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Die Kultur des Tanzes : Ursprung und Entwicklung!

Von Florence, veröffentlicht am 17/05/2019 Blog > Sport > Tanzen > Die Kultur des Tanzes : Ursprung und Entwicklung!

„Die Tanzenden wurden für verrückt gehalten von denjenigen, die die Musik nicht hören konnten.“ – Friedrich Nietzsche

Wer kennt wirklich den Ursprung des klassischen oder zeitgenössischen Tanzes?

Wer Tanzlehrer/in werden will, Kunstgeschichte studiert oder sich einfach nur leidenschaftlich für Tanz interessiert, sollte unbedingt die Geschichte des Tanzes kennen.

Die Geschichte des Tanzes ist natürlich für jede/n angehende/n Tänzer/in ein Must, aber auch wenn Du einfach nur Dein Allgemeinwissen bereichern willst… Wer mehr über die Entwicklung der verschiedenen Tanzstile weiß, besitzt wertvolles Wissen über unsere Kultur und darüber was es bedeutet ein Mensch zu sein.

Entdecke mit uns die Geschichte dieser außerordentlichen Kunstform: dem Tanz!!

Die ersten Tänzer/innen der Vorgeschichte

Tanz ist überall, es gibt keine Kultur, kein Land, keine Gemeinschaft, in der nicht getanzt wird. Das hängt damit zusammen, dass die Wurzeln des Tanzes tief reichen…bis zurück in unsere Vorgeschichte!

Getanzt wurde anscheinend schon in der Vorgeschichte: Europäische, afrikanische und asiatische Grotten zeigen Wandkunst, auf denen man tanzende Menschen zu erkennen vermag. Eine der bekanntesten Wanddarstellungen ist in dieser Hinsicht der „Tanzendende Schamane“ in der Drei-Brüder-Höhle in Südfrankreich.

Kennst Du die indischen Bhimbetka Felsmalereien? Die indischen Bhimbetka Felsmalereien stellen unter anderem auch Tänzer dar. | Quelle: Wikimedia Commons

Die zeitgenössische Archäologie hat noch weitere Wunder wieder ausgegraben: ägyptische Gräber mit Tanzabbildungen, steinzeitliche Felsmalereien auf den Bhimbetka Felsen in Indien, (die immerhin mehr als 30000 Jahre alt sind)!

Diese Gravuren sind für Kunsthistoriker/innen natürlich sehr wertvoll. Der Tanz ist keine materielle Kunstform. Um sie zu datieren, werden also andere Abbildungsformen wie solche Wandmalereien gebraucht.

Der Tanz wird als essentieller Grundpfeiler der menschlichen Zivilisation gesehen.

Da die ersten Menschen noch keine hochentwickelte Sprache hatten, wurde der Körper als Kommunikationsmittel genutzt. Die verschiedenen Stämme konnten sich so zu erkennen geben und Nachrichten austauschen.

Erste Tanztechniken sind soweit wir wissen 4000 vor J.Chr. entstanden. Der religiöse Tanz wurde verfeinert, Bewegungen wie der Spagat, Paartanz und Wirbeldrehungen wurden eingeführt. Mit den neuen Symmetrien und den choreographischen Verkettungen wurde der Tanz harmonischer und komplexer.

Du solltest das Tanzen in keinem Fall unterschätzen: Es ist eine unserer ältesten Kunstformen, noch dazu war es für die Kommunikation unserer Vorfahren unerlässlich!

Tanzen in der Antike

Während der Antike hat sich der Tanz so richtig etabliert. In den antiken Kulturen hat der Tanz eine ganz besondere Rolle gespielt.

Während der Zeit der ägyptischen Pharaonen hat sich die Zeichentechnik weiterentwickelt. Das Gute daran: Unsere heutigen Archäologen können durch diese Zeichnungen auch mehr über die antiken Tanzpraktiken erfahren.

Ägyptische Tänzer/innen waren damals sehr beweglich. Die Beine wurden sehr hoch gezogen und das körperliche Gleichgewicht war sehr wichtig.

Kennst Du den kambodschanischen Apsara Tanz? Jede Kultur hat ganz besondere Tänze: hier der uralte kambodschanische Apsara Tanz, der während der Roten Khmer Zeit verboten wurde. | Quelle: Pixabay

Im antiken Ägypten war der Tanz hoch angesehen. In Griechenland jedoch noch mehr!

Die Tänzer des antiken Griechenlands haben mehrere Tanzarten praktiziert:

  • Religiöse Tänze,
  • Dramatische Tänze,
  • Lyrische Tänze,
  • Weitere spezifische Tänze.

In der Ilias und der Odyssee hat sich Homer von den real existierenden griechischen Tänze inspiriert, wie z.B. die Tänze des Hochzeitsrituals. Tanzen ist hier vor allem eine kollektive Angelegenheit: Männer und Frauen halten sich an den Handgelenken fest und tanzen in Runden.

Der berühmteste Tanz war damals war der dionysische Tanz. Das Tanzen wurde als Kommunikationsform zwischen den Sterblichen und den Unsterblichen gesehen. Das griechische Volk hat bei religiösen Ritualen zu Ehren des Gottes Dionysos getanzt. Der Tanz war aber natürlich auch bei anderen Ritualen präsent.

In seinem Werk De Saltatione, erläutert Lukian von Samosata die essentielle Rolle des Tanzes:

„Die, die mit Wahrheit von den Ursprüngen des Tanzes gesprochen haben, erklären, dass er zu der Zeit geboren wurde, als alle Dinge erschaffen wurden, und somit ist er (der Tanz) genauso alt wie die Liebe, der älteste der Götter.“

Der Tanz hatte für antike Völker viele unterschiedliche Funktionen:

  • Kommunizieren, freundschaftlichen Kontakt mit anderen Gemeinschaften und Stämmen herstellen,
  • Bei offiziellen Zeremonien und religiösen Ritualen einen oder eine Göttin anbeten,
  • Wunden heilen, vor allem mit makabren Tänzen,
  • Anderen, seiner Familie oder seinen zukünftigen Partnern, seine Gefühle zeigen.

Jeder Tanz überbrachte eine bestimmte Nachricht, ein bestimmtes Gefühl. Die Gymnopaedien zu Ehren Apollos gehörten zum Beispiel zu den lyrischen Tänzen.

Im Antiken Griechenland haben beide Geschlechter getanzt, waren aber meist in Gruppen getrennt. Die Beteiligung beider an demselben Tanz war Ausnahme. Einige Tänze wurden von den Männern und andere von Frauen getanzt.

Mit dem Tanz wurde der soziale Rang ausgedrückt, sowie das Geschlecht, das Alter und der Ursprung.

Du wirst es inzwischen verstanden haben: Um ein echter Tanzprofi zu werden, musst Du einige (und nicht wenige!) Kunstgeschichtsbücher wälzen!

Entdecke hier unsere Tanzkurse in Berlin…

Tanzen im Mittelalter

Das Mittelalter war für die Tanzkunstgeschichte ein dunkles Zeitalter… Vergiss nicht: Wir befinden uns hier lange vor der Zeit der Fitness Zumba Kurse…

Kennst Du mittelalterliche Tänze? Im Mittelalter war der Tanz fröhlich und gemeinschaftlich. | Quelle: Wikimedia Commons

Die Entwicklung des Tanzes im Mittelalter ist nicht sehr gut überliefert. Nur eine kleine Bevölkerungsschicht (die Adeligen und der Klerus) konnte lesen und schreiben. Die Tänze wurden also kaum schriftlich festgehalten, und hauptsächlich in praktischer Weitergabe von Tänzer zu Tänzer überliefert.

Die katholische Kirche hatte ihre Skrupel, wenn es um bestimmte Tanzarten ging. Nächtliches Tanzen z.B. wurde verboten, bis letztendlich jede Tanzform mit einem misstrauischen Auge beobachtet wurde.

Viele Tanzformen sind uns aus ikonographischen Quellen, wie etwa Fresken, Gemälden, Zeichnungen, Buchillustrationen, Reliefs, sowie Statuen und Figurinen bekannt. Falls Du mehr über bestimmte mittelalterliche Tänze erfahren und eventuell auch ihre Schrittfolgen lernen willst, solltest Du Dir dieses Online Archiv anschauen.

Reigentänze, Schreittänze, Kreistänze, Paarreihentänze, es gab viele Tanzformen, die das Bürgertum und auch die höhreren Gesellschaftsschichten zum Tanzen gebracht haben: Branles, Ecossaise, Quadrille, Basse dance, uvm.

Im ausgehenden Mittelalter und der Frührenaissance wurden Tänze dann zunehmend von Tanzmeistern, in eigens dafür entworfenen Notationen festgehalten. Allerdings sind dadurch die meisten der heute überlieferten Tänze die Tänze der höheren Gesellschaftsschichten.

Selbst heute, im 21. Jhdt., ist es absolut noch möglich die mittelalterlichen Tänze zu lernen.

In einer Tanzschule, im Tanz Konservatorium, bei einem/r Privatlehrer/in oder bei einem Uni-Kurs: Viele tanzen mit Leidenschaft die mittelalterlichen Tänze und geben ihr Wissen und ihre Freude gerne weiter. Wenn Du eine Einführung in den mittelalterlichen Tanz erhalten willst, brauchst Du kein Tanzprofi zu sein.

Mittelalterlich getanzt wird in einer lockeren, lustigen Atmosphäre. Du hast meist eine/n Tanzpartner/in, tanzt aber auch mit anderen Menschen. Es gibt auch Kurse für Kinder und Jugendliche. Bei so einem Tanzkurs wirst Du Deine Gelenke lockern, Deine Koordination verbessern und viel Spaß erleben!

Wie wäre es, Du lernst in einem Tanzkurz für mittelalterliche Tänze einen Reigentanz wie den Simplen Branle?

Die Tanzkunst des modernen Zeitalters

Im 18. Jahrhundert ist der Tanz entstanden, den jeder Tanzprofi einmal in seinem Leben von Nahem oder Weitem kennengelernt hat: das Ballett!

Hast Du schon einmal eine Balletstunde genommen? Auch heute noch fasziniert das Ballett durch seine Grazie und Komplexität. | Quelle: Pixabay

Das Ballett war ursprünglich noch keine eigenständige Tanzform. Es hat sich im 15. und 16. Jahrhundert aus den an italienischen und französischen Fürstenhöfen aufgeführten Schauspielen sowie aus tänzerischen Gesellschaftsspielen weiterentwickelt.

Ludwig XIV. hat im Jahre 1661 die Académie Royale de danse in Paris gegründet. Das Ballett hat sich in dieser Zeit enorm weiterentwickelt und vom höfischen Zeremoniell getrennt. Der italienische Komponist, Geiger und Tänzer Jean-Baptiste Lully, der für den Hof Ludwigs XIV. arbeitete, hat zur Beliebtheit der französischen Oper und des Balletts beigetragen.

Im 18h Jhdt. ist das Handlungsballett entstanden. Das Drama wurde mit den Mitteln des Tanzes gestaltet, zum ersten Mal wurde eine zusammenhängende Geschichte erzählt. Das Drama galt noch als höchste dichterische Gattung, daher wurde der Tanz so aufgewertet. Außerdem konnten so auf subtile Art und Weise politische Meinungen zum Ausdruck gebracht werden.

Die Tänzer/innen haben in dieser Zeit oft Masken getragen, damit dem Körper und seinem Ausdruck volle Aufmerksamkeit gegeben werden konnte.

Die Tanzkostüme haben das Freiheitsgefühl der Tänzer/innen unterstützt, ein Gefühl, das heute noch viele Künstler dieser Art suchen. Die Tanzschuhe und die spezifische Kleidung sollte natürlich auch die Silhouette feiner und geschmeidiger wirken lassen.

In dieser klassischen Phase des Balletts, dem beginnenden 19. Jhdt., wurde auch der Spitzentanz erfunden. Die neuen Kostüme waren so, dass die Fuß- und Beinarbeit für die Zuschauer sichtbar gemacht wurde. Als erste Meisterin des Spitzentanzes gilt die italienische Primaballerina Marie Taglioni.

Die größten Primaballerinas dieser Zeit, Marie Taglioni, Carlotta Grisi, Fanny Elssler, waren Berühmtheiten und wurden sehr verehrt.

Zur gleichen Zeit haben die Avantgarden den Ausdruckstanz entwickelt. Die Inhalte und die hochspezialisierte Technik des Balletts wurde angefochten und der Tanz wieder an andere Kunstformen angenähert. Isadora Duncan war die Wegbereiterin des modernen sinfonischen Ausdruckstanzes, sie hat versucht den Tanz der Antike wieder zu beleben.

Der Ausdruckstanz erfordert eine hohes Bewusstsein für Tempo, originelle Ausdrucksformen, sowie perfekt ausgeführte Bewegungen. Früher war diese Art des Tanzes eher künstlerischen Eliten vorbehalten, heute kann jedoch jeder diese Art des Tanzes lernen. Im Privatunterricht oder an einer Tanzschule, ganz wie Dir es am besten passt!

Oder vielleicht willst Du Doch lieber für einen König tanzen, wie zu Zeiten Ludwig XIV.?

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Tanzen heute

Im 20. Jahrhundert sind die Tanzformen entstanden, die heute auch noch gemeinhin getanzt werden.

Hast Du schon einmal Modern Dance ausprobiert? Modern Jazz, Salsa, Tango, Bachata, Breakdance…bei Superprof kannst Du alles lernen! | Quelle: Pixabay

Genauso wie der Ausdruckstanz in Europa ist in den USA Anfang des 20. Jhdt. der Modern Dance entstanden. Es geht auch hier weniger um technische Brillanz wie beim Ballett, sondern um grundsätzliche Offenheit gegenüber fremden Kulturen oder Populärkultur. Der körperliche Ausdruck steht an vorderste Stelle. Beim Modern Dance hat die Freiheit des/r Tänzers/in Vorrangsstelle.

Seit dem 20. Jhdt sind viele verschiedene Tanzstile entstanden, die Du auch heute noch lernen kannst:

  • Stepptanz Kurs
  • Fitness Tanz Kurs, wie z.B. Zumba,
  • Argentinischer Tango Kurs,
  • Kubanischer oder puerto-ricanischer Salsa Kurs
  • Hip Hop Tanzkurs
  • Cha-Cha-Cha Kurs,
  • Swing Kurs,
  • Flamenco Kurs,
  • Bachata Kurs,
  • Orientalischer Tanzkurs,
  • Ragga Dancehallkurs
  • Gesellschaftstanzkurs, usw.

Im 21. Jhdt. ist der zeitgenössische Tanz entstanden.

Er vereint die Bewegungen unterschiedlicher Tanzstile (Jazz Dance, Modern Dance, Ballett…). Beim zeitgenössischen Tanz liegt der Fokus auf den Tempoveränderungen, sowie auf der Improvisation. Der/die zeitgenössische Tänzer/in zeigt seine/ihre Unabhängigkeit, und vereint in manchmal schnellen, manchmal langsamen Improvisationen Technik und Intuition.

Einen Kurs in zeitgenössischem Tanz findest Du vielerorts: in Tanzschulen, Tanzclubs, mit einem Privatcoach (meist ehemalige Tänzer/innen). Jedes Niveau, für Anfänger bis Fortgeschrittene, ist vertreten!

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