„Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.“

– Gustav Mahler

Für eine Studie wurden 2018 Menschen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA zu ihrem Musikhörverhalten befragt. 70% von ihnen gaben an, täglich Musik zu hören. Fast genauso viele (zwei Drittel) gaben an, dass Musik sie glücklich macht.

Musik ist nicht nur das, was sich in Noten aufschreiben lässt. Auch die Emotionen, die die Musiker*innen in ihr Spiel einfließen lassen gehören dazu und verschaffen uns ein intensives Erlebnis. Ganz besonders gilt das natürlich für die Improvisation.

Um improvisieren zu können, muss man die Tonleitern kennen und spielen können. Aber auch schon lange bevor Du damit anfängst, können Dir die Tonleitern beim Gitarre spielen lernen helfen: Du lernst Dein Griffbrett kennen, verstehst wie Akkorde aufgebaut sind und kannst sie als technische Fingerübungen benutzen.

Wenn Du Dich also fragst: „Wo sind die Töne auf der Gitarre?“, kannst Du das hiermit lernen. Ich gebe Dir hier eine Übersicht der Gitarre Tonleitern.

Und willst Du dann noch mehr rund um's Thema Gitarre lernen, lies unsere weiteren Artikel oder treffe eine*n unserer Gitarrenlehrer*innen - persönlich oder über einen Online Gitarrenkurs per Webcam - und spiele schon bald Deinen ersten Song!

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Was bringt es, die Tonleitern zu kennen?

In einem ersten Schritt müssen wir die Frage klären, was eine Tonleiter überhaupt ist: Bei einer Tonleiter handelt es sich um eine Abfolge von Tönen, die nach ihrer Tonhöhe geordnet sind. Jede Art von Tonleiter folgte einem bestimmten Muster, das ihren Klangcharakter ausmacht.

Wir werden uns in diesem Artikel insbesondere den Dur- und Moll-Tonleitern zuwenden, die aus sieben verschiedenen Tönen bestehen und die Grundlage für einen Großteil der Musik, die Dir als Gitarrenanfänger*in begegnen wird, bilden.

Wenn Du die Tonleitern kennst, fällt es Dir leichter nachzuvollziehen, warum eine Melodie welche Töne verwendet, wie Akkorde aufgebaut sind und schließlich auch welche Akkorde besonders gut zueinander passen. Sie bilden die Grundlage, um die Harmonielehre zu verstehen und anwenden zu können.

Die Musiktheorie ist für Musiker*innen ein außerordentlich nützliches Hilfsmittel, um ihr Instrument und die Funktionsweise von Musik verstehen zu lernen. Wenn Du, beispielsweise, auf der Gitarre improvisieren willst, wirst Du zuerst die Tonart des Stückes bestimmen und Dir dann die zu den Akkorden passenden Tonleitern heraussuchen. Damit hast Du dann eine Auswahl an Tönen zur Verfügung, die auf jeden Fall passen werden.

Mit etwas Übung wirst Du das irgendwann ohne viel nachzudenken können. Je früher Du anfängst, Tonleitern auf der Gitarre zu üben, umso leichter wird es Dir fallen, sie in Deinem Spiel auch anzuwenden und interessant zu gestalten.

Basiswissen, um Tonleitern zu verstehen

Das reine Auswendiglernen der Tonleitern kann sich als ziemlich trocken, langweilig und vor allem ineffizient erweisen. Die gute Nachricht ist: es ist gar nicht nötig jede einzelne Tonleiter zu büffeln. Vielmehr geht es darum zu verstehen, wie sie gebildet werden. Das Konzept lässt sich dann auf andere Tonarten übertragen.

Der erste Schritt besteht darin, die Intervalle zu kennen. Der Begriff Intervall bedeutet wörtlich übersetzt „Zwischenraum“ und bezeichnet in der Musik den Tonhöhenabstand zwischen zwei Tönen.

Um die Musiktheorie zu erklären, werden Noten verwendet; auch für Gitarre.
Um Gitarre zu lernen, muss man nicht unbedingt Noten lesen können. Es kann aber dabei helfen, die Theorie besser zu verstehen. | Quelle: Joshua Woroniecki via Unsplash

Unser westliches Tonsystem besteht nur aus 12 verschiedenen Tönen. Diese wiederholen sich dann, höher oder tiefer, endlos und immer in der gleichen Reihenfolge. Zwischen den einzelnen Tönen liegt jeweils ein Tonabtsand von einem Halbton. Jedem Intervall-Namen ist eine bestimmte Anzahl an Halbtönen zugeordnet.

  • reine Prime (r1): 0 Halbtonschritte (identisch mit Ausgangston)
  • kleine Sekunde (k2): 1 Halbton
  • große Sekunde (g2): 2 Halbtöne
  • kleine Terz (k3): 3 Halbtöne
  • große Terz (g3): 4 Halbtöne
  • reine Quarte (r4): 5 Halbtöne
  • übermäßige Quarte / verminderte Quinte (ü4 / v5): 6 Halbtöne
  • reine Quinte (r5): 7 Halbtöne
  • kleine Sexte (k6): 8 Halbtöne
  • große Sexte (g6): 9 Halbtöne
  • kleine Septime (k7): 10 Halbtöne
  • große Septime (g7): 11 Halbtöne
  • reine Oktave (r8): 12 Halbtöne

Es kann vorkommen, dass Intervalle ohne die Zusätze groß, klein, rein etc. angegeben werden. Welches genau gemeint ist, ergibt sich dann aus dem Kontext (z.B.: wenn über Moll gesprochen wird ist eine kleine Terz gemeint, in Dur eine große). Das wirst Du besser verstehen, wenn Du Dir die folgenden Abschnitte über die verschiedenen Tonarten und ihre Eigenschaften durchgelesen hast.

In der Notenschrift werden sieben Töne ohne Vorzeichen (# oder b) notiert. Dabei handelt es sich um die Töne aus der C-Dur-Tonleiter. Alle weiteren Töne werden dargestellt, indem man einen Ton mit einem # um einen Halbton erhöht oder mit einem b um einen Halbton erniedrigt.

Die chromatische Tonleiter auf der Gitarre

Die chromatische Tonleiter besteht aus 12 verschiedenen Tönen, die jeweils einen Halbtonschritt auseinanderliegen. Es sind also, vereinfacht gesagt, alle Töne innerhalb einer Oktave.

Da in einer chromatischen Tonleiter alle Töne vorkommen, ist sie atonal - sie hat keine Tonart. Du kannst sie von jedem beliebigen Ton aus beginnen und musst überhaupt nichts verändern.

Du erhältst eine chromatische Tonleiter auf der Gitarre, indem Du auf einer Saite einfach immer einen Bund weiterrutschst, bis Du beim 13. Ton (der Oktave des Anfangstons) angekommen bist.

Du kannst sie aber auch in einer festen Position über mehrere Saiten spielen. Eine Möglichkeit dafür ist die Fingerübung „die Spinne“. Dafür spielst Du jeweils vier Töne pro Saite und benutzt für jeden Ton einen anderen Finger. Damit trainierst Du die Beweglichkeit und Unabhängigkeit der Finger Deiner linken Hand.

Achte während der Übung darauf, dass die Greifhand die korrekte Haltung beibehält. Der Daumen liegt nach oben gerichtet auf der Hinterseite des Griffbretts auf. Die anderen vier Finger sind genau gegenüber; leicht gekrümmt, damit nur die Saite berührt wird, die gespielt werden muss.

Mit der rechten Hand schlägst Du mit einem Plektrum die jeweilige Saite im Wechselschlag an. Damit trainierst Du die Koordination Deiner beiden Hände.

Benutze ein Metronom, um im Takt zu bleiben. Nimm Dir die Zeit, erstmal sehr langsam und präzise zu spielen. Mit der Zeit kannst Du das Tempo in kleinen Schritten steigern.

Wozu kannst Du eine chromatische Tonleiter gebrauchen?

  • Sich einspielen: Zu Beginn einer Übungseinheit sollte man sich einspielen. Die chromatische Tonleiter ist nicht besonders kompliziert und hilft Dir, Dich schonend aufzuwärmen.
  • Fingerübungen: Wenn Du die chromatische Tonleiter einmal gut kennst, kannst Du anfangen sie zu variieren und zahlreiche Koordinationsübungen für Deine linke Hand davon ableiten.
  • Improvisationen verfeinern: Die chromatische Tonleiter ist die Grundlage, um bei Improvisationen Töne umspielen zu können oder Überleitungen zwischen verschiedenen Tonarten zu gestalten.

Die chromatische Tonleiter ist die Grundlage, um unser Tonsystem verstehen zu können. Sie wird Dich während Deiner gesamten Musikkarriere begleiten, egal ob Du klassische Gitarre, Westerngitarre oder elektrische Gitarre spielst.

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Die Dur-Tonleiter auf der Gitarre

Die vielleicht bekanntesten und am meisten benutzten Tonleitern sind die aus sieben Tönen bestehenden Dur-Tonleitern.

Sie gehört zu den ersten, die man im Gitarrenunterricht lernt und von ihr lassen sich viele andere Tonleitern ableiten. Je besser Du sie verstehst, umso leichter wird es Dir danach fallen, die anderen zu lernen.

Auch wenn es Dir nicht bewusst bist, kennst Du sie bestimmt schon. Das Kinderlied „Alle meine Entchen“ ist eine fast komplette Dur-Tonleiter (es fehlen nur zwei Töne).

Um die Dur-Tonleitern zu verstehen, hilft es, sich eine Klaviertastatur anzuschauen. Die weißen Tasten sind die Töne der C-Dur-Tonleiter. Wenn Du weißt, dass alle Tasten auf einem Klavier (egal ob schwarz oder weiß) jeweils einen Halbton auseinander liegen, kannst Du jetzt schon auf einen Blick eine Struktur erkennen.

Die C-Dur-Tonleiter braucht auf dem Klavier nur weiße Tasten.
Tonleitern kann man sich einfacher merken, wenn man sie auf den Klaviertasten anschaut.

Wenn Du die Struktur der Dur-Tonleitern kennst, musst Du nicht jede einzeln auswendig lernen. Du kannst sie selbst auf jeden beliebigen Grundton anwenden:

  • I zu II: Ganzton
  • II zu III: Ganzton
  • III zu IV: Halbton
  • IV zu V: Ganzton
  • V zu VI: Ganzton
  • VI zu VII: Ganzton
  • VII zu I: Halbton

Für Gitarrist*innen ist es einfacher, sich die Struktur in ganzen Zahlen zu merken; also 1 für einen Halbton, 2 für einen Ganzton. Damit weiß man sofort, wie viele Bünde die Töne auseinanderliegen, wenn man die Tonleiter auf einer Saite spielt: 2-2-1-2-2-2-1

Wie spielt man eine Dur-Tonleiter auf der Gitarre?

Die Moll-Tonleiter auf der Gitarre

Die Moll-Tonleitern sind neben den Dur-Tonleitern die zweiten wichtigen Tonleitern unseres Tonsystems.

Jede Dur-Tonleiter hat eine parallele Mol-Tonleiter, die die gleichen Töne verwendet. Du erhältst sie, wenn Du auf dem sechsten Ton der Dur-Tonleiter anfängst zu spielen.

Dadurch verschieben sich die Halbtonschritte und die Tonleiter klingt anders; etwas dunkler oder trauriger. Um schnell erkennen zu können, ob es sich um Moll oder Dur handelt, musst Du Dir den dritten Ton einer Tonleiter anschauen.

Wenn er eine große Terz (vier Halbtöne/zwei Ganztöne) höher ist als der Grundton, handelt es sich um Dur. Eine Moll-Tonleiter auf der Gitarre und auch sonst erkennst Du daran, dass das Intervall (der Abstand) zwischen dem ersten und dritten Ton eine kleine Terz (drei Halbtöne) ist.

Die zweite Hälfte der Moll-Tonleitern kann so verändert werden, dass es drei verschiedene Varianten gibt: die natürliche, die harmonische und die melodische Moll-Tonleiter.

Die natürliche Moll-Tonleiter

Die natürliche Moll-Tonleiter ist am einfachsten zu lernen. Sie besteht aus den gleichen Tönen, wie die parallele Dur-Tonleiter.

Der sechste Ton einer C-Dur-Tonleiter ist A. Das heißt, die a-Moll-Tonleiter hat genau wie C-Dur keine Vorzeichen und sieht dementsprechend so aus: A H C D E F G A

Die Struktur, die Du Dir merken kannst, um sie auf alle anderen natürlichen Moll-Tonleitern zu übertragen sieht so aus:

  • I zu II: Ganzton
  • II zu III: Halbton
  • III zu IV: Ganzton
  • IV zu V: Ganzton
  • V zu VI: Halbton
  • VI zu VII: Ganzton
  • VII zu I: Ganzton

Wenn Du sie auf einer einzelnen Saite Deiner Gitarre spielen willst, kannst Du Dir auch diese Formel merken: 2-1-2-2-1-2-2.

Die harmonische Moll-Tonleiter

Im Gegensatz zur Dur-Tonleiter endet die natürliche Moll-Tonleiter mit einem Ganztonschritt. Dadurch hat man nicht das Gefühl „anzukommen“. Hier setzt die harmonische Moll-Tonleiter an.

Die Septime (der siebte Ton) wird erhöht, wodurch, wie in Dur, ein Leitton entsteht:

  • I zu II: Ganzton
  • II zu III: Halbton
  • III zu IV: Ganzton
  • IV zu V: Ganzton
  • V zu VI: Halbton
  • VI zu VII: kleine Terz (3 Halbtöne)
  • VII zu I: Halbton

Au einer Gitarrensaite spielst Du die harmonische Moll-Tonleiter so: 2-1-2-2-1-3-1

Die melodische Moll-Tonleiter

Jetzt haben wir zwar einen Leitton, aber das Ganze klingt wegen der kleinen Terz zwischen dem sechsten und siebten Ton etwas ungewohnt. Die melodische Moll-Tonleiter behält die erhöhte siebte Stufe bei und erhöht die sechste Stufe, damit die Tonleiter wieder nur noch aus Ganz- und Halbtonschritten besteht:

  • I zu II: Ganzton
  • II zu III: Halbton
  • III zu IV: Ganzton
  • IV zu V: Ganzton
  • V zu VI: Ganzton
  • VI zu VII: Ganzton
  • VII zu I: Halbton

Anhand der ersten drei Töne erkennen wir ganz klar, dass es sich immer noch um eine Moll-Tonleiter handelt. Ab der Hälfte klingt sie dann aber genau wie eine Dur-Tonleiter: 2-1-2-2-2-2-1

Normalerweise spielt man Tonleitern immer einmal auf- und wieder abwärts, ohne etwas zu verändern. Die melodische Moll-Tonleiter ist in dieser Hinsicht eine Ausnahme: sie wird nur aufwärts gespielt. Abwärts wechselt man in der Regel in natürlich Moll zurück.

Jede Dur-Tonleiter hat eine Paralele in Moll.
A-Moll (links) hat die gleichen Töne wie C-Dur. C-Moll (rechts) ist die Parallele zu Es-Dur.

Die pentatonische Tonleiter auf der Gitarre

Die pentatonischen Tonleitern werden in vielen Musikstilen zum Improvisieren verwendet; egal ob Du Rock, Blues oder Jazz spielen willst, Du wirst ihr immer mal wieder begegnen.

Wie der Name schon sagt, besteht sie aus fünf verschiedenen Tönen. Auch die pentatonische Tonleiter gibt es in Dur und Moll. Wenn nichts Genaueres erwähnt wird, ist meistens die Moll-Tonleiter gemeint, die häufiger verwendet wird.

Um eine pentatonische Tonleiter auf der Gitarre zu erhalten, musst Du, egal ob Dur oder Moll, die Halbtonschritte weglassen. Das heißt für C-Dur und a-Moll, dass die Töne F und H wegfallen und die Tonleitern so aussehen:

  • C-Dur: C D E G A C
    • I zu II: Ganzton
    • II zu III: Ganzton
    • III zu IV: kleine Terz (drei Halbtöne)
    • IV zu V: Ganzton
    • IV zu I: kleine Terz (drei Halbtöne)
  • a-Moll: A C D E G
    • I zu II: kleine Terz (drei Halbtöne)
    • II zu III: Ganzton
    • III zu IV: Ganzton
    • IV zu V: kleine Terz (drei Halbtöne)
    • IV zu I: Ganzton

Auch diese Struktur kannst Du auf alle anderen Tonarten übertragen, ohne alles einzeln auswendig lernen zu müssen. Auf einer einzelnen Saite gespielt sieht das so aus: 2-2-3-2-3 (Dur); 3-2-2-3-2 (Moll).

Wenn Du anfängst die pentatonischen Tonleitern zu üben, kannst Du problemlos Dur und Moll gleichzeitig üben. Da in den beiden parallelen Tonleitern die gleichen Töne vorkommen, kannst Du die gleichen Fingersätze verwenden. Du musst Dich nur etwas konzentrieren, um auf dem richtigen Ton anzufangen und zu enden.

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Wie kann man sich die Tonleitern auf der Gitarre merken?

Um zu verstehen, wie Tonleitern aufgebaut sind, bietet es sich an, sie erstmal auf nur einer Saite zu spielen. Das ist eine gute Übung für den Einstieg, aber zum tatsächlichen Gitarre spielen nicht besonders praktisch. Wie Du vielleicht schon weißt, kommen fast alle Töne auf der Gitarre zwei- oder sogar dreimal vor. Damit man flüssig spielen und alle technischen Feinheiten, wie Pull-off, Hammer-on oder Slide, anwenden kann, muss man jede Tonleiter über das ganze Griffbrett hinweg spielen können.

Um dieses Prinzip zu verstehen, muss man sich erstmal klar machen, wie groß die Tonabstände zwischen den einzelnen Saiten sind. Bis auf eine Ausnahme werden Gitarrensaiten in Quarten gestimmt. Das heißt, zwischen einer Saite und der nächst höheren beträgt der Tonabstand 5 Halbtöne (oder 2 Ganztöne + 1 Halbton). Nur von G zu H (drittunterste zu zweitunterster Saite) beträgt er eine große Terz (also 2 Ganztöne, beziehungsweise 4 Halbtöne).

Wie wird nun ein Ganz- oder ein Halbtonschritt von einer Saite zur nächste gespielt?

Auf der H-Saite verschiebt sich alles um einen Bund; das Intervall zwischen G und H beträgt nur eine Terzu und nicht eine Quarte wie bei den anderen Saiten.
Die Verschiebung auf der H-Saite kann für Gitarrenanfänger etwa verwirrend sein.

Wenn man nun eine ganze Tonleiter in einer Lage (ohne die Greifhand auf dem Griffbrett zu verschieben) spielen will, spielt man jeweils zwei bis drei Töne auf einer Saite und wechselt dann zur nächsten. Ein Hilfsmittel, sich die Tonleitern in jeder Lage zu merken, ist das CAGED-System.

Tonleitern lernen mit dem CAGED-System

Das CAGED-System basiert auf Akkordgriffen, die Du als Gitarrenanfänger*in schon früh lernen wirst: die offenen C-, A-, G-, E- und D-Akkorde. Bei diesen Akkorden handelt es sich um Dreiklänge; das bedeutet, dass sie aus dem Grundton, der Terz und der Quinte der entsprechenden Tonleiter zusammengestellt sind.

Wenn man mit dem CAGED-System arbeitet visualisiert man nun genau diese Griffe und fügt die fehlenden Töne aus der Tonleiter hinzu:

Das CAGED-System gibt DIr einen Fingersatz für Tonleitern in jeder Lage.
Mit dem CAGED-Sytem kann man sich Fingersätze für die Tonleitern ableiten.

Diese Patterns, oder Griffmuster, lassen sich nun über das ganze Griffbrett verschieben. Der Punkt mit der 1 ist immer der Grundton des Akkords. Wenn Du also eine C-Dur-Tonleiter auf der Gitarre spielen möchtest, legst Du eines der Pattern so auf das Griffbrett, dass die 1 auf einem C zu liegen kommt. Du musst dann nur noch dem Griffmuster folgen und schon hast Du die gewünschte Leiter gespielt.

Die Patterns sind pro Tonart auch immer in der gleichen Reihenfolge angeordnet. Die A-Form wird immer zwischen der C- und der G-Form liegen.

Zu Beginn wirst Du dieses System verwenden, um Dir die Dur-Tonleitern und die Dur-Pentatonik zu merken. Später kann es Dir aber auch beim Lernen von weiteren Tonleitern. Du kannst es nämlich genauso gut auf die natürlichen Moll-Tonleitern anwenden. Wie bereits erwähnt, hat jede Dur- eine parallele Moll-Tonart, die aus exakt denselben Tönen besteht.

Um nun die CAGED-Griffmuster nach Moll zu übertragen, muss man nur noch wissen, dass der 6. Ton einer Dur-Leiter der erste der parallelen Moll-Tonart ist. Wir müssen also für jedes Pattern nur die Nummerierung anpassen und haben bereits Griffmuster für die Molltonleitern in allen Lagen:

Die C-Dur-Tonleiter Gitarre hat die gleichen Töne wie Amoll.
Die Dur-Griffmuster funktionieren auch in Moll. Du musst nur wissen, dass der Grundton jetzt ein anderer ist.

Three-Notes-per-String Pattern (3 NPS)

Ein weiteres oft verwendetes Griffmuster zum Üben von siebentönigen Tonleitern sind die Three-Notes-per-String Pattern (drei Töne pro Saite). Hier wirst Du Deine Finger etwas mehr dehnen müssen und kannst Dich von dem Spiel in nur einer Lage, wie Du es mit CAGED geübt hast, wieder befreien. Die 3 NPS Muster bereiten Dich auf das horizontale Spielen über das ganze Griffbrett vor.

Auch diese Patterns lassen sich wiederum ganz einfach auf die Moll-Tonleitern übertragen, wenn man verstanden hat, dass man sie immer auf dem 6. Ton der Dur-Parallele beginnen muss.

3-Notes-per-String Patterns bereiten auf das horizontale Spielen vor.
Bei diesen Patterns musst Du Deine Hand etwas verschieben.

Tipps zum lernen der Tonleitern auf der Gitarre

Zu Beginn mag es etwas verwirrend sein, dass die Tonleitern auf der Gitarre auf viele verschiedene Art und Weisen gespielt werden können. Die verschiedenen Arten von Griffmustern sind auch nicht die Wundermittel, als die sie häufig angepriesen werden. Sie können Dir aber den Einstieg in das Üben erheblich erleichtern.

Nimm Dir nicht zu viel auf einmal vor. Bleibe erstmal bei einer Methode und übe sie ausgiebig in allen Tonarten. Wenn Du Dich damit sicher fühlst, kannst Du eine zweite hinzunehmen. Versuche mit der Zeit auch verschiedene Konzepte miteinander zu verbinden, damit Du Dir nach und nach das ganze Griffbrett erarbeiten kannst. Um ein interessantes und abwechslungsreiches Solo zu spielen, wirst Du Dich am Ende nicht auf eine einzige Möglichkeit konzentrieren.

Spiele die Tonleitern auch nicht einfach nur mechanisch herunter, sondern sei Dir bewusst, was Du gerade machst. Lernen heißt vor allem Verstehen. Viele Musikeinsteiger*innen haben eine riesige Angst vor der Theorie. Man fühlt sich an die Schule erinnert und denkt, dass man zum trockenen Auswendiglernen aufgefordert ist, während man doch einfach nur Musik machen möchte.

In der Musiktheorie kommt man jedoch nur durch Auswendiglernen und Abrufen nicht besonders weit. Es geht darum die grundlegenden Strukturen zu verstehen. Ist das einmal geschafft, kommt alles Weitere (fast) von alleine. Du wirst dann neue Informationen sehr schnell einordnen und verarbeiten können und kannst sie Dir so leichter merken.

Den höchsten Lerneffekt erzielt man, wenn man dem Gehirn die Chance gibt, auf verschiedenen Ebenen zu lernen. Jeder Mensch hat andere Stärken; manche lernen eher visuell, andere durch logisches Verstehen, dritte eher motorisch oder akustisch. Auch wenn wir alle unsere „Lieblingslernart“ haben, ist unser Gehirn doch auch immer für die anderen offen. Wenn wir sie miteinander kombinieren, stellen sich automatisch Verbindungen her, die uns ein gewisses Maß an Lernaufwand ersparen können.

  • logisch: lerne nicht jede einzelne Tonleiter auswendig, sondern verstehe, wie sie aufgebaut sind; setze Dich mit Intervallen und dem Quintenzirkel auseinander; erkenne, wie Akkorde gebildet werden, dann kannst Du sie selbst ableiten
  • visuell: arbeite mit Bildern, die Tonleitern visuell darstellen; schaue Dir Griffbrettdiagramme an und erkenne sich wiederholende Strukturen
  • akustisch: höre genau hin, wenn Du Tonleitern spielst und mache Gehörbildungsübungen; so lernst Du Intervalle und Tonarten nach dem Gehör zu erkennen
  • motorisch: übe die Skalen immer und immer wieder auf der Gitarre, erst langsam, dann schneller; Deine Finger werden dadurch beweglicher und wissen irgendwann fast von alleine, welche Bewegung sie ausführen müssen, um ein bestimmtes Intervall zu spielen

Sei geduldig mit Dir selbst. All das lernt man nicht innerhalb einer Stunde. Dein Gehirn braucht über einen längeren Zeitraum regelmäßige Wiederholungen und auch Pausen, um das Gelernte zu verarbeiten.

Du kannst auch Apps oder online Spiele nutzen, mit denen Du spielerisch die Tonleitern lernen oder das Finden der Töne auf dem Gitarrengriffbrett üben kannst.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.