Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport Kunst & Freizeit
Teilen

Yoga Arten, Geschichte & Inhalte: Ein Einblick in die Welt des Yoga

Von Nadine, veröffentlicht am 24/10/2018 Blog > Sport > Yoga > Yoga für Anfänger: Wissenswertes über Yoga

Ganz Deutschland ist im Yoga-Fieber.

Immer mehr Menschen suchen auf der Yogamatte einen Ausgleich zum stressigen Alltag oder probieren sich in akrobatischen Übungen, die auf Fotos überall durchs Netz kursieren.

Was nur wenige wissen: der neue Trendsport, der Gelenkigkeit und eine schlanke Figur verspricht, hat in Wirklichkeit mehrere Tausend Jahre auf dem Buckel!

Yoga Übungen wie beispielsweise der Sonnengruß stammen aus Indien, wo sie im Altertum aus der hinduistischen und buddhistischen Philosophie entstanden sind.

Natürlich hat die Praktik im Laufe der Zeit zahlreiche Veränderungen erfahren. Es entstanden die unterschiedlichsten Yoga Stile, von denen einige eher spirituell orientiert sind und andere tatsächlich eine Art Gymnastik hervorgebracht haben.

In diesem Artikel haben wir allerlei Wissenswertes über den neuen Trend zusammengetragen, um Euch zu helfen, diese jahrtausendealte Lebensphilosophie besser zu verstehen.

Der Ursprung des Yoga

Historikern und Ethnologen fällt es schwer, den Zeitpunkt der Entstehung des Yoga mit Genauigkeit festzulegen.

Das lässt sich vor Allem damit begründen, dass zahlreiche indische Überlieferungen aus dem Altertum bis heute noch nicht gedeutet werden können, da die darin enthaltenen Schriften nicht entziffert werden können.

Solange dieser wesentliche Schlüssel zum Verständnis der Yoga Geschichte fehlt, kann lediglich vermutet werden, dass in der Industal-Zivilisation im heutigen Pakistan bereits vor mehr als 5000 Jahren Yoga praktiziert wurde.

Denn aus dieser Zeit wurden Abbildungen und Tonfiguren von menschlichen Gestalten oder vielleicht auch Göttern im Lotussitz gefunden, die an meditative Praktiken erinnern.

Da Erkenntnisse in der indischen Kultur lange ausschließlich mündlich weitergegeben wurden, liegen heute nur sehr wenige überlieferte Schriften aus der Anfangszeit des Yoga vor.

Zumindest können wir davon ausgehen, dass die Lehren und heiligen Texte des Hinduismus ab der Vedischen Zeit (ca. 1000 v. Chr.) zwar mündlich, dafür aber mit höchster Genauigkeit weitergegeben wurden.

Das Auswendiglernen und Unterrichten der vedischen Gesänge, die noch heute als Mantren rezitiert werden, war gleichzeitig  Privileg und Pflicht der Kaste der Brahmanen.

Ein wichtiger Meilenstein für die Geschichte des Yoga ist das im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung von Patanjali verfasste Yogasutra, eine Art Leitfaden, der sich mit dem Ziel des Yoga, nämlich der Erleuchtung beschäftigt.

Das Werk ist in 4 Kapitel unterteilt, in denen in sehr einfach gehaltenen Versen beschrieben wird, wie man dieses Ziel erreicht:

  • Das erste Kapitel, (Samadhi pada), befasst sich damit, wie der menschliche Geist mittels Konzentration und Meditation beruhigt werden kann, und welche Faktoren sich hinderlich darauf auswirken.
  • Im zweiten Abschnitt (Sadhana pada) werden die 8 Wege des Ashtanga Yoga erläutert, die wir weiter unten Abschnitt über das Raja Yoga beschreiben. Außerdem befasst sich dieses Kapitel mit dem sogenannten Kriya Yoga, dem Yoga der Taten.
  • Das dritte Kapitel (Vibhuti pada) gibt Aufschlüsse darüber, wie man durch Yoga Praktiken übernatürliche Fähigkeiten erlangt.
  • Zum Abschluss befasst sich das vierte Kapitel (Kaivalya pada) mit dem Zustand der Erleuchtung und der Befreiung des Selbstes.

Aus dem Yoga Sutra gehen 4 traditionelle Yoga Wege hervor: Karma Yoga, Bhakti Yoga, Jnana Yoga  und das weiter unten beschriebene Raja Yoga.

Außerdem wird der Weg des Kriya Yoga (Yoga der Taten) beschrieben, der sich wiederum in Tantra Yoga, Mantra Yoga und das wohlbekannte Hatha Yoga, nämlich  die körperlichen Übungen, untergliedert.

Ein weiteres unumgängliches Werk – nicht nur für Yoga Interessierte sondern auch für all diejenigen, die sich mit der indischen Kultur befassen – ist zweifellos die Bhagavad Gita.

Dieses philosophische Lehrgedicht, das vermutlich zwischen dem 5. Und dem 2. Jahrhundert v. Chr. entstand und anders als das Yogasutra eine Rahmenhandlung besitzt, behandelt verschiedene Aspekten der Yoga Lehre.

Seit wann gibt es Yoga? Zahlreiche indische Statuen im berühmten Lotussitz zeugen von der jahrtausendealten Geschichte der Yoga Praxis. | Quelle: pixabay

Wie Yoga in die Welt getragen wurde

Aber wie gelangte die indische Lebensphilosophie Yoga in die westliche Welt?

Yoga war lange Zeit völlig unbekannt in der westlichen Welt. Erst ab dem 2.Jahrhundert kamen die Araber, die Griechen und die Perser mit der indischen Kultur in Kontakt.

Allen voran der persische Gelehrte Al Biruni, der sich erstmals um das Jahr 1000 in seinem Buch über Indien mit der Bhagavad Gita beschäftigte und damit das Interesse zahlreicher Indologen weckte.

Marco Polo sorgte in seinem weltberühmten Reisebericht mit seiner Beschreibung der stundenlang auf dem Kopf für allgemeine Verwunderung.

Als im 16. Jahrhundert ganz Europa begann, die Welt zu erkunden, richteten immer mehr Menschen ihr Augenmerk auf die uralten Sanskrit Texte.

Dank der arabischen, griechischen und lateinischen Übersetzungen erlangte die Bhagavad Gita bei Philosophen, Dichtern und Gelehrten immer mehr Beliebtheit.

Aber erst ab dem 19. Jahrhundert, als ferne Reisen einfacher und bezahlbarer wurden, erhöhte sich der Bekanntheitsgrad der Yoga Philosothie außerhalb Indiens.

Zu den Yogis, die maßgeblich dazu beigetragen haben, Yoga weltweit zu verbreiten, zählen:

  • Swami Vivekananda (1863-1902): ein hinduistischer Mönch, der auf zahlreiche Konferenzen auf der ganzen Welt über die Philosophie des Hinduismus und die traditionellen Yoga Wege sprach
  • Krishnamacharia (1888-1989), der heutzutage als „Vater des modernen Yogas“ gilt
  • K.V. Desikachar (Krishnamacharias Sohn), der  das Werk seines Vaters fortführte, indem er Yoga in seiner Schule in Madras insbesondere zu therapeutischen Zwecken nutzte
  • B.K.S. Iyengar (1918-2014): Begründer des weiter unten beschriebenen Iyengar Yogastils
  • Sri Krishna Pattabhi Jois (1915-2009): Begründer des modernen, sehr sportlichen Ashtanga Yogas, das sich besonders in der westlichen Welt großer Beliebtheit erfreut

In Deutschland sorgte die Bhagavad Gita bei zahlreichen Dichtern wie Goethe, Humboldt und Nietzsche für Begeisterung.

Das Praktizieren von Yoga Techniken wie Meditation und Atemübungen ist insbesondere der Theosophischen Gesellschaft zu verdanken. Diese okkulte Organisation, deren einen Ableger in Frankfurt eröffnete, hatte das Ziel, ein Bindeglied zwischen allen Menschen unabhängig ihrer Religion und Herkunft zu schaffen.

Diese anfangs sehr esoterische Bewegung entwickelte sich in den 1920er Jahren dank Boris Sacharow, dem Gründer der ersten deutschen Yogaschule immer mehr zum Sport. Wie durch ein Wunder konnte diese Einrichtung die Zeit des Nationalsozialismus überstehen, obwohl Yoga nicht gerade in die damalige Ideologie passte.

Zur Zeit des geteilten Deutschlands konnte allerdings nur in der BRD Yoga unterrichtet werden, und gewann in den 60er und 70er Jahren insbesondere durch die Hare Krishna- und die Friedensbewegung an Bedeutung.

