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Arabisch: Eine Sprache mit vielen Facetten

Von Florence, veröffentlicht am 05/12/2018 Blog > Sprachen > Arabisch > Arabisch: Eine Sprache mit vielen Facetten

Wie es der Name der Sprache schon verrät: Die arabische Sprache, vor allem in der klassischen Form des Hocharabischen, hat sich von der arabischen Halbinsel aus als die Sprache des Korans verbreitet.

Sie gehört zum semitischen Zweig der afroasiatischen Sprachfamilie, zu denen auch das Hebräische oder das Maltesische gehören.

Weltweit werden Varianten des Hocharabischen von etwa 370 Millionen Menschen gesprochen. Somit ist Arabisch die 6. Weltsprache! Die arabische Sprache steht übrigens mit mehr als 100 000 Sprechern nach Russisch, Türkisch, Polnisch, Kurdisch, Italienisch und Griechisch auch an 6. Stelle der meist gesprochenen Sprachen in Deutschland!

Die arabische Sprache erweckt durch ihre erstaunliche Phonologie und Phonetik Neugierde, was aber vor allem auffällt, sind die unglaubliche Menge an Dialektvariationen.

Das Hocharabische wird meist nur im formellen Rahmen (Reden, Nachrichtensendungen usw.) genutzt und auf überregionaler Ebene wird am Besten das Ägyptische Arabisch verstanden, was auf seine Verbreitung durch die Filmindustrie zurückzuführen ist. Die große vielen arabischen Regionalsprachen unterscheiden sich jedoch in Lautbestand, Wortschatz, Formen- und Satzbildung sehr stark vom Hoch-Arabischen.

Wir werden uns hier auf das literarische Arabisch und die Sprache des Korans konzentrieren, die vielen regionalen Ausprägungen überlassen wir dem Studium der Sprachwissenschaftlern!

Arabisch für die Kleinen

In den letzten Jahren wurden immer mehr Stimmen laut, die Arabisch auch als Schulfach an öffentlichen Schulen forderten. Bisher sind die Bundesländer aber noch sehr uneins was ihre Haltung zu flächendeckendem Arabisch Unterricht angeht.

Inzwischen bieten in etwa die Hälfte der Länder Arabisch Unterricht an, der in die Lehrpläne integriert und von Regelschullehrern gehalten wird.

Manche Länder, wie Bayern und Baden-Württemberg, delegieren den Sprachunterricht an die Konsulate, die eigenständig die Lehrinhalte stellen und die Lehrer im Herkunftsland rekrutieren. Andere Länder, wie Sachsen, Berlin oder Hamburg nutzen beide Methoden (Regellehrer + Konsulate).

In Berlin z.B. wird Arabisch nur im Rahmen des Projekts „Muttersprache Arabisch“ an vier staatlichen und außerdem noch in zwei privaten Grundschulen unterrichtet. Ab Klasse 7 und für Nicht-Muttersprachler (an staatlichen Schulen) gibt es leider bisher überhaupt keine Angebote.

Außerdem gibt es natürlich noch die Möglichkeit an privaten Sprachschulen oder in Moscheen Arabisch zu lernen. Das wird aber nicht unbedingt jedem Lernerprofil entsprechen!

Was verbindest Du mit der arabischen Schrift? Der Künstler und Designer Samir Malik ist einer der Pioniere der neuen islamischen Kalligraphie. | Quelle: Visualhunt

Dabei sind sich Pädagogen und Sprachwissenschaftler darüber einig, dass es einfacher ist eine Sprache zu lernen, wenn man noch ein Kind ist, als in späteren Jahren.

Daher macht es auch für Nicht-Muttersprachler Sinn mit dem Arabisch Lernen schon in frühesten Jahren zu beginnen.

Wenn Arabisch nicht schon zum Familien-Alltag gehört, wird der Sprachunterricht an einen Dritten weitergegeben werden müssen.

Wenn die öffentliche Schule (wie es in Deutschland oft der Fall sein wird) diese Rolle nicht übernehmen kann, müssen private pädagogische Strukturen genutzt werden. Diese werden kostenlos im Falle von freundschaftlichen Beziehungen, oder aber kostenpflichtig sein, wenn Du Dich für Fernunterricht oder privaten Arabisch Unterricht bei Dir zu Hause entscheidest.

Im Idealfall solltest Du auf zwei Dinge achten:

  1. Ein/e junge/r Schüler/in sollte nicht überfordert werden,
  2. Der/die Schüler/in sollte Deutsch schon gut genug beherrschen oder weiterhin gut lernen (bei Arabisch Muttersprachlern), damit das Lernen der neuen Sprache keine negativen Auswirkungen auf die Deutsch-Kenntnisse hat.

Wenn diese zwei Bedingungen gegeben sind, kann jeder Schüler schon früh mehrere Sprachen lernen. Zweisprachige Familien beweisen es: Kinder können schon im jüngsten Alter bilingual sein und somit zu perfekten Deutsch- und Arabisch-Sprechern werden!

Damit die jungen Schüler nicht überfordert werden und ihren Spaß an der Sache haben, ist es ratsam ihnen interaktive und spielerische Lernsituation anzubieten. Selbst die Aufgaben und die anschließende Evaluation sollte in diesem angenehmem Rahmen geschehen.

Neue Technologien können hier sehr hilfreich sein. Manchmal bringt eine einfache Google Suche gute Resultate: Auf Google Videos kannst Du z.B. in kürzester Zeit hunderte arabische Bilder oder Videos finden, die tolle Geschichten und Märchen erzählen. Vielleicht sind Tausendundeine Nacht ja auch dabei?

In klassischer Manier sollte beim Unterricht für die Kleinsten immer auch Musik und Gesang mit integriert werden.

Wie alle Sprachen, kennt das Arabische auch einige Abzählreime und einfache Melodien mit ansprechendem Rhythmus:

  • Mama zamanha gaya,
  • Doha ya doha
  • Oder Barboori rye harye a

Eine andere gute Möglichkeit sind einfache arabische Brettspiele. Apps sollten allerdings noch nicht genutzt werden, da Bildschirme in den ersten Entwicklungsjahren nicht unbedingt förderlich sind!

Die Facetten des arabischen Alphabets

Eine Sprache besteht aus einer Assoziation von Lauten und Phonemen, deren Grundlage das Alphabet ist. Ohne Alphabet kannst Du also keine Sprache lernen.

Selbst vor der Erfindung der Schrift in Mesopotamien, die den Übergang der Vorgeschichte zur Geschichte darstellt, haben sich die mündlichen Sprachen auf eine Art Alphabet gestützt.

Das arabische Alphabet besteht aus 28 Buchstaben.

Die Philologen sind sich heute zum Großteil einig: Das arabische Alphabet hat sich im 4. Jhdt. n. Chr. aus dem Nabatäischen, einer Variante der aramäischen (eventuell syrischen) Schrift, von der 2500 Jahre alte Gravierungen gefunden worden sind, weiterentwickelt.

Die aramäische Sprache selbst ist der phönizischen Schrift entlehnt, aus der auch die griechische Sprache und fast alle weiteren alphabetischen Schrift entstanden sind.

Diese entfernte Verwandtschaft hat allerdings nicht sonderlich viele Ähnlichkeiten hinterlassen…So viel steht fest!

Die älteste Spur der arabischen Schrift ist eine dreisprachige Inschrift in griechisch, syrisch und arabisch, die im syrischen Zabad gefunden wurde und auf das Jahr 512 n. Chr. geschätzt wurde.

Hast Du schon einmal einen Koran geöffnet und die Kalligraphie bewundert? Eine Ode des Korans. | Quelle: Commons Wikimedia

Das literarische Arabisch ist das koranische Arabisch, daher macht es nur Sinn, dass sich das arabische Alphabet im 7. Jhdt. n. Chr. in der Zeit Mohammeds mit dem Koran gefestigt hat.

Um wirklich alle Nuancen erfassen zu können, hat das Arabische die 22 aramäischen Buchstaben mit 6 neuen vervollständigt. So ist das moderne arabische Alphabet entstanden.

Die „neuen“ Buchstaben sind nach wie vor mit kleinen Zeichen (Punkten) versehen, die sie von den „alten“ Buchstaben differenzieren.

Von diesem Zeitpunkt an, hat sich das Arabisch rapide verbreitet und ist nun weltweit präsent.

Für diejenige, die diese Sprache von neu auf lernen möchten, ist es wichtig zu wissen, dass jeder Buchstabe seine Form verändert und zwar abhängig davon ob:

  • Er am Anfang oder am Ende eines Wortes steht,
  • Er in der Mitte eines Wortes oder isoliert steht.

Webseiten wie Arabisch-Online.com oder der Youtube Channel Syrisch Arabisch Lernen können Dir dabei helfen, so schnