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Deutsche/-r Staatsbürger/-in werden: Das erwartet Dich beim Test zur Einbürgerung in Deutschland!

Von Yeliz, veröffentlicht am 13/10/2019 Blog > Sprachen > Deutsch als Fremdsprache > Make it in Germany: Was sind die Voraussetzungen für die Einbürgerung in Deutschland?

Deutschland ist so bunt und international wie nie zuvor!

Ende 2018 wurden tatsächlich fast elf Millionen Menschen, die in Deutschland ohne einen deutschen Pass leben, erfasst.

Als Ausländer gelten in Deutschland diejenigen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Dazu zählen aber nicht die Bürger, die sowohl einen deutschen als auch einen ausländischen Pass haben.

Deutsche/-r Staatsbürger/-in werden – das bedeutet nicht mal eben einfach ein Formular auszufüllen, sondern ein deutscher Pass ist für eine ausländische Person an einige Voraussetzungen geknüpft, die sie erst erfüllen muss, um sich dann irgendwann als „Deutsche/-r” bezeichnen zu können.

Darunter gibt es auch einige Besonderheiten, die beachtet werden müssen – bei all den Bedingungen, Regeln und Ausnahmen ist es nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten.

Superprof versucht daher, die wichtigsten Informationen und Voraussetzungen zur Einbürgerung in Deutschland in einem Artikel für Dich zusammenzufassen!

Du lebst also schon lang genug in Deutschland und willst endlich den Test zur Einbürgerung in Deutschland absolvieren? Dann schauen wir mal, worauf Du alles achten musst!

Welche Rechte hast Du als deutsche/-r Staatsangehörige/-r?

Wenn Du vorhast, langfristig in Deutschland zu leben, ist eine Einbürgerung mehr als sinnvoll. Denn eine deutsche Staatsbürgerschaft eröffnet Dir auf politischer Ebene alle Möglichkeiten, um Dein demokratisches Recht voll und ganz auszunutzen.

Du kannst zum Beispiel an den Wahlen zum Parlament in Deinem Bundesland und an den Wahlen zum Deutschen Bundestag teilnehmen. Das Privileg, wählen zu können, sollte unbedingt genutzt werden – denn jede Stimme für eine bessere Welt zählt!

Aber nicht nur beim Wählen hast Du Vorteile, sondern auch beim Reisen. Solltest Du noch keinen anderweitigen europäischen Pass haben, brauchst Du beim Reisen innerhalb der Europäischen Union noch einen richtigen Reisepass. Mit der deutschen Staatsbürgerschaft geht das ganz einfach mit dem Personalausweis!

Auch hast Du das Recht, Deinen Beruf in Deutschland frei wählen zu können – das gehört zusammen mit dem Reisen unter anderem zur sogenannten „EU-Freizügigkeit”.

Durch die Einbürgerung wirst Du also gleichberechtigte Bürgerin und gleichberechtigte Bürger mit allen Rechten und Pflichten, die man als deutsche/-r Staatsbürger/-in hat.

Reines innerhalb Europas – mit der deutschen Staatsbürgerschaft ganz leicht! | Quelle: Pixabay

Das sind Deine Rechte als deutscher Staatsbürger und deutsche Staatsbürgerin einmal zusammengefasst:

  • Allgemeines Wahlrecht
  • Erlangung der sog. Deutschengrundrechte
  • Unverwirkbares Aufenthaltsrecht
  • Zugang zum Beamtenstatus
  • EU-Freizügigkeit
  • Konsularischen Schutz im Ausland
  • Visafreiheit in vielen Ländern der Welt

Wie Du also siehst, erwarten Dich mit der Einbürgerung in Deutschland einige Vorteile! Nur mit einer deutschen Staatsbürgerschaft kannst Du all Deine Rechte und Privilegien in Deutschland voll und ganz ausnutzen.

Doch – ab wann und wie kannst Du überhaupt durch eine Einbürgerung Deutsche oder Deutscher werden?

Wir zeigen Dir, welche Voraussetzungen Du erfüllen musst!

Welche Bedingungen gelten für eine Einbürgerung?

Wenn Du bereits 16 Jahre alt oder älter bist, kannst Du einen Antrag auf Einbürgerung stellen. Für Kinder gelten da andere Regelungen – den Einbürgerungsantrag müssen somit ihre gesetzlichen Vertreter beantragen, in der Regel sind das die Eltern.

Bist Du nicht von Geburt an Deutsche oder Deutscher, hast Du zwar Anspruch auf Einbürgerung, musst aber dennoch einige Voraussetzungen erfüllen.

Dabei gibt es verschiedene Regelungen – Regelungen, die Deinen gesetzlichen Anspruch auf Einbürgerung legitimieren oder aber es ist der Fall, dass Deine Einbürgerung im Ermessen der Behörde steht.

Solltest Du also nicht alle Voraussetzungen für einen Einbürgerungsanspruch erfüllen, heißt das nicht, dass Du nicht nach Ermessen eingebürgert werden kannst.

Schauen wir mal, welche grundsätzlichen Bedingungen für einen Anspruch auf Einbürgerung bestehen:

Du lebst seit mindestens acht Jahren legal in Deutschland.
Diese Voraussetzung erfüllst Du, wenn Dein Lebensmittelpunkt in der Bundesrepublik Deutschland liegt.

Du besitzt zum Zeitpunkt der Einbürgerung ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder eine Aufenthaltserlaubnis.
In bestimmten Fällen genügt auch der Besitz einer befristeten Aufenthaltserlaubnis. Wenn Du allerdings zum Zeitpunkt der gewünschten Einbürgerung nur eine Aufenthaltsgestattung oder Duldung hast, ist dies nicht ausreichend.

Du kannst den Lebensunterhalt für Dich und für Deine unterhaltsberechtigten Familienangehörigen ohne Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II bestreiten.
Bei dieser Regelung gibt es einige Ausnahmen – zum Beispiel, wenn Du durch eine betriebsbedingte Kündigung arbeitslos geworden bist, die mit Deinem Verhalten an der Arbeitsstelle nichts zu tun hatte. Solltest Du von Sozialhilfe betroffen sein, erkundige Dich am besten, wie genau die Ausnahmeregelungen aussehen.

Du hast ausreichend Deutschkenntnisse.
Für die Einbürgerung musst Du zwar die deutsche Sprache nicht perfekt beherrschen, doch Deine mündlichen und schriftlichen Deutschkenntnisse sollten mindestens auf B1-Niveau durch eine Sprachprüfung nachgewiesen sein.

Du hast den Einbürgerungstest bestanden.
Mit dem Einbürgerungstest weist Du Deine Kenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung nach. Du musst in der Regel keinen Einbürgerungstest machen, wenn Du einen deutschen Schulabschluss oder ein Studium in Rechts-, Sozial- oder Politikwissenschaften in Deutschland abgeschlossen hast. Keine Angst – auf diesen Test kannst Du Dich mit dem Fragenkatalog zur Vorbereitung auf den Einbürgerungstest gut vorbereiten!

Keine Panik – auf den Einbürgerungstest kannst Du Dich gut vorbereiten! | Quelle: Pixabay

Du bekennst Dich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. 
Das Grundgesetz ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland – beantragst Du die deutsche Staatsangehörigkeit, musst Du Dich sowohl schriftlich als auch mündlich zu der Verfassung bekennen.

Du bist nicht wegen einer Straftat verurteilt.

Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit. 
Bei der Einbürgerung musst Du Deine bisherige Staatsangehörigkeit grundsätzlich aufgeben – manchmal sieht auch schon die Regelung Deines Herkunftsstaats vor, dass Du Deine alte Staatsangehörigkeit durch die Einbürgerung verlierst. Allerdings gibt es auch einige Ausnahmen – mehr dazu später.

Letztendlich gibt es bei den Voraussetzungen zur Einbürgerung in die Deutsche Bundesrepublik viele Besonderheiten und jeder Fall ist individuell. Deshalb ist es ratsam, dass Du vor dem Antrag auf Einbürgerung ein Beratungsgespräch bei der Einbürgerungsbehörde führst.

Welche Behörde für Dich zuständig ist, erfährst Du in der Stadt- oder Kreisverwaltung, im Bezirksamt oder in der Ausländerbehörde der Gemeinde, in der Du lebst.

Mit Sicherheit interessiert es Dich, wie so ein Antrag auf Einbürgerung überhaupt aussieht. Darüber wollen wir Dich im Folgenden aufklären!

Antrag auf Einbürgerung: Wie muss er aussehen und welche Unterlagen brauche ich?

Ganz wichtig beim Antrag auf Einbürgerung, wenn Du mindestens 16 Jahre alt bist: Du musst den Einbürgerungsantrag selbst stellen!

Welche Einbürgerungsbehörde für Dich zuständig ist, erfährst Du, wie bereits erwähnt, bei der Stadt- oder Kreisverwaltung, dem Bezirksamt oder bei der Ausländerbehörde Deines Wohnortes. Meistens kannst Du das auch ganz einfach im Internet nachgucken!

Den Antrag auf Einbürgerung findest Du meist bei Deiner zuständigen Einbürgerungsbehörde oder sogar im Internet – wie beispielsweise den Antrag auf Einbürgerung des Bundeslandes Niedersachsen.

In einem Beratungsgespräch mit der zuständigen Behörde, kannst Du genau klären, welche Unterlagen Du noch alles brauchst. Wir können Dir aber einen kleinen Überblick über die allgemein benötigten Unterlagen zur Einbürgerung geben:

  • Antrag auf Einbürgerung natürlich.
  • Informationsblatt zur Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung.
  • Belehrung zur Angabe von strafrechtlichen Verurteilungen/Ermittlungsverfahren.
  • Gültiger Pass mit gültigem Aufenthaltstitel (Original und Kopie).
  • Ein aktuelles Passfoto.
  • Handgeschriebener Lebenslauf in ganzen Sätzen.

Papierkram mag natürlich niemand – so viel ist es beim Antrag auf Einbürgerung aber nicht! | Quelle: Pixabay

Des Weiteren brauchst Du noch ein Sprachschulzeugnis im Original und als Kopie (standardisierte Prüfung Stufe B1), das von einem staatlich anerkannten Bildungsträger  (Telc, TestDaF oder Goethe-Institut) ausgestellt wurde. Alternativ geht auch:

  • Mindestens deutsches Hauptschulabschlusszeugnis (Original und Kopie).
  • Versetzungszeugnis in die zehnte Klasse einer weiterführenden deutschsprachigen Schule (Original und Kopie).
  • Prüfungszeugnis über eine erfolgreich abgeschlossene deutsche Berufsausbildung (Original und Kopie).
  • Diplom einer deutschsprachigen Hochschule (Original und Kopie).

Schulpflichtige Kinder benötigen zudem eine aktuelle Schulbescheinigung und alle Zeugnisse im Original und als Kopie.

Weitere benötigte Unterlagen zur Einbürgerung in Deutschland sind:

  • Unterlagen zum Nachweis der Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland (Hauptschulabschlusszeugnis oder Einbürgerungstest).
  • Personenstandsurkunden.
  • Bei Geburt, Eheschließung und Scheidung im Ausland: Geburtsurkunde mit deutscher Übersetzung, Heiratsurkunden/Lebenspartnerschaftsurkunden mit deutscher Übersetzung und Scheidungsurteile mit Rechtskraftvermerk mit deutscher Übersetzung. Alles jeweils in Original und als Kopie.
  • Bei Geburt, Eheschließung und Scheidung im Inland: Neue beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister mit allen Hinweisen vom Standesamt, neue beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister mit allen Hinweisen vom Standesamt und Scheidungsurteile mit Rechtskraftvermerkt. Auch hier gilt: Alles in Original und als Kopie.
  • Einkommensnachweise: Gegebenfalls Nachweise der Eltern, bei Eheleuten/Lebenspartnern für beide Lebenspartner.

Die Einbürgerung in Deutschland kostet grundsätzlich pro Person 255 Euro. Wenn Dir die Zahlung der Gebühr Probleme bereitet, besteht in Abstimmung mit der Behörde die Möglichkeit, von der Gebühr abzuweichen und eine geringere oder gar keine Gebühr anfallen zu lassen.

Möchtest Du Deine alte Staatsangehörigkeit behalten? Wir zeigen Dir, in welchen Fällen das möglich ist!

In welchen Fällen kann ich meine alte Staatsangehörigkeit behalten?

Mit der deutschen Staatsangehörigkeit ist vorgesehen, das Entstehen von Mehrstaatigkeit nach Möglichkeit zu vermeiden. Das heißt, dass Deine bisherige Staatsangehörigkeit eigentlich nicht bestehen bleiben sollte.

Allerdings wäre dies keine Regel, wenn sie keine Ausnahme beinhalten würde – in welchen Fällen kannst Du also Deine bisherige Staatsangehörigkeit behalten?

Im Folgenden führen wir die wichtigsten Ausnahmeregelungen auf, die Du aber am besten mit Deiner zuständigen Behörde nochmal genauer besprichst!

Manchmal gibt es nach dem Gesetz des bisherigen Staates gar kein Recht und damit auch keine Möglichkeit, aus der bisherigen Staatsangehörigkeit auszutreten. Ist dies bei Dir der Fall, wirst Du unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit eingebürgert.

Bei Staatsangehörigen aus Afghanistan, Algerien, Angola, Eritrea, Iran, Kuba, Libanon, Malediven, Marokko, Nigeria, Syrien, Thailand und Tunesien ist es gegenwärtig, dass das Land regelmäßig die Entlassung aus der Staatsangehörigkeit verweigert. Auch hier wird die Mehrstaatigkeit hingenommen.

In einigen Fällen wird die Mehrstaatigkeit hingenommen. | Quelle: Pixabay

Sollte Dein bisheriger Staat unzumutbare Bedingungen an eine Entlassung stellen, wie zum Beispiel überhöhte Gebühren, musst Du Deine bisherige Staatsangehörigkeit ebenfalls nicht aufgeben.

Dabei ist nicht jede Bedingung, die der andere Staat stellt, gleich unzumutbar. Zum Beispiel, wenn der andere Staat noch berechtigte Ansprüche an Dich hat und die Entlassung deshalb verweigert, wie beispielsweise die Rückzahlung eines vom Staat gewährtem Stipendiums oder im Grundsatz auch die Wehrpflicht.

Auch wenn Du einer besonders schutzbedürftigen Gruppe angehörst, wenn Du zum Beispiel als Flüchtling anerkannt wurdest, wird die Mehrstaatigkeit hingenommen und geprüft, ob die Verfolgung fortbesteht.

Eine Sonderregelung gilt für Bürger und Bürgerinnen eines Staates der Europäischen Union und der Schweiz – in diesem Fall musst Du Deine bisherige Staatsangehörigkeit vor der Einbürgerung nicht ablegen.

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