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Was muss in eine Deutsche Bewerbung?

Von Tobias, veröffentlicht am 18/09/2018 Blog > Sprachen > Deutsch als Fremdsprache > Bewerbung auf Deutsch: Alles, was Ihr wissen müsst

Deutschland ist in den letzten Jahren für Arbeitsuchende aus aller Welt immer attraktiver geworden.

Das liegt zum einen an der niedrigen Arbeitslosenquote von unter 4 % (Stand 2018), zum anderen an den relativ hohen Durchschnittslöhnen, die in Deutschland bezahlt werden.

Um in Deutschland Fuß fassen zu können, bietet es sich an, zunächst einmal die Deutsche Sprache in ihren Grundzügen zu erlernen.

Dies könnt Ihr z.B. mithilfe eines Deutsch Privatlehrers oder durch Deutschkurse in einer Sprachschule.

Wenn Ihr das aber dann einmal geschafft hat, stellt sich die nächste Frage: Was gehört eigentlich in eine deutsche Bewerbung alles hinein?

Wie muss ein Lebenslauf aussehen, damit er deutsche Arbeitgeber überzeugt?

Und welche Floskeln sind ein Muss (oder auch nicht!) in jedem Motivationsschreiben?

Auf diese Fragen soll Euch dieser Artikel eine Antwort geben!

Aufbau einer Bewerbungsmappe in Deutschland

Eine Bewerbungsmatte beinhaltet alle Unterlagen, die Ihr zu Eurem neuen Wunsch-Arbeitgeber schickt, um ihn zu überzeugen.

Sie macht den ersten Eindruck, noch bevor es zum ersten persönlichen Gespräch kommt.

Stimmt etwas mit ihr nicht oder ist sie unvollständig, dann habt Ihr schon so gut wie keine Chance mehr, den Posten zu bekommen. Denn der erste Eindruck ist oft entscheidend!

Aber was kommt eigentlich alles in eine Bewerbungsmappe?

Zunächst einmal sollten wir uns damit befassen, in welche Mappe Ihr die Bewerbungsunterlagen am besten steckt. Denn auch das kann ein entscheidendes Detail sein!

Zwei Modelle kommen dabei in Betracht: Der schlichte Klemmhefter und die elegantere Bewerbungsmappe.

Achtet darauf, dass die Mappe nicht zu bunt ist Welche Mappe sich am besten eignet, kommt auch auf den Job an | Quelle: Pixabay

Je nachdem, auf welche Art von Job Ihr Euch bewerbt, solltet Ihr unter Umständen eher mehr investieren und eine Bewerbungsmappe kaufen. Je seriöser der Job, desto seriöser sollte auch die Mappe sein! 

Bei der Farbauswahl habt Ihr die freie Wahl, wir empfehlen Euch aber eher zu einem schlichten Ton wie Dunkelgrün oder Blau anstatt Rosa oder Orange zu greifen!

Nun zum Inhalt der Bewerbungsmappe: Für Personaler ist die Reihenfolge, also der Aufbau der Bewerbungsmappe unter Umständen wichtig, da sie so nerviges Hin- und Herblättern vermeiden und einen möglichst übersichtlichen Eindruck von Euch erhalten.

Manchmal kann es sich auszahlen, ein Deckblatt mit einem kleinen Foto anzufertigen und der Stelle, auf die Ihr Euch bewerbt.

Außerdem könnt Ihr Eure Telefonnummer und Anschrift darauf schreiben. Das ist aber kein Muss und bei Praktika oder Ausbildungsplätzen ein wenig übertrieben …

Ganz oben drauf sollte stets das Motivationsschreiben liegen. Was dort hinein gehört, lest Ihr im nächsten Teil.

Achtet darauf, dass das Papier, auf dem Ihr das Schreiben ausdruckt, von guter Qualität und in keinem Fall verschmutzt ist!

Danach kommt der Lebenslauf. Auch zu ihm erfahrt Ihr später mehr. Natürlich sollte er in der gleichen Schriftart verfasst sein wie das Motivationsschreiben.

Zuletzt kommen die Anhänge. Dazu gehören Abschluss-Zeugnisse und Empfehlungsschreiben von früheren Arbeitgebern.

Wenn diese Arbeitszeugnisse eher negativ ausfallen, solltet Ihr sie natürlich nicht mit in die Bewerbung packen.

Auf Arbeitszeugnis.io könnt Ihr Euer Zeugnis hochladen und erhaltet dann eine Auswertung. Dies selbst zu tun ist nämlich nicht immer ganz einfach!

Bewerbung Anschreiben: Wie formuliere ich meine Motivation?

Das Bewerbungsschreiben ist ein entscheidender Bestandteil Eurer Bewerbung und liegt in Eurer Mappe noch vor dem Lebenslauf. Ds Bewerbungsschreiben besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.

In der Einleitung solltet Ihr versuchen, die Aufmerksamkeit des Personalers für Euch zu gewinnen. Beschreibt, wer Ihr seid und wie Ihr auf die Stelle aufmerksam geworden seid.

Konnte die Einleitung überzeugen, so folgt nun der nächste Teil. Im Hauptteil des Bewerbungsschreibens solltet Ihr versuchen, so gut wie möglich auf die entscheidenden Fragen zu antworten:

  • Wieso passt Ihr in das Unternehmen?
  • Wie könnt Ihr Euch und Eure Qualitäten einbringen?
  • Was qualifiziert Euch für die Stelle und was macht Euch zu einer wertvollen Arbeitskraft?

Dabei solltet Ihr stets versuchen, konkret angewandte Fähigkeiten anhand von Beispielen aufzuzählen.

Sagt also nicht einfach nur, Ihr seid aufgeschlossen und strebsam, sondern erzählt, wie Ihr z.B. einmal ein Projekt erfolgreich mitgestaltet habt etc.

Ihr müsst Eure Fähigkeiten also stets belegen!

Ein Personaler durchschaut schnell, wenn Ihr Euch beim Motivationsschreiben keine Mühe gebt In einem Motivationsschreiben müsst Ihr den Personaler überzeugen, ohne selbst vor Ort zu sein | Quelle: Pixabay

Wenn in der Stellenausschreibung konkrete Anforderungen gefordert sind, dann solltet Ihr natürlich auf diese eingehen. Dabei solltet Ihr aber keine neuen Qualitäten frei erfinden, sondern immer Ihr selbst bleiben!

Der Schlussteil ist eher eine Formalität. Er verleiht eurer Bewerbung den letzten Schliff.

Hier drückt ihr in ein bis zwei Sätzen eure Bereitschaft für das Vorstellungsgespräch aus und dass Ihr Euch auf ein persönliches Treffen freut.

Wie genau Ihr das ausdrücken könnt, erfahrt Ihr im weiteren Verlauf dieses Artikels.

Deutscher Lebenslauf: Aufbau, Inhalt, Länge & Format

Der Lebenslauf ist das wichtigste Dokument in Eurer Bewerbung.

Mit Ihm können Unternehmen auf einen Blick sehen, ob Ihr für den Job in Frage kommt oder nicht. Er erfolgt in der Reihenfolge Eurer Mappe nach dem Anschreiben.

Was den Umfang des Lebenslaufs oder C.V.s (Curriculum Vitae) betrifft, so sollte er 2 Seiten nicht überschreiten und so kurz wie möglich, aber so lang wie nötig sein.

Er sollte vollständig, aussagekräftig und natürlich fehlerfrei sein. Besonders hier solltet Ihr Euch als Nicht-Muttersprachler in jedem Fall einmal über die Schulter schauen lassen.

Es gibt drei Arten von Lebensläufen, die für Eure Bewerbungsunterlagen relevant sein können. Der inhaltliche Aufbau ist dabei, unabhängig von der gewählten Variante, annähernd gleich.

  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Ausführlicher Lebenslauf
  • Handschriftlicher Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf ist mit Abstand der am meisten verbreitete, daher wollen wir uns hier ausschließlich mit dieser Form beschäftigen.

Im Lebenslauf habt Ihr einige wichtige Dinge zu befolgen Ein Lebenslauf folgt einem strikten Aufbau | Quelle: Pixabay

Wie ist so ein Lebenslauf eigentlich aufgebaut?

Ganz oben sollten Eure Kontaktdaten wie Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Anschrift stehen. In Deutschland ist es zudem üblich, ein Foto von sich beizufügen.

Danach folgen Informationen zu Eurer schulischen Laufbahn, ab der weiterführenden Schule (Grundschule hat ohnehin jeder besucht).

Wenn Ihr abgeschlossene Ausbildungen oder ein Studium  vorzuweisen hat, dann schreibt Ihr das ebenfalls in diesen Teil. Die Reihenfolge ist dabei stets anti-chronologisch, also von oben nach unten von aktuell zu nicht-aktuell.

Als nächstes berichtet Ihr über praktische Erfahrungen, die Ihr in Eurem Leben schon gesammelt habt. Das umfasst sowohl Ferienjobs, als auch Praktika und echte Berufserfahrungen.

Wichtig ist hierbei, dass Ihr beschreibt, was Ihr in dem jeweiligen Beruf wirklich getan habt. Idealerweise zählt Ihr die Aktivitäten auf, die auch in Euerem potenziell neuen Job von Wert sein könnten.

Im nächsten Punkt folgen Eure Soft-Skills. Welche Sprachen sprecht Ihr, wie fit seid Ihr mit Excel und Powerpoint, wo habt Ihr schon im Ausland gelebt bzw. interkulturelle Kompetenzen erlangt?

Wenn Ihr Zusatzqualifikationen habt wie Programmieren, dann solltet Ihr das ebenfalls hier aufzählen.

Zuletzt könnt Ihr noch von Euren Hobbys berichten. Das ist zwar nicht entscheidend, verleiht dem Personaler jedoch ein Bild von Euch als Mensch, was auch immer eine Rolle spielt.

Arbeiten in Deutschland: Das gehört in ein gutes Bewerbungsschreiben

Bei Bewerbungen gilt es, sich möglichst von anderen Bewerbern abzuheben. Unter anderem aus diesem Grund sollten platte, nichtssagende Floskeln im Bewerbungsschreiben vermieden werden.

Hier findet Ihr die 10 häufigsten Floskeln in deutschen Bewerbungen. Deshalb ist beim Verfassen des Anschreibens Eure Kreativität gefragt!

Dennoch gibt es einige Formalitäten, die es zu beachten gilt.

Als Anrede solltet Ihr, sofern Ihr nicht wisst, wer Eure Bewerbung liest, stets auf „Sehr geehrte Damen und Herren“ setzen. Andernfalls könnt Ihr natürlich auch direkt „Sehr geehrter Herr/Frau X“ schreiben!

Falls Ihr bereits bei der Firma angerufen habt oder einen Mail-Austausch hattet, dann empfiehlt es sich, sich in seinem Anschreiben darauf zu beziehen: „Noch einmal vielen Dank für das informative Gespräch von gestern“, oder „Vielen Dank für die Informationen, die Sie mir per Mail zukommen haben lassen“.

Sagt präzise, was Ihr wollt und könnt, und nutzt keine Floskeln Redet nicht um den heißen Brei herum! | Quelle: Pixabay

Am Ende solltet Ihr Eure Bereitschaft zu einem persönlichen Gespräch erklären und erklären, dass Ihr Euch über baldige Rückmeldung freut, etwa: „Einen vertiefenden Eindruck gebe ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch. Ich freue mich über Ihre Einladung!“

Dann folgt ein „mit freundlichen Grüßen“ und darunter Eure Unterschrift.

Es gibt viele Floskeln, die in Bewerbungen immer wieder auftauchen, die Personaler aber zum Einschlafen bringen („Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als…“; „mit großem Interessen habe ich Ihre Anzeige gelesen“ etc.).

Daher möchten wir Euch davon abraten, Euch an diesen Floskeln zu orientieren, und Euch vielmehr dazu ermutigen, einfach selbst das Heft in die Hand zu nehmen und Eure Motivation so authentisch wie möglich (und so professionell wie nötig) zum Ausdruck zu bringen.

Wir hoffen, dass Euch unsere Tipps und Infos zum Thema Bewerbung in Deutschland behilflich sein konnten!

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