Auf der anderen Seite der Mauer war die Sache etwas komplizierter, da Yogis nur unter erschwerten Bedingungen praktizieren bzw. unterrichten konnten, um nicht ins Visier der Stasi zu gelangen.

Für diejenigen, denen es gelang, sich die Lehrbücher über Westverwandtschaft oder deutschsprachige Bücherläden in Prag oder Budapest zu beschaffen, war es daher nicht unüblich, die Praktik als „Entspannungsgymnastik“ oder „Joganastik“ zu tarnen.

Zum Glück leben wir nun in einem freien Land, wo jeder nach Lust und Laune seinem Lieblingssport nachgehen und den passenden Lehrer ganz einfach bei Superprof finden kann.

Noch nie war Yoga so beliebt wie heutzutage. Mittlerweile gibt es sogar einen Weltyogatag. Außerdem gehört die Praktik seit einigen Jahren zum immateriellen Erbe der Menschheit.

Welcher Yogastil passt zu mir?

Neben den traditionellen Yogarichtungen existiert eine Vielzahl moderner Yoga Varianten, die sich zum Teil stark voneinander unterscheiden.

Hatha Yoga

Das Hatha Yoga ist zweifellos der beliebteste Yogastil in der westlichen Welt.

Darunter versteht man das körperbetonte Yoga, das heißt eine Abfolge von Übungen und Haltungen, den sogenannten Asanas. Auch die Konzentration und die Atemübungen (Pranayama) spielen im Hatha Yoga eine entscheidende Rolle.

Ziel des Hatha Yoga ist es, die Gelenkigkeit und Geschmeidigkeit der Muskeln zu erhöhen, aber auch besser mit Stress umzugehen. Wer regelmäßig diesen Yoga Stil praktiziert, fühlt sich obendrein ausgeglichener und hat dadurch einen erholsameren Schlaf.

Kundalini Yoga

Das Kundalini Yoga befasst sich mit den Energiezentren des menschlichen Körpers, den sogenannten Chakren.

Anhänger des Kundalini Yogas vergleichen die Lebensenergie mit einer zusammengerollten Schlange, die sich im Bereich des Beckens befindet und durch verschiedene Meditations- und Entspannungsübungen sowie Atemtechniken erweckt werden soll.

Indem diese Schlangenenergie sich an der Wirbelsäule hinaufwindet, durchquert sie die einzelnen Chakren, was zahlreiche positive Effekte mit sich bringt: man fühlt sich ausgeglichener, Stress verfliegt und das Immunsystem wird gestärkt.

Iyengar Yoga

Dieser relativ neue Stil trägt den Namen seines Begründers B.K.S. Iyengar.

Die Besonderheit besteht darin, dass hier die verschiedensten Hilfsmittel zum Einsatz kommen, beispielsweise Decken, Kissen, Stühle oder Holzklötze. Dies ermöglicht auch Anfängern oder nicht so gelenkigen Menschen, die Übungen problemlos auszuführen.

Pränatalyoga

Dieser Yogastil wurde speziell für schwangere Frauen entwickelt, die sich optimal auf die bevorstehende Geburt vorbereiten möchten.

Dabei geht es keinesfalls darum, waghalsige Haltungen einzunehmen oder sich zu überanstrengen, ganz im Gegenteil. Es handelt sich um sanfte Übungen, die das Wohlbefinden steigern.

Pränatalyoga hilft schwangeren Frauen unter anderem:

  • sich zu entspannen und Stimmungsschwankungen in Grenzen zu halten
  • die Gelenkigkeit zu fördern oder aufrechtzuerhalten
  • das Körpergefühl zu fördern, um leichter eine Verbindung zu ihrem Kind aufzubauen
  • durch sanfte Muskelübungen Schmerzen zu lindern
  • die Atemkapazität zu verbessern

Um Verletzungen zu vermeiden, sollten Anfängerinnen in der Schwangerschaft allerdings nur unter fachkundiger Aufsicht Yoga praktizieren.

Yoga Nidra

Dabei handelt es sich nicht nur um einen der außergewöhnlichsten sondern auch um den entspannendsten Yogastil. Die Rede ist vom sogenannten Yogaschlaf.

Beim Yoga Nidra werden keinerlei Übungen gemacht. Auf dem Rücken liegend gelang man in einen Zustand, der sich zwischen Wachsein und Schlaf befindet. Das Ergebnis ist verblüffend: Yoga Nidra bewirkt eine optimale Tiefenentspannung, befreit von Angsten und Stress und empfiehlt sich besonders für Menschen mit Einschlafproblemen oder Schlafstörungen.

