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Alles, was man über das Land des Lächelns wissen sollte

Von Anna, veröffentlicht am 17/03/2019 Blog > Sprachen > Japanisch > Alles, was Du über die japanische Sprache wissen musst

„Selbst die Gedanken einer Ameise können den Himmel berühren.“ – Japanisches Sprichwort


Dieses Sprichwort steckt voller Hoffnung und Wertschätzung für die kleinen Details. Und wenn der Himmel im übertragenen Sinn für das Erlernen einer neuen Fremdsprache steht? Des Japanischen zum Beispiel?

Doch wie kann man diese als überaus schwierig und komplex geltende Sprache lernen? Wie bleibt man am Ball, auch wenn es mal nicht so vorangeht?

Superprof gibt Dir die wichtigsten Infos rund ums Thema Japanisch an die Hand!

Doch bevor man mit der herausfordernden Aufgabe beginnt, sich mit der Sprache Mishima Yukios auseinanderzusetzen, lohnt es sich, zunächst einmal einen Blick auf das Land an sich, seine Traditionen, seine Geschichte und seinen Einfluss auf die Welt zu werfen …

Von Mangas und Videospielen über die Wirtschaft bis hin zur Geschichte, Literatur und Kalligraphie – wir zeigen Dir die japanische Kultur und Sprache, die so majestätisch sind wie die weißen Gipfel des Fuji …

Die große Geschichte der Sprache Japans

Ca. 128 Millionen – so viele Menschen sprechen Japanisch als Muttersprache. Hinzu kommen etwa 1 Millionen Menschen, die Japanisch als Zweit- oder Fremdsprache gelernt haben. Damit liegt Japan auf dem 14. Platz der meistgesprochenen Sprachen der Welt, gleich hinter Deutsch (132 Mio. Sprecher).

Die Geburtsstunde der japanischen Sprache geht einigen Quellen zufolge auf ein sehr altes Datum zurück: 40.000 v. Chr., als das japanische Archipel von japanischsprechenden Menschen bewohnt wurde.

Was ist der Fuji? Majestätisch ragt der Berg Fuji in den Himmel empor. | Quelle: Pexels

Wie viele andere Sprachen war das Japanische zunächst nur mündlich verbreitet. Es dauerte heutigen Erkenntnissen nach bis zum 4. Jahrhundert n. Chr., bis Japanisch zum ersten Mal in einer schriftlichen Form auftauchte. Und zwar in Form von chinesischen Schriftzeichen. Der Grund? Chinesische buddhistische Mönche brachten die chinesische Schrift nach Japan.

Erst zur Nara-Zeit (8. Jh.) fangen die Japaner an, die chinesischen Schriftzeichen auf andere Weise zu verwenden: Sie verwenden den Laut des chinesischen Zeichens zum Schreiben eigener Wörter und entledigen das chinesische Zeichen so seiner eigentlichen semantischen Bedeutung. So entstand das Alphabet Man’yōgana. Mithilfe dieses Schriftsystems konnten die Japaner nun ihre eigene Sprache darstellen, so wie sie im Gesprochenen bereits seit Jahrtausenden verwendet wurde.

Während der Edo-Zeit (1603-1868), die auch Tokugawa-Zeit genannt wird, wurde der Grundstein der heutigen japanischen Sprache gelegt. Und in der darauffolgenden Ära, genannt Meiji-Zeit (1868-1912), fanden des Weiteren viele Wörter aus westlichen Sprachen Eingang in den Wortschatz des Japanischen.

Entstehung der Katakana und Hiragana

Zur Heian-Zeit (794-1185 n. Chr.) schrieben die Männer der gehobenen Klassen zwei Arten von Texten: Texte auf Chinesisch und Texte auf Japanisch unter Verwendung chinesischer Schriftzeichen.

Um chinesische Texte besser verständlich zu machen, fügten sie mit der Zeit zwischen den Zeilen Notizen in Man’yōgana hinzu (also eine Art Übersetzung ins Japanische). Diese Schriftzeichen wurden nach und nach immer stärker abgekürzt. So entstand das Alphabet Katakana, eins von zwei Silbenschriftsystemen in der japanischen Sprache. Dieses Schriftsystem wurde übrigens auch „Männerschrift“ (男手 – otokode) genannt.

Das zweite Silbenalphabet, Hiragana, entwickelte sich auch auf Basis des Man’yōgana-Systems: Es ist eine Form der Kursivschrift desselben und wurde auch als „Frauenschrift“ (女手 – onnade) bezeichnet.

Die japanischen Schriftsysteme – Zahlen und Fakten

Wie bereits erwähnt, gibt es also mehrere Schriftsysteme im Japanischen. Zusätzlich zu den japanischen Schriften Hiragana und Katakana gibt es noch chinesische Schriftzeichen, die noch ihre ursprüngliche Bedeutung tragen, also für ein ganzes Wort/einen ganzen Begriff stehen – die Kanji. Und auch lateinische Buchstaben finden im Japanischen Verwendung, man nennt sie dort Rōmaji.

Was muss ich beim Japanisch lernen beachten? Wenn Du Japanisch lernen willst, musst Du auch neue Alphabete lernen. | Quelle: japanisch-lernen.info

Diese Zeichen muss man sich also merken, wenn man Japanisch lernt:

Die Kanji

Es gibt 2.000 Kanji, die von der Regierung als wichtig erachtet werden und den Kindern in der Schule beigebracht werden. Wenn man sie beherrscht kann man 99 % der Zeitungsartikel lesen. (Für Anfänger sind aber erstmal die 200-300 am häufigsten verwendeten wichtig.)

Die Hiragana

Sie umfassen 50 Zeichen. Sie werden vorwiegend dafür verwendet, Wörter japanischen Ursprungs sowie japanische grammatikalische Formen und Partikel zu schreiben. Des Weiteren nutzt man sie, um die sogenannten Furigana zu schreiben, das sind Aussprachehilfen für weniger bekannte Kanji (sie stehen in der Regel über oder rechts neben den entsprechenden Kanji und finden vor allem auch in Kinder- und Jugendbüchern Anwendung).

Die Katakana

Auch sie sind 50 an der Zahl und unserer Vorstellung eines phonetischen Alphabets am ähnlichsten: Man findet Vokale wie a, e, i, o, u und Silben wie ka, ki, ku, schi, ro … Sie finden insbesondere Verwendung, wenn man Fremdwörter und entlehnte Wörter darstellen möchte.

Die Rōmaji

Das ist unser lateinisches Alphabet (natürlich ohne Umlaute und ß). Sie werden fürs bessere Verständnis von japanischen Wörtern für Ausländer verwendet (z. B. auf Straßenschildern) und auch in Kontexten, in denen japanische Schriftzeichen nicht möglich sind (URLs, E-Mail-Adressen usw.). Als Deutschmuttersprachler musst Du diese Zeichen natürlich nicht extra lernen, wir wollten sie aber der Vollständigkeit halber trotzdem hier aufführen …

Die japanische Sprache im internationalen Kontext

Das Land der aufgehenden Sonne, die Riesenmetropole Tokio und wunderschöne Landschaften, die Jahr für Jahr Millionen von Besuchern anziehen. Das verbinden wir unter anderem mit Japan … Die japanische Sprache spielt außerdem eine wichtige Rolle, wenn es darum geht japanische Werte in die Welt zu tragen.

Japanisch wird natürlich v. a. in Japan gesprochen. Kaum ein anderes Land ist so homogen, was die Muttersprache der Einwohner angeht: Fast 99 % der Japaner haben Japanisch als Muttersprache! Abgesehen davon gibt es auch noch einige Japanischsprecher in Südkorea und Taiwan (das rührt aus der Kolonialzeit Japans, als das Land der aufgehenden Sonne seine Nachbarn dominierte und deren Territorien besetzte).

Aber Japanisch ist von Asien in die ganze Welt geschwappt und mit der Sprache auch die Lust vieler Ausländer, diese zu erlernen und vielleicht sogar eine Weile im Land von Sushi, Manga und der entspannten Zen-Einstellung zu leben. Die Börse von Tokio, Geschäftsbeziehungen und die wirtschaftliche Stärke Japans (drittgrößte Volkswirtschaft der Welt) spielen natürlich auch eine wichtige Rolle für den Erfolg des Japanischen weltweit!

Was fasziniert an Japan? Tokio – die Metropole zieht Menschen aus der ganzen Welt an. | Quelle: Pexels

Doch auch die kulturellen Aspekte dürfen nicht vernachlässigt werden …

Mangas lesen und dadurch sein Japanisch verbessern

Mangas sind nach wie vor das profitabelste Exportgut Japans (in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht). Nordamerika ist einer der größten Abnehmer dieser Comicbücher, mit einem geschätzten Wert von 300 Mio. $ Anfang 2011. Eine wirklich schwindelerregende Summe …

Dank der Mangaexporte wurde die japanische Sprache in viele Ecken und Winkel der Welt transportiert.

Der Begriff Manga wurde vom Karikaturisten Katsushika Hokusai geprägt und bedeutet wörtlich übersetzt „lächerliches Bild“. Japaner haben schon von klein auf eine sehr enge Bindung zu den oft bunten Büchern und Heften und in der Grundschule werden sogar manche Themen mithilfe von Mangas behandelt.

Wenn ein Manga besonders erfolgreich ist, wird er auch manchmal zum Anime, sodass er als Zeichentrickfilm im Fernsehen läuft. Die erfolgreichsten Beispiele weisen mehr als 200 Folgen auf mit einer durchschnittlichen Länge von 26 Minuten pro Folge.

Der japanische Film: Japanisch lernen mithilfe von Filmen in der OV

Japan steht momentan an dritter Stelle weltweit was die Anzahl an produzierten Filmen angeht! Somit spielen auch japanische Filme eine Rolle, wenn es darum geht, Japanisch in die Welt zu tragen.

Um Dein Japanisch zu verbessern und gleichzeitig unterhalten zu werden, kannst Du also einen japanischen Film im Original schauen und zur Unterstützung deutsche, englische oder japanische Untertitel einschalten. Oder vielleicht kannst Du es schon so gut, dass Du keine Untertitel mehr brauchst?

Der erste japanische Filmstar war Matsunosuke Onoe. Er erschien in knapp 1.000 Filmen zwischen 1909 und 1926. Die erste bekannte Schauspielerin war die Tänzerin und Schauspielerin Tokuko (Nagai) Takagi.

Schauen wir in die neuere Zeit, sind Namen wie Hayao Miyazaki, Takeshi Kitano und Hiroyuki Sanada zu nennen, die dank amerikanischer Serien Bekanntheit erlangten.

Grammatik, Syntax und Höflichkeitsformen: die Eigenheiten der japanischen Sprache

Man hört oft, dass es wahnsinnig schwierig, ja fast unmöglich sei, Japanisch zu lernen, da diese Sprache so komplex ist. Wir bei Superprof sind nicht so pessimistisch! Ja, Japanisch ist schwer, aber wie alle anderen Sprachen kann man auch diese Sprache (mehr oder weniger gut) lernen – es ist alles eine Frage der Zeit und der Motivation!

Hier einige Regeln des Japanischen:

  • Es gibt kein Verb, das den Zustand des Seins wie das deutsche Verb „sein“ beschreibt. Stattdessen verwendet man im Japanischen eine Form, die die Natur einer Sache beschreibt, indem man ein entsprechendes Hiragana-Zeichen an ein Nomen anfügt.
  • Im Japanischen gibt es nur zwei Zeitformen: eine vollendete Form (Vergangenheitsform) und eine unvollendete Form (Gegenwartsform). Möchte man etwas Zukünftiges ausdrücken, hängt man einfach einen Zukunftspartikel an die Form des Präsens.
  • Der Wortschatz im Japanischen ist sehr präzise. Wie im Deutschen gibt es z. B. verschiedene Formen der Begrüßung, je nach Zeitpunkt im Tag: Guten Morgen – Ohayo gozaimasu, Guten Nachmittag – Konnichiwa, Guten Abend – Konbanwa.

Was ist so schwierig an der Höflichkeitssprache Keigo? Der jungen Generation in Japan wird häufig vorgeworfen, sie beherrsche die Höflichkeitssprache Keigo nicht mehr richtig. | Quelle: Pixabay

Japanisch und seine Höflichkeitsformen

Höflichkeit ist in der japanischen Kultur so wichtig, dass es extra eine eigene Höflichkeitssprache gibt, das Keigo. Die Elemente, um die Sprache höflicher zu machen sind vielfältig: Sie reichen von bestimmten grammatikalischen Formen über besondere Vokabeln und Partikel bis hin zu einer eigenen Bescheidenheitssprache.

Dabei spielen Hierarchie und soziale Beziehungen zwischen den Gesprächsteilnehmern eine extrem wichtige Rolle und man ist schnell mal ins Fettnäpfchen getreten. Aber keine Angst: Zur Höflichkeit der Japaner gehört auch, dass sie Ausländern leicht verzeihen, wenn diese nicht alle Höflichkeitsformen richtig anwenden können …

Dies sind die drei wichtigsten Höflichkeitsformen:

  • Teineigo: die normale Höflichkeitsform, die zwischen Erwachsenen verwendet wird, die weder besonders vertraut miteinander sind noch in einer bestimmten hierarchischen Stellung zueinander stehen (ähnlich wie bei uns die Sie-Form). Anwendungsbeispiele: Fremde auf der Straße, Nachrichtensprecher.
  • Sonkeigo: Das ist die respektvolle Sprache gegenüber dem Gesprächspartner oder Dritten, zu denen man in einer bestimmten Beziehung steht. Anwendungsbeispiele: Geschäftspartner, Verkäufer zum Kunden, Respektspersonen.
  • Kenjōgo: die Bescheidenheitssprache. Sie ist das Gegenstück zum Sonkeigo und wird entsprechend verwendet, um über die eigene Person (oder Familie/Firma) bescheiden zu sprechen.

Japanisch lernen online

Du fragst Dich, wie Du das alles lernen sollst? Einen ersten Überblick kannst Du Dir im Internet verschaffen. Dort findest Du auch verschiedene Beiträge zu bestimmten Themen der japanischen Sprache.

YouTube-Kanäle wie Multimedia Sprachkurse24, Einzelvideos und Webseiten können Dir dabei helfen, die Schriftzeichen zu lernen, die Aussprache zu üben und bestimmte Grammatikthemen und Vokabelfelder zu lernen, ohne gleich dafür bezahlen zu müssen …

Japanisch lernen über die Kunst der Kalligraphie

Die japanische Kalligraphietradition wird auch Shodō genannt. Sie stammt ursprünglich aus China und kam gegen 710 n. Chr. nach Japan.

Japanische Kalligraphie besteht darin, japanische Schriftzeichen als Schönschrift zu zeichnen und dabei ein ästhetisch ansprechendes und emotionales Kunstwerk zu schaffen.

Kalligraphie ist vor allem unter älteren Personen in Japan beliebt, da es eine entspannende Wirkung hat und die Konzentration und Selbstwahrnehmung stärkt.

Aber auch junge Menschen finden wieder Gefallen daran und es gab eine Art Revival in den letzten Jahren, nicht zuletzt aufgrund von beliebten Schulmeisterschaften im Shodō, bei denen Kalligraphie als Performance-Kunst zelebriert wird. Dieses Event zieht jährlich Tausende von Zuschauern an. Solltest Du mal in Japan sein, lass Dir dieses Spektakel nicht entgehen!

Aber Vorsicht! Fehler können nicht korrigiert werden, da das Kalligraphie-Kunstwerk in einem Schwung gezeichnet werden muss. Man darf nicht noch einmal zum vorherigen Strich zurück und Korrekturen vornehmen. Deshalb ist es wichtig, hochkonzentriert zu sein und seine ganze Energie zu bündeln und in diesem Moment diesem Kunstwerk zu widmen.

Der Einfluss der japanischen Kultur in der Welt

Die Kultur Japans ist auch in Deutschland sehr präsent. Es gibt zahlreiche Ausstellungen zum Land und seiner Kunst und man darf auch den Einfluss auf die Alltagskultur nicht vergessen: von Mangas über Sushi bis Haiku oder Reiki – wir Deutschen lieben das Exotische.

Warst Du schonmal Sushi essen in München? Sushi ist längst keine exotische Kuriosität mehr, sondern fest in unserem Alltag verankert. | Quelle: Pixabay

Japanisch lernen mithilfe von Videospielen

Auch Videospiele gehören natürlich zu den Exportschlagern aus Japan.

Der japanische Videospielmarkt machte 2014 einen Wert von 6,38 Mrd. Euro aus! Und laut einer Schätzung des amerikanischen Analysten App Annie ist der Videospielmarkt in Japan im Jahr 2015 noch einmal um rund 50 % gewachsen …

Kein Wunder, denn Japan ist die Wiege dreier Videospielriesen, die weltweit für ihre Spielekonsolen bekannt sind: Nintendo, Sony und Sega!

Seit den 80er-Jahren erobern Videospiele auch die westlichen Märkte und der ein oder andere japanische Ausruf von Lieblingscharakteren wie Mario & Co. ist sicher noch in den Köpfen vieler Kinder und inzwischen Erwachsenen.

Haiku: das japanische Kurzgedicht

Auch die japanische Kunst der Haikus ist in Deutschland sehr beliebt. Das Kurzgedicht fängt kleine Momente und Details ein und beschreibt so wunderschön eine Stimmung oder ein Gefühl.

Der Aufbau ist immer gleich: Das Gedicht umfasst nur drei Zeilen, im Rhythmus kurz-lang-kurz. Die Basis sind in der Regel Silben in der Aufteilung 5-7-5. Also die erste Zeile umfasst fünf Silben, die zweite sieben und die dritte dann wieder fünf.

Klingt einfach, oder? Probier’ es aus (auf Japanisch oder Deutsch) und praktiziere so aktiv die japanische Kultur!

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