Die Sklaverei war allgegenwärtiger Teil im alten Rom. Sie waren am glorreichen Erbe Roms massgeblich beteiligt. Sklaven dienten in Haushalten, in der Landwirtschaft, in Minen, beim Militär, in Produktionswerkstätten, im Baugewerbe und in einer Vielzahl von Dienstleistungen in der Stadt. Jeder dritte Einwohner der italienischen Halbinsel oder jeder fünfte im ganzen römischen Reich war Sklave. Einmal wurde im Senat vorgeschlagen, dass sich die Sklaven durch ihre Kleidung von ihren Herren unterscheiden sollten. Doch dann realisierten die Politiker im alten Rom, wie gefährlich es sein könnte, dass die Sklaven realisieren, wie viele sie sind.

Für den römischen Staat sowie die römische Gesellschaft war Sklaverei war eine völlig akzeptierte Realität. Ungleichheit bei Macht, Reichtum und Freiheit war Teil des Alltags und ging direkt auf die römische Mythologie zurück. Freiheit war kein allgemeingültiges Recht, sondern ein Privileg und Sklaverei wurde von den Bürgern Roms nicht als falsch, sondern als Notwendigkeit angesehen. Die alten Römer waren Stoiker und erwarteten, dass man sich eben stoisch in sein Schicksal fügte. 

Das Kolosseum wurde von Sklaven gebaut und auch viele Gladiatoren waren Sklaven. | Quelle: Unsplash

Anfangs waren die meisten Sklaven sogenannte Schuldsklaven: Wenn jemand seine Schulden nicht zurückbezahlen konnte, verkaufte er sich selbst. Die Schuldsklaverei wurde 2 vor Chr. verboten, und seitdem waren eine große Anzahl der Sklaven Kriegsgefangene - 75.000 allein aus dem Ersten Punischen Krieg - aus Britannien, Ägypten, Afrika... Aber neue Sklaven wurden auch durch Piraterie - auf Sklavenhandel spezialisierte Piraten entführten Reisende und Händler - und natürlich über Nachkommen von Sklaven gewonnen. Das Kind einer Sklavin wurde automatisch Sklave, unabhängig davon, wer der Vater war. Die Sklavenmärkte florierten, einer der bekanntesten war der Markt auf Delos, der kontinuierlich von Piraten beliefert wurde. In den meisten großen Städten gab es jedoch ebenfalls Sklavenmärkte, wo Sklaven auf einem öffentlichen Platz vorgeführt wurden und potenzielle Käufer über ihren Nutzen informiert wurden. 

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Der Status von Sklaven

Die Anzahl der Sklaven und der Anteil von Sklaven in der Gesellschaft variierten zeitlich und örtlich. Auf der italienischen Halbinsel unter Augustus waren 30% der Bevölkerung Sklaven, während im römischen Ägypten Sklaven nur 10% der Gesamtbevölkerung ausmachten. Sklavenbesitz blieb er ein Vorrecht der einigermaßen Wohlhabenden. Ein bescheidener römischer Geschäftsinhaber, Handwerker oder Militärveteran besass ein oder zwei Sklaven, während die Reichen und Berühmten teilweise Hunderte von Sklaven "hielten". Sklaven stellten die unterste Klasse der Gesellschaft dar. Sie hatten keine Rechte und schon gar keinen rechtlichen Status. Sie konnten weder Beziehungen führen noch Familien gründen, noch konnten sie Eigentum besitzen. In jeder Hinsicht waren sie lediglich Eigentum eines bestimmten Eigentümers.

Für Sklaven in der Landwirtschaft war das Leben besonders hart. | Quelle: Unsplash

Nur einmal im Jahr, während des Saturnalia-Festivals, dem Vorläufer unseres Weihnachtsfestes,  waren alle Menschen in der römischen Gesellschaft annähernd gleich. Sklaven wurden für einige Tage einige Freiheiten eingeräumt, die ihnen normalerweise verweigert wurden.

Für die römische Elite waren Sklaven ein Statussymbol, und je zahlreicher (und exotischer) sie waren, desto besser, so dass wohlhabende Römer sich in der Öffentlichkeit gerne begleitet von einem Gefolge von bis zu 15 Sklaven zeigten.

Die Rolle der Sklaven

Sklavenarbeit wurde in allen Bereichen des römischen Lebens außer in öffentlichen Ämtern eingesetzt. Wenn man nicht genug Sklaven finden konnte oder Fähigkeiten benötigt würden, die nur bezahlte Arbeiter bieten konnten, arbeiteten Arbeiter und Sklaven zusammen. In der Landwirtschaft war eine solche Mischung von Arbeitskräften besonders häufig, da die Arbeit saisonabhängig war, so dass zur Erntezeit bezahlte Arbeitskräfte zur Ergänzung des Sklavenpersonals eingesetzt wurde, es aber wirtschaftlich nicht rentabel war, eine so grosse Belegschaft das ganze Jahr über aufrechtzuerhalten.

Sklaven wurden also von Privatpersonen oder vom Staat beschäftigt und in der Landwirtschaft (insbesondere im Getreide-, Wein- und Olivensektor), in Bergwerken (insbesondere für Gold und Silber), im verarbeitenden Gewerbe, im Transportwesen und in der Bildung (wo sie ihr Wissen zu Themen wie Philosophie und Medizin der römischen Welt nahebrachten) eingesetzt, aber auch im Militär (hauptsächlich als Gepäckträger und Lagerassistenten), als Gladiatoren, in der Dienstleistungsbranche, zur Buchhaltung, in Privathaushalten, in der Bauindustrie, bei Straßenbauprojekten, in öffentlichen Bädern und sogar um Aufgaben in bestimmten Kultritualen auszuführen. Sklaven waren oft spezialisiert: Einige waren Ärzte, andere züchteten Schafe. Je spezialisierter ein Sklave war, desto mehr war er wert. Das ganze System war auch sehr hierarchisch organisiert: Sklaven unterstanden Sklaven, die wiederum Sklaven unterstanden.

Kleiner Tipp am Rande: Schaue Filme, die im alten Rom spielen um mehr über das Leben von Sklaven im röischen Reich hzu erfahren.

Freigelassene Sklaven

Zumindest für eine kleine Minderheit bestand die Möglichkeit, die Freiheit zu erlangen, also ein Freigelassener oder eine Freigelassene zu werden. Die Freiheit wurde in den meisten Fällen von den Sklaven erkauft. Die Freiheit konnte absolut oder eingeschränkt sein und bestimmte Verpflichtungen gegenüber dem früheren Eigentümer beinhalten, wie z. B. die Zahlung eines Teils ihres verdienten Gehaltes als freier Mensch. Kinder einer befreiten Frau hätten keine Einschränkungen ihrer Rechte. Ehemalige Sklaven konnten rechtmässige Bürger werden und wurden teilweise sogar selbst Sklavenhalter. Andere wiederum wurden teilweise berühmte Schriftsteller! Der hohe Preis für die Freiheit und die Integration in die Gesellschaft wurde von Eigentümern auch genutzt, um Sklaven von den Vorteilen des Lebens als Sklave zu überzeugen. Das Sklaven-Dasein war aber eher ein trojanisches Pferd als ein Geschenk...

Im Forum Romanum wurden Unmengen von Kriegsbeute und Sklaven zur Schau gestellt. | Quelle: Unsplash

Sklavenaufstände

Es gibt einige Hinweise darauf, dass es Sklaven in Friedenszeiten etwas besser ging, da weniger Kriege dazu führten, dass es weniger Sklaven gab, und diese daher an Wert zunahmen. Die Römer erkannten, dass die unmenschliche Behandlung kontraproduktiv war, so dass sogar Gesetze entlassen wurden, die gegen übermäßig grausame Besitzer vorgingen. In der Praxis kann man jedoch eher davon ausgehen, dass es den Eigentümern freigestellt war, ihr Eigentum so zu behandeln, wie sie es für am besten hielten. Die bessere Behandlung der Sklaven entsprang sicher eher dem Wunsch, den Wert des Sklaven zu erhalten und keine kollektiven Aufstände der Sklaven hervorzurufen. Es wurden in dieser Zeit sogar Abhandlungen verfasst, in denen die besten Methoden des Sklaven-Managements dargelegt wurden - welche Lebensmittel und Kleidung am besten waren, welche die effizientesten Motivationsmethoden waren (z. B. Freizeit oder bessere Lebensmittelrationen) und wie man Spaltungen zwischen Sklaven schafft, damit keine gefährliche Gemeinschaft entstand.

Manchmal erwiesen sich diese sorgfältigen Strategien jedoch als unwirksam und Sklaven wendeten sich gemeinsam gegen ihre Besitzer. Das bekannteste Beispiele für solche Aufstände war der 73 v. Chr. von Spartacus in Süditalien angeführte.  

Der Aufstand von Spartacus war ebenso ungewöhnlich wie spektakulär. Spartacus war ein Gladiator, der in der römischen Armee gedient hatte, und er wurde der Anführer eines Sklavenaufstands, der an der Gladiatorschule von Capua begann. Sklaven aus dem umliegenden Land und sogar einige freie Arbeiter schlossen sich ihnen an, so dass eine Armee zusammengestellt werden konnte, die zwischen 70.000 und 120.000 Mann zählte! Erstaunlicherweise besiegte diese Sklavenarmee 73 v. Chr. nacheinander zwei römische Armeen. Ein Schock für die Römer! Schliesslich wurde der Aufstand 71 v. Chr. von Marcus Licinius Crassus endgültig niedergeschlagen. Spartacus fiel in der Schlacht und die überlebenden 6000 Sklaven wurden öffentlich gekreuzigt - eine Mahnung an alle anderen römischen Sklaven.

Der gesamte römische Staats- und Kulturapparat beruhte auf der Ausbeutung eines Teils der Bevölkerung. Wenn ein Sklave gut behandelt wurde, dann nur, um seinen Wert als Arbeiter im Falle eines zukünftigen Verkaufs zu erhalten. Sicher waren einige Sklavenhalter großzügiger als andere, und in einigen Fällen bestand die Möglichkeit, sich die Freiheit zu verdienen, aber die alltägliche Realität der überwiegenden Mehrheit der römischen Sklaven war sicherlich nicht beneidenswert.

Eine Abschaffung der Sklaverei wurde von den Römern nie erwogen.

Erst in der Spätantike ging die Sklaverei in Mitteleuropa langsam zurück und entwickelte sich in ein System der Leibeigenschaft: Leibeigenen Bauern hingen von einem Adligen ab und durften hier Land nicht verlassen. Sie hatten gegenüber ihrem Herrn hohe Abgaben zu leisten. Die Sklaverei verschwand erst im Hochmittelalter weitgehend aus Europa.

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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin, schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich besonders für Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.