Das Trojanische Pferd ist ein gängiger Begriff, den wir alle schon oft gehört haben. Aber wie ging die Geschichte nochmal?

Also... Es war einmal eine antike Stadt an der türkischen Küste namens Troja. Sie befand sich gegenüber dem griechischen Stadtstaat Sparta auf der anderen Seite der Ägäis. Als der König von Sparta, Menelaos, hörte, dass seine Frau, die schöne Helena, von Paris, dem Prinzen von Troja entführt worden war, forderte er die anderen griechischen Stadtstaaten auf, ihm zu helfen, sie zurückzubekommen.

Kennst du den Film Troja?
Zuletzt spielten Diane Kruger und Orlando Bloom das schöne Paar Helena und Paris. | Quelle: Unsplash

Seinem Aufruf wurde Folge geleistet. Tausend griechische Schiffe segeln nach Troja. Die Stadt Troja war durch eine hohe Mauer geschützt, die um die Stadt herum errichtet war. Einige Teile der Mauer waren über 6 Meter hoch! Es gab Tore in der Mauer, durch die Menschen ein- und ausgehen konnten, aber die Mauer bot den Menschen in Troja eine starke Verteidigung. Die trojanischen Krieger standen relativ sicher auf der Mauer, während die Krieger der Gegenseite ihre Pfeile abschossen und versuchten, in die Stadt einzudringen. Zehn Jahre lang versuchten die griechischen Krieger die Mauer um Troja zu durchbrechen! Die Griechen konnten keinen Weg hinein finden, aber die Trojaner schienen nicht in der Lage zu sein, die Griechen zu vertreiben.

Die Lage war ziemlich hoffnungslos, bis Odysseus, ein berühmter antiker griechischer General, eine Idee kam. Damals war es Brauch, ein Friedensgeschenk zu übergeben, um eine Niederlage einzugestehen.

Odysseus schlug den Griechen vor, ein riesiges, schönes Holzpferd zu bauen und es vor den Toren Trojas zu lassen. Dann würde die gesamte griechische Armee so tun, als würde sie den Rückzug und Heimweg antreten. Aber das war nur ein Trick! Das Pferd sollte hohl sein. Dreißig Männer würden sich darin verstecken. Die besten griechischen Künstler wurden damit beauftragt, das riesige und besonders schöne Holzpferd zu schnitzen. Als es fertig war, gaben die griechischen Krieger vor, wegzusegeln und das Pferd zurückzulassen. Die Leute von Troja eilten nach draußen und jubelten über ihren Sieg! Sie zogen das schwere Pferd durch das Stadttor und stellten es zur Schau - genauso, wie der griechische General es erwartet hatte. In dieser Nacht, während die Trojaner schliefen, stiegen die Männer, die sich im Holzpferd versteckten, aus diesem heraus und öffneten die Tore. Die wartende griechische Armee marschierte in Troja ein und brannten die Stadt nieder. Das war das Ende von Troja.

Die berühmte Geschichte aus dem Werk "Odyssee" von Homer, ist bekannt als die Legende des Trojanischen Pferdes. "Odyssee" gilt als der größte griechische Epos. Der trojanische Krieg spielt eine große Rolle in der griechischen Mythologie und die Trojasage ist wiederum eng mit der römischen Mythologie und dem Mythos um die Gründung des alten Roms, die mit dem Ende des Trojanischen Krieges beginnt. Deshalb haben die Lateinlerner*innen unter uns bestimmt auch schon im Lateinunterricht vom troianischen Pferd (die Schreibweise "Troia" stammt aus dem Altgriechischen und wird üblicherweise in den Altertumswissenschaften verwendet) gehört und eventuell bereits Texte dazu aus Vergils Aeneis (2. Buch) übersetzt. Für all diejenigen, die Latein in der Schule lernen oder sich für die antike römische Kultur interessieren, könnte es auch interessant sein, mehr über

Heute nutzt man den Begriff Trojanisches Pferd, wenn man vermutet, dass eine Person oder Sache einen Feind oder Gegner heimlich untergraben oder stürzen will, zum Beispiel: "Die Rebellen können das Friedensabkommen als trojanisches Pferd nutzen." Es wird aber auch in Bezug auf Computerviren genutzt. Ein Trojanisches Pferd ist in diesem Fall ein Programm, das die Sicherheit eines Computersystems verletzt, während es eine angeblich harmlose Aktion ausführt.

Ein Computervirus wird auch trojanisches Pferd genannt
Ein trojanisches Pferd nennt man heute auch einen Computervirus. | Quelle: Unsplash
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Wahrheit oder Mythos?

War das Trojanische Pferd nur ein Mythos? Wahrscheinlich, sagt Dr. Armand D'Angour, britischer klassischer Gelehrter und Professor für Klassische Philologie an der Universität Oxford. Archäologische Funde zeigen zwar, dass Troja tatsächlich niedergebrannt wurde, aber das Holzpferd scheint nur eine einfallsreiche Fabel zu sein. Es gibt heute sogar Zweifel an der realen Existenz des Mannes, der die Odyssee geschrieben haben soll: Homer. Es wird heute allgemein angenommen, dass die großen griechischen Epen, "Ilias" und "Odyssey", nicht das Werk eines einzelnen Dichters sind, sondern von mehreren Autoren ersonnen wurden. Vielleicht gehen sie ursprünglich sogar auf mündliche Überlieferung zurück und sind erst später niedergeschrieben worden. Auch ist unklar, ob die schriftlichen Werke erst nach und nach ihre endgültige Gestalt angenommen haben.