Raja Yoga

Der Begriff Raja kommt aus dem Sanskrit und bedeutet König. Raja Yoga, das königliche Yoga, ist der vollständigste Yogastil, denn er beinhaltet neben den bekannten Yoga Übungen auch einige philosophische und spirituelle Ansätze.

Das Raja Yoga wird manchmal auch als Ashtanga Yoga, das achtgliedrige Yoga, bezeichnet, da es sich in folgende acht Wege gliedert:

  • Niyama: die ethischen Verhaltensregeln
  • Yama: Regeln der Selbstdisziplin
  • Asana: die Yoga-Stellung
  • Pranayama: die Atemkontrolle
  • Pratyahara: das Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt
  • Dharana: die Konzentration auf nur einen Gedanken
  • Dhyana: die Meditation
  • Samadhi: das Überbewusstsein, die Erleuchtung

Vinyasa Yoga

Dieser Yogastil ist vom Ashtanga Yoga, einer Variante des Hatha Yoga abgeleitet (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Raja Yoga).

Während im Ashtanga immer dieselbe Übungsabfolge durchgeführt wird, werden die Asanas im Vinyasa Yoga viel freier miteinander kombiniert.

Diese Yoga Richtung zählt zu den sogenannten dynamischen Yogastilen, da die Übungen ineinander übergehen und mit der Atmung synchronisiert werden. Kein langes Verharren in derselben Position – im Vinyasa geschieht alles ist fließend, beinahe wie ein Tanz.

Vinyasa Yoga ist perfekt für alle, die ihre körperliche Leistungsfähigkeit steigern oder aufrechterhalten möchten. Außerdem verhilft diese Praktik zum Idealgewicht, ohne seinen Körper mit Muskelpaketen zu bepacken.

Meditation und spirituelle Aspekte der Yoga Philosophie spielen dabei eine untergeordnete Rolle.

Was versteht man unter Power Yoga? Ganz schön sportlich: Vinyasa Yoga. Manche Übungen erfordern jahrelanges Training. | Quelle: pixabay

Was heißt Namasté?

Mit Sicherheit habt Ihr schon einmal das Wort Namasté gehört.

Yogis sagen sich dieses Wort zu Beginn und zum Ende der Yoga Sitzung, üblicherweise in Verbindung mit einer Handgeste, die Außenstehende gern mit einem Gebet vergleichen. Zu Unrecht!

Oder ist es unter Eingeweihten eine Art der Danksagung? Erst recht nicht. Wie Ihr seht, gibt es hier noch reichlich Erklärungsbedarf.

«Namasté» – wobei die Betonung auf der letzten Silbe liegt «Namast-TEE»  – und  «Namaskar» sind eine höfliche und respektvolle Art, sein Gegenüber zu begrüßen.

Dabei werden die Hände ähnlich wie beim Gebet gefaltet und man verbeugt sich kurz nach vorn.

Anstatt sich wie hierzulande die Hände zu schütteln, üben die Menschen in Indien und Nepal die Namasté Geste im alltäglichen Leben und unabhängig von der Tageszeit zum Gruß aus.

Aber in Wirklichkeit drückt man damit viel mehr aus, als seinem Gegenüber schlicht einen guten Tag zu wünschen.

Das hierzulande vor allem aus dem Yoga bekannte Namasté steht nämlich für „Ich verbeuge mich vor Dir.“

Da laut indischer Philosophie jeder Mensch etwas Heiliges, Göttliches verkörpert, bedeutet Namasté im weiteren Sinne auch „Das Licht in mir grüßt das Licht in dir.

Je nachdem, auf welcher Höhe die gefalteten Hände gehalten werden, hat diese Mudra-Handgeste eine völlig unterschiedliche Bedeutung:

  • Gefaltete Hände über dem Kopf, um die Götter zu Grüßen
  • Gefaltete Hände auf Augenhöhe als Zeichen des Respekts vor einem Lehrer oder Guru
  • Gefaltete Hände auf Höhe des Herzens: dies ist die gängigste Namasté-Geste, nämlich zum Gruß eines Gleichgestellten

Neben der Ehrfurcht, die diese Geste verkörpert, soll sie das Ausströmen der Lebensenergie vom Herzen aus durch den ganzen Körper ermöglichen, weshalb sie im Yoga eine zentrale Rolle spielt.

Ausschlaggebend sind dabei die positive Einstellung und die Konzentration auf das Hier und Jetzt.

Wie begrüßen sich Yogis untereinander? Die im Yoga allgegenwärtige Namasté Geste: Für noch mehr Gelenkigkeit sorgt die Variante hinter dem Rücken. | Quelle: pixabay

Was versteht man unter Flow Yoga?

Jeder, der sich für einen Yoga Kurs interessiert, wird bei der Auswahl des Yoga Stils vor die Qual der Wahl gestellt. Um den vielseitigsten Bedürfnissen gerecht zu werden, werden ständig neue Yoga Richtungen bzw. Varianten entwickelt.

Eine Yoga Art, die dabei nach wie vor auf besonders große Begeisterung stößt, ist das sogenannte dynamische Yoga, ein Sammelbegriff für verschiedene Stile wie Ashtanga Vinyasa, Flow Vinyasa oder Power Yoga.

Diese dynamischen Yoga Richtungen haben alle einen gemeinsamen Ursprung: das Ashtanga Yoga, das wiederum aus dem Hatha Yoga entstanden ist.

Im Gegensatz zu den sehr spirituellen Stilen wie beispielsweise Kundalini konzentriert man sich hier hauptsächlich auf die körperlichen Übungen (Asanas). Yoga wird zum Sport.

Der Unterschied zum Hatha Yoga ist die Art, die Übungen auszuführen: Während es beim Hatha eher ruhig und entspannt zugeht, gehen die Bewegungen bei den dynamischen Yogastilen fließend ineinander über und werden mit der Atmung (Pranayama) in Einklang gebracht.

Alles geschieht gleichmäßig und rhythmisch, wobei die Bewegungsabfolge beinahe einer Choreographie gleicht.

Der Begriff „Vinyasa“, den man im Namen der fließenden Yogastile findet kommt aus dem Sanskrit, wobei „Vi“ „eine bestimmte Art und Weise“ bedeutet und „Nyasa“ mit „Bewegung“ oder „Platzierung“ übersetzt werden kann.

Der vom indischen Yogalehrer Krishna Pattabhi Jois (1915-2009) ab 1927 unterrichtete Ashtanga Vinyasa Stil hat sich längst wie ein Lauffeuer verbreitet.

Es handelt sich um einen stark codierten Stil, bei dem die Bewegungen immer in derselben, festgelegten Reihenfolge ausgeführt werden. Es gibt nur 6 Übungsabfolgen, die es allerdings in sich haben.

Anspruchsvolle Bewegungen, die viel Kraft erfordern sowie akrobatische Sprünge erfordern ein hohes Maß an Durchhaltevermögen. Manche Schüler brauchen Jahre, um eine Übungsserie perfekt zu beherrschen.

Flow Vinyasa Yoga basiert auf denselben Übungen, nur sind die Bewegungsabläufe noch fließender und können freier miteinander kombiniert werden.

Power Yoga ist eine weitere moderne – und sehr sportliche – Variante des dynamischen Yogas.

Dieser Stil ist noch freier und unkomplizierter, aber auf das Synchronisieren der Bewegungen mit der Atmung wird großen Wert gelegt. Asanas sind je nach gewähltem Thema unterschiedlich kraftvoll, mal schnell und mal langsam, und können auch mit Musik ausgeführt werden. Es werden keinerlei Sanskrit Bezeichnungen verwendet, und von Meditation und Erleuchtung ist man hier weit entfernt.

Denn wie der Name schon sagt  steht beim Power Yoga das Fitness Training im Vordergrund. Dabei sollen Fettpolster verbrannt und Giftstoffe ausgeschwitzt werden.

Probiert es einfach selbst aus! Dynamische Stile wie Flow haben zahlreiche Vorteile:

  • Steigerung der Gelenkigkeit und des Muskeltonus
  • Muskelstärkung (insbesondere im Rücken- Bauch und Po-Bereich)
  • schlankere, sportlichere Silhouette
  • Verbesserung der Atemkapazität
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Förderung der Selbsterkenntnis und des Körperbewusstseins
  • Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
  • besserer Umgang mit Stress
  • Ausgeglichenheit statt Stimmungsschwankungen, Spannungen oder Angstzuständen
  • Regulierung des Blutdrucks

Hier noch ein paar Tipps, die wir Euch mit auf den Weg geben wollen:

  • Ashtanga, Flow und Power Yoga sollten nicht in der Schwangerschaft praktiziert werden. Dafür gibt es das sanftere und viel weniger anspruchsvolle Pränatalyoga
  • Alles mit Geduld! Lasst Euch Zeit, mit den Übungsabfolgen vertraut zu werden und werft nicht gleich das Handtuch, wenn es nach ein paar Wochen noch nicht klappt.
  • Übung macht den Meister: ein tägliches Training von kurzer Dauer ist besser als eine Hauruck-Aktion einmal pro Monat!
  • Beginnt mit einfachen Übungen und steigert allmählich den Schwierigkeitsgrad
  • Yoga ist kein sportlicher Wettbewerb: hier gibt es Freiraum für ein Training ohne Kritik und Voreingenommenheit
  • Yoga soll vor Allem Freude machen: Lasst Euch keinen Lebensstil aufzwingen, von dem Ihr nicht selbst überzeugt seid.

Lachyoga: die Kunst des grundlosen Lachens

Vorsicht: Ansteckungsgefahr! Der mit Anstand verrückteste Yogastil hat es in sich!

Alles begann 1995 in Indien. Gegründet wurde diese Yogarichtung vom indischen Arzt und Therapeuten Madan Kataria, dem bei seiner Arbeit auffiel, dass fröhliche Menschen schneller von ihren Krankheiten geheilt wurden als trübsinnige Patienten.

Mit der festen Überzeugung, bei seinen Patienten das Krankheitsbild durch Lachen positiv beeinflussen zu können, schloss er seine Arztpraxis und eröffnete den ersten Lachclub Indiens.

Aus einer kleinen Gruppe schräger Vögel wurde in den letzten zwanzig Jahren eine Erfolgsgeschichte wie aus dem Bilderbuch: Katarias grundloses, ansteckendes Lachen, das weder Witze noch Humor bedarf, wurde zur weltweiten Bewegung, die längst nicht mehr zu stoppen ist.

Von den USA über Kanada nach Großbritannien, Deutschland, Japan, Australien und Finnland trat das Lachyoga – Hasya Yoga für die Eingeweihten – seinen Siegeszug um den gesamten Erdball an.

Mittlerweile existieren über 5000 Lachclubs in 106 Ländern, wo man sich unter Gleichgesinnten nach Lust und Laune beeimern kann.

Was hat ein Lachanfall mit Yoga zu tun? Völlig durchgeknallt? Nein, das ist Lachyoga! Wer Hasya Yoga praktiziert, wergisst den Alltagsstress und tut seiner Gesundheit etwas Gutes. | Quelle: pixabay

Wer sich einmal im Lachyoga ausprobiert, wird merken, dass es gar nicht so einfach ist, ohne Grund loszuprusten.

Genau deshalb gibt es Lachclubs: Je mehr Scherzkekse mitmachen, desto besser!

Am Anfang wird künstlich gelacht, wobei auch gern Grimassen, albernes Verhalten und kindische Spielereien mit einbezogen werden, um Hemmungen abzubauen.

Und genau hier kommt der Ansteckungsfaktor ins Spiel: Denn irgendwann wird das gespielte Lachen zum echten, bis sich keiner mehr halten kann.

Aber was hat es mit dem Wundermittel Lachen auf sich?

Tatsächlich verbessert Lachen unseren Gesundheitszustand, indem es den Körper mit mehr Sauerstoff versorgt, die Herzfrequenz erhöht und jede Menge Glückshormone ausschüttet.

Stress ist durch den Lachanfall wie weggeblasen, man fühlt sich munter und ist einfach gut drauf.

Wer also seiner Gesundheit etwas Gutes tun will aber keine List auf Joggen hat, sollte einfach mal beim nächsten Lachclub vorbeischauen.

Und übrigens ist Lachyoga ein hervorragendes Mittel, um wirkungsvoll und ohne Medikamente eine Depression zu bekämpfen.

*

Wie Ihr seht, ist Yoga nicht gleich Yoga. Manche Yoga Richtungen unterscheiden sich von einander wie Tag und Nacht.

Wenn auch Ihr neugierig auf Yoga geworden seid, helfen Euch unsere Lehrer, den richtigen Yogastil, Kurs und Übungsrhythmus zu finden.

Namasté

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar