Innerhalb von 20 Jahren hat sich die Zahl der Lateinsprecher halbiert.

Diese alte Sprache ist jedoch in vielerlei Hinsicht nützlich: Romanische Sprachen lernen, unsere eigene Sprache besser verstehen, die Rechtschreibung verbessern oder die alte Geschichte und Mythologie kennenlernen - all diese Dinge sprechen dafür, sich mit der Sprache der alten Römer auseinanderzusetzen!

Wenn Du bereits etwas Latein kannst, willst Du vielleicht noch etwas mehr über diese alte Sprache erfahren:

  • Wie wurde das lateinische Alphabet erfunden?
  • Wie lernst Du diese ausgestorbene Sprache am besten?
  • Wird die deutsche Grammatik durch Latein beeinflusst?
  • Welche offiziellen oder nicht-offiziellen Sprachen stammen aus dem Lateinischen?

Alle diese Fragen werden in diesem Artikel beantwortet.

Woher stammt das lateinische Alphabet?

Die lateinische Schrift kommt vor allem aus Mesopotamien, das heute dem Nahen Osten entspricht. Dort ist das Schriftsystem entstanden, das sich später zum lateinischen Alphabet entwickelt hat.

Unser Alphabet hat daher einen semitischen Ursprung. So entstand aus der ägyptischen Hieroglyphen die Keilschrift von Phönizien.

Noch viel später benutzten die Griechen das phönizische Alphabet, um daraus ihr eigenes Alphabet zu kreieren.

Die Etrusker sind die Schöpfer des lateinischen Alphabets. Sie benutzten das griechische Alphabet, um das Alphabet zu erschaffen, das wir heute kennen. Die etruskische Sprache bleibt jedoch ein Rätsel. Selbst Sprachexperten sind, auch wenn sie die Sprache lesen können, nicht in der Lage, sie zu verstehen.

Wie hat sich das lateinische Alphabet entwickelt?
Erfahrt hier, wie sich das lateinische Alphabet entwickelt hat. Quelle: Jason Leung on Unsplash

Die etruskische Zivilisation verbreitete sich in ganz Italien aus. Im 3. Jahrhundert gab es 20 Buchstaben im lateinischen Alphabet:

A, B, C, D, E, F, H, I, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, V, X. 

Ursprünglich wurde die Schrift verwendet, um Gedichte, literarische Texte, aber vor allem Reden zu transkribieren, wobei Latein vor allem eine mündliche Sprache ist. Es gab nur Großbuchstaben, bis Karl der Große die Schrift durch die Einführung von Kleinbuchstaben im Jahr 771 reformierte.

In der Renaissance festigte die Erfindung des Buchdrucks endgültig das 26-stellige lateinische Alphabet. Seitdem hat es keine wesentlichen Änderungen mehr gegeben. Nur die Schrift selbst entwickelt sich, ebenso wie das Vokabular jeder Sprache.

Welche Wörterbücher für Latein - Deutsch sind die besten?

Es gibt eine ganze Menge Wörterbücher für Latein - Deutsch, die für unterschiedliche Budgets geeignet sind.

  • Der Stowasser: Dieses Wörterbuch ist ein Klassiker im Lateinunterricht und bereits ab 25 Euro erhältlich. Du findest dort nicht nur die wichtigsten lateinischen Begriffe, sondern auch ein extra Verzeichnis für Eigennamen.
  • PONS Wörterbuch für Schule und Studium Latein: Extra für Schüler und Studenten konzipiert, kannst Du mit diesem Wörterbuch die Vokabeln aus dem Lateinunterricht nochmal nachschlagen und vertiefen. Der Preis beträgt ebenfalls etwa 25 Euro.
  • Langenscheidt Großes Schulwörterbuch Lateinisch - Deutsch Klausurausgabe: Dieses Wörterbuch richtet sich speziell an Schüler der Oberstufe. Der Inhalt des Buches eignet sich hervorragend für die Klausurvorbereitung im Fach Latein.

Wenn Du nicht immer Platz für ein Wörterbuch in der Tasche hast, sind Online-Wörterbücher eine tolle Alternative. Sie sind vor allem dann für Dich geeignet, wenn Du viel unterwegs bist – das einzige, was Du benötigst, ist eine funktionierende Internetverbindung! Mit einem Smartphone oder Tablet kannst Du auf Reisen, in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch ganz bequem von zuhause aus auf eine Menge lateinischer Übersetzungen zugreifen.

Was sind die besten Wörterbücher für Latein - Deutsch?
Es gibt eine große Auswahl an Wörterbüchern für Latein - Deutsch. Quelle: Aaron Burden on Unsplash

Hier ein paar der bekanntesten Online-Wörterbücher für Latein - Deutsch:

  • Navigium.de: Auf dieser Seite findest Du unter anderem ein umfangreiches Wörterbuch zu lateinischen Grundbegriffen und den jeweiligen deutschen Übersetzungen sowie Deklinations- und Konjugationstabellen lateinischer Wörter.
  • Die Online-Wörterbücher von PONS und Langenscheidt: Nicht nur in Buchform haben sich PONS und Langenscheidt als Nachschlagewerke etabliert. Online findest Du einen umfangreichen Katalog mit lateinisch - deutschen Übersetzungen sowie nützlichen Zusatzinformationen.

Wie kannst Du die lateinischen Deklinationen leicht lernen?

Im Lateinischen gibt es:

  • 5 Deklinationen (Singular und Plural, Femininum, Maskulinum und Neutrum) und
  • 6 Fälle (Nominativ, Vokativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ, Ablativ).

Sie zu lernen ist für jeden, der Latein lernen möchte, unerlässlich. Die Deklination eines Subjekts oder Adjektivs hängt von seiner Funktion im Satz ab. So übernimmt der Vokativ zum Beispiel die Funktion des Appells oder Aufrufs.

Es liegt an dir, wie Du die fünf lateinischen Deklinationen lernen willst.

  • 1. Deklination: rosa, ae, f,
  • 2. Deklination maskulin: dominus, i, m,
  • 2. Deklination Neutrum: templum, i, n,
  • 3. Deklination (die schwierigste!)
    • Gleichsilbige Substantive maskulin oder feminin : civis, is, m,
    • Gleichsilbige Substantive Neutrum: mare, is, n,
    • Ungleichsilbige Substantive maskulin oder feminin : consul, is, m,
    • Ungleichsilbige Substantive Neutrum: corpus, is, n.
  • 4. Deklination maskulin / feminin : manus, us, f,
  • 4. Deklination Neutrum : cornus, us, n,
  • 5. Deklination : res, rei, f.

Jetzt, wo Du weißt, wovon wir sprechen, haben wir Dir einige Tipps zusammengefasst, damit Du dir all diese komplizierten Dinge auch gut merken kannst:

  • Nutze die Theorie der multiplen Intelligenzen: Die Sprachliche Intelligenz, die logisch-mathematische Intelligenz und die räumliche Intelligenz eignen sich besonders gut, um Latein zu lernen. Verbalisieren das, was Du bezüglich der Deklinationen empfindest und erstelle Tabellen, verwende Farbcodes oder gestalte Diagramme - hier ist Deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt!
  • Die lateinischen Deklinationen singen: Versucht, ein Lied zu erfinden, um Euch die Deklinationen besser einzuprägen oder um berühmte lateinische Zitate besser beizubehalten. Und wenn Ihr dafür keine Muße habt – keine Sorge, es haben schon ein paar Musiker vorgelegt!
Singen kann Dir beim Latein Lernen weiterhelfen!
Wenn Du die lateinischen Deklinationen in ein Lied verpackst, kann Dir das beim Lernen helfen! Quelle: Bruce Mars on Unsplash
  • Lernen mit Lateinübungen: Nichts ist beim Sprachenlernen besser geeignet, als das Gelernte anzuwenden. Es gibt viele lateinische Übungsaufgaben zu den Deklinationen, die Dir auf Websites wie uebungskoenig.de zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen.
  • Übe gemeinsam mit einem Lehrer für Nachhilfe Latein: Wenn nichts von den obigen Optionen für Dich funktioniert oder Du nicht weißt, wie Du selbstständig arbeiten sollst, engagiere einen Nachhilfelehrer für Latein! Er wird die besten Methoden haben, die Dir dabei helfen, Dir den Lateinstoff einzuprägen.

Welche lateinischen Ausdrücke verwenden wir auch im Deutschen?

Viele lateinische Ausdrücke der römischen Sprache haben im Laufe der Jahrhunderte in unserem deutschen Wortschatz einen Platz ergattert. Und als kleiner Tipp: Bei einer wissenschaftlichen Arbeit hinterlässt die Verwendung lateinischer Begriffe einen guten Eindruck! Hier ein paar Beispiele:

  • Alea jacta est (= die Würfel sind gefallen): Dieses Zitat wird von Menschen verwendet, die dem Schicksal trotzen und kann verglichen werden mit der deutschen Redewendung “Komme, was wolle”.

  • Ad vitam aeternam (= für das ewige Leben): Man kann in einer Liebes- oder freundschaftlichen Beziehung “für immer und ewig” schwören, das heißt für die Unendlichkeit.

  • Aurea mediocritas (=goldener Mittelweg) steht metaphorisch dafür, dass man ein zufriedenes, sorgenfreies Leben im Mittelmaß genießen kann.

  • Cogito, ergo sum (= Ich denke, also bin ich). Dieses Zitat stammt aus René Descartes’ “Discours de la methode” 1637 und drückt die einzige Sicherheit aus, die sich methodischen Zweifeln widersetzt.

  • Errare humanum est (= Irren ist menschlich) - Eine philosophische Maxime, die darauf abzielt, Menschen Fehlern zu vergeben, da sie nicht perfekt sind. Diese Maxime führt aber auch dazu, die Fehler zu begreifen und sich selbst zu verbessern.

  • Memento Mori (= Denke daran, dass du sterben wirst!). Diese Formulierung stammt aus dem mittelalterlichen Christentum und der griechisch-römischen Zeit. Es drückt die Vergänglichkeit des irdischen Lebens aus und deutet auf Askese hin.

Suchst Du nach mehr Zitaten und Redewendungen, mit denen Ihr in Eurem nächsten Essay oder Aufsatz glänzen könnt?

Welche modernen Sprachen haben lateinische Wurzeln?

Heute sprechen 430 Millionen Menschen eine lateinische Sprache, was fast 8% der Weltbevölkerung entspricht.

Die Mehrheit der in Europa gesprochenen Sprachen ist indoeuropäisch, d.h. Sprachen, die von Europa bis Indien gesprochen werden (von Griechisch über Französisch bis Spanisch, Okzitanisch und Portugiesisch).

Viele moderne Sprachen haben ihre Wurzeln im Lateinischen.
Viele moderne Sprachen wie Italienisch haben ihre Wurzeln im Lateinischen. Quelle: Jonathan Bean on Unsplash

Es gibt viele romanische Sprachen, vor allem in Europa, wo das Römische Reich seit vielen Jahrhunderten seinen Einfluss ausübt und die römische Sprache insbesondere im Mittelmeerraum verbreitet.

Das vulgäre Latein hat sich zuerst zur ländlichen romanischen Sprache entwickelt und danach allmählich zu den verschiedenen Sprachen, die wir heute kennen. Die Sprachen, die dem Latein am nächsten sind, sind folgende:

  • Italienisch 
  • Spanisch 
  • Rumänisch 
  • Okzitanisch
  • Portugiesisch
  • Französisch

Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen diesen Sprachen, wie in der folgenden Tabelle dargestellt:

LateinItalienischSpanischRumänischOkzitanischPortugiesischFranzösisch
ClaveChiaveLlaveCheieClauChaveClé
NocteNotteNocheNoapteNuèit/nuèchNoiteNuit
CantareCantareCantarCîntaCantarCantarChanter
CapraCapraCabraCapraCabraCabraChèvre
LinguaLinguaLenguaLimbaLengaLinguaLangue
PlateaPiazzaPlazapiaţǎPraçaPlacePlace

Diese Ähnlichkeiten sind jedoch nur schriftlich gegeben. Mündlich unterscheiden sich die lateinischen Sprachen stark voneinander, insbesondere das Französische, das auch germanische Wurzeln beinhaltet.

Außerdem gibt es natürlich Unterschiede in Bezug auf die jeweilige Geschichte jedes Landes. Jede Sprache hat sich je nach historischen Ereignissen aus anderen Sprachen bedient. Zum Beispiel wurde Frankreich aus dem Arabischen, Spanischen und Italienischen beeinflusst, während sich Spanisch durch Französisch und Arabisch veränderte und Italienisch durch Französisch, Rumänisch und Dakisch.

Es gibt verschiedene lateinische Sprachgruppen, die nach ihrer Ähnlichkeit klassifiziert werden:

  • Die ibero-romanische Gruppe ist in weitere Untergruppen unterteilt: die spanische, portugiesische und katalanische Gruppe.
  • Zur Occitano-Romanischen Gruppe gehören Französisch, Gascon, Languedoc, Provençal, Auvergne-Limousin und Alpine-Dauphinois (Italien).
  • Die italienisch-romanische Gruppe umfasst alle italienischen Dialekte: Piemontesisch, Lombardisch, Ligurisch, Emilianisch, Bolognesisch, nahe dem Französischen durch Aussprache. Aber auch: Toskanisch, Korsisch, Sardisch, Römisch, Kampanisch, Sizilianisch, Kalabrisch.
  • Die gallo-romanische Gruppe besteht aus mehreren Sprachen: Wallonisch, Picard, Normannisch, Berrichon, Champagnisch, Franche-Comté, Burgund, Bourbonnais, Tourangeau, Angevin, Poitevin, Saintongeais, Gallonisch
  • Für die rätoromanische Gruppe sind Friaulisch und Ladinisch in Italien und Romanisch in der Schweiz zu erwähnen.
  • Schließlich umfasst die Balkan-Romanische Gruppe Daco-Rumänisch, aber auch ausgestorbene Sprachen wie Istro-Rumänisch und Aromanisch.

 

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Julia

lebt in Hamburg, hat eine Leidenschaft für Reisen in nahe und ferne Länder und liebt gutes Essen mit guten Freunden!