahlen schuf.

Ihre entscheidende Bedeutung erlangt sie durch den Zusammenhang zwischen der Lage ihrer komplexen Nullstellen und der Verteilung der Primzahlen. Die genaue Lage dieser Nullstellen ist Gegenstand der Riemannschen Vermutung, eines der wichtigsten ungelösten Probleme der Mathematik.

Im Jahr 2001 wurde mit Hilfe von Großrechnern gezeigt, dass die ersten zehn Milliarden Nullstellen der komplexen Zeta-Funktion alle die Riemannsche Vermutung erfüllen, d. h., sie liegen alle auf der Geraden mit Realteil ½.

Die Riemannsche Vermutung ist nicht das einzige ungelöste Problem der Mathematik. Die Geschichte der Mathematik im 20. Jahrhundert wird mit David Hilberts Liste von 23 ungelösten Problemen eingeläutet, mit denen sich in der Folge zahlreiche Wissenschaftler eingehend beschäftigten. Bis heute sind 3 dieser Probleme noch ungelöst, weitere 7 gelten erst als teilweise gelöst.

Wichtige Fortschritte der Mathematik im 20. Jahrhundert waren folgende Sätze und Beweise:

  • Gödelscher Unvollständigkeitssatz: Dieser Satz beantwortet die Frage nach der Kohärenz der Mathematik. Er sagt aus, dass es in formalen Systemen, wie der Arithmetik, Aussagen geben muss, die weder beweisbar noch widerlegbar sind.
  • Der Modularitätssatz (früher Shimura-Taniyama-Vermutung): Ein mathematischer Satz über elliptische Kurven und Modulformen, mit dem der letzte Fermat-Satz mathematisch bewiesen werden konnte.
  • Die Weil-Theoreme (bis zu ihrem Beweis 1974: Weil-Vermutungen)
  • Der Vier-Farben-Satz: besagt, dass vier Farben ausreichen, um eine beliebige Landkarte in der euklidischen Ebene so einzufärben, dass keine zwei angrenzenden Länder die gleiche Farbe haben.

Im 20. Jahrhundert setzte sich außerdem die Entwicklung der Mathematik fort. Bereits bekannte Erkenntnisse wurden vertieft und neue Teilgebiete definiert, darunter:

  • Differenzialgeometrie als das Teilgebiet der Geometrie, in dem insbesondere Methoden der Analysis und der Topologie zur Anwendung kommen. Die Elementare Differentialgeometrie, die Differentialtopologie, die Riemannsche Geometrie und die Theorie der Lie-Gruppen sind unter anderem Teilgebiete der Differentialgeometrie.
  • Algebraische Geometrie. Man kann sie auch als Gebiet der Algebra betrachten. Sie benutzt seit Bernhard Riemann auch Kenntnisse aus der Funktionentheorie. Als Teilgebiete der Algebraischen Geometrie sind zum Beispiel die Theorie Algebraischer Gruppen, die Theorie Abelscher Varietäten oder auch die torische und die tropische Geometrie zu nennen.
  • komplexe Analysis: Die Entwicklung der Differential- und Integralrechnung im Bereich der komplexen Zahlen.

Gleichzeitig entstanden vollständig neue Bereiche der Mathematik. Dazu gehört zum Beispiel die Wirtschaftsmathematik, in der mathematische Methoden auf wirtschaftliche Fragestellungen angewandt werden oder die algebraische Topologie, die topologische Räume mit Hilfe von algebraischen Strukturen untersucht.

Weiterhin wichtig ist die enge Verknüpfung von Mathematik und Physik. Entdecke auch unseren Artikel über den Einfluss von Albert Einstein auf die Mathematik.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts lernte die Mathematik mit dem Aufkommen von Computern neue Möglichkeiten für komplizierte Berechnungen in kurzer Zeit kennen. Gleichzeitig eröffnete auch die Informatik selbst neue mathematische Disziplinen.

Die Geschichte der Mathematik hat auch mit der Jahrtausendwende kein Ende gefunden. Im Jahr 2000 fand in Paris eine Feier statt, die an David Hilberts berühmten Vortrag zu den ungelösten Problemen der Mathematik erinnerte. Zu diesem Anlass wurden sieben Probleme formuliert, an denen in der Zukunft weitergeforscht werden sollte.

Zu diesen Millenniumsproblemen gehören unter anderen die Hodge-Vermutung, die Poincaré-Vermutung und das Hauptproblem der Komplexitätstheorie.

Besondere Beachtung in der mathematischen Gemeinschaft fand der Beweis des jungen Mathematikers Terence Tao, dass es beliebig lange arithmetische Folgen von Primzahlen gibt, den er 2004 zusammen mit Ben Green aufstellte (Green–Tao-Theorem).

Am 8. Oktober 2013 wurde der Nobelpreis für Physik an François Englert von der Universität Brüssel und Peter Higgs von der Universität Edinburgh verliehen. Mit der theoretischen Entdeckung des Higgs-Mechanismus kann die Masse von Elementarteilchen erklärt werden. Durch die Untersuchungen mit dem Large Hadron Collider am Forschungszentrum CERN wurde er 2012 bestätigt.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.