Während die Alten keinen Zweifel daran hatten, dass Homer ein echter Barde war, der die monumentalen Epen komponierte, ist nichts Sicheres über ihn bekannt. Wir wissen nur, dass die Gedichte, selbst wenn sie ohne Schrift verfasst und mündlich übermittelt wurden, irgendwann auf Griechisch niedergeschrieben wurden, und so überlebt haben.

Aber wer weiß? Schließlich galt auch Troja selbst lange als Legende.

Die Entdeckung Trojas

Es war der deutsche Abenteurer und Multimillionär Heinrich Schliemann, der Troja entdeckte und die Archäologie als die Wissenschaft etablierte, die wir heute kennen. 

1868 unternahm er eine Bildungsreise zur griechischen Insel Ithaka. Von dort reiste er zum Marmarameer, einem Binnenmeer des Mittelmeers, das das Schwarze Meer mit der Ägäis verbindet, um landeinwärts zu reisen und die Suche nach Troja zu beginnen. Während seiner gesamten Reise war Homers "Ilias" Schliemanns wichtigster Begleiter, sein unverzichtbaren Leitfaden für die Entdeckung Trojas.

Hat es Troja je gegeben?
Lange war man nicht sicher, ob es Troja überhaupt je gegeben hat. | Quelle: Pixabay

Tausende von Jahren hatten immer wieder Menschen nach der antiken Stadt Troja gesucht, aber in all dieser Zeit hatte niemand jemals beweisen können, dass es die sagenumwobene Stadt wirklich gab - bis 1871 Heinrich Schliemann die Ruinen der Stadt unter dem Hisarlik-Hügel entdeckte,  in einer Region im Nordwesten der heutigen Türkei. Schliemann war keineswegs der erste, der glaubte, die von Homer beschriebene Stadt sei an diesem Ort verborgen. Der britische Archäologe Frank Calvert hatte bereits vor Schliemann mit Ausgrabungen an derselben Stelle begonnen. Die beiden von Troja besessenen Forscher trafen sich zufällig. Calvert hatte sogar das Land um Hisarlik erworben, damit er seine Arbeit fortsetzen konnte, aber ihm fehlten die finanziellen Mittel, um seine Ausgrabungen fortzusetzen, die zu diesem Zeitpunkt ins Stocken geraten waren. Calvert überredete Schliemann, dort fortzufahren, wo er aufgehört hatte. Schliemann setzte die Ausgrabungen hartnäckig fort, bis er 1872 auf meterhohe Ruinen einer prähistorischen Stadt stieß. Schliemann kam zu dem Schluss, dass diese Mauern einst ein Teil der Festung von Troja sein mussten.

Neuere Entdeckungen deuten darauf hin, dass die berühmte Stadt wahrscheinlich um das Jahr 3500 v. Chr. gegründet wurde.

Während der Bronzezeit besaß Troja aufgrund der strategischen Lage der Stadt zwischen Europa und Asien große Macht. Im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. war Troja kulturelles Zentrum und eine Brücke zwischen den Kulturen.

Die Spätbronzezeit war eine Ära mächtiger Königreiche und Stadtstaaten, die sich um befestigte Paläste konzentrierten. Der Handel basierte auf einem komplexen Austauschsystem zwischen den verschiedenen politischen Staaten. Das Handelssystem wurde hauptsächlich von den Königen kontrolliert. Hinweise auf private Kaufleute sind selten. Diese Königreiche tauschten nicht nur Seide und Gewürze aus, sondern auch Gold, Silber, Kupfer, Getreide, Handwerkskunst und Sklaven.

Mit ziemlicher Sicherheit sprachen die Einwohner von Troja übrigens kein Griechisch, oder zumindest nicht als ihre Muttersprache, sondern eine alte anatolische Sprache namens Luwisch. Sie hatten höchstwahrscheinlich auch keine griechischen Namen: Eine erhaltene Tafel zeigt einen Brief des hethitischen Königs an Alaksandu, den Herrscher von Wilusa - möglicherweise ein Hinweis auf Paris, der auf Griechisch auch oft als Alexandras bezeichnet wird, der Prinz von Troja.

Nach dem Trojanischen Krieg war die Stadt von 1100 bis 700 v. Chr. verlassen. Um 700 v. Chr. begannen griechische Siedler, die Region Trojas neu zu besetzen. Troja wurde umgesiedelt und als Ilion bezeichnet. Alexander der Große regierte die Region um das 4. Jahrhundert vor Christus. Nachdem die Römer 85 v. Chr. Troja erobert hatten, wurde es teilweise vom römischen General Sulla restauriert. Während der byzantinischen Herrschaft verlor Troja seine Bedeutung.

Die legendäre antike Stadt Troja wurde zuletzt 2018 auf dem Bildschirm durch eine Koproduktion zwischen BBC und Netflix zum Leben erweckt: "Troja, Untergang einer Stadt" erzählt die Liebesgeschichte zwischen Paris und Helena und den darauffolgenden trojanischen Krieg.  

Ebenfalls 2018 wurde an Ort und Stelle ein neues, preisgekröntes „Troja Museum“ eröffnet.

Wir werden wohl nie erfahren, ob Paris Liebe zu Helena wirklich einen Krieg entfacht hat, aber in den kommenden Jahrzehnten wird Troja uns weiterhin faszinieren und Millionen von Menschen begeistern.

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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin, schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich besonders für Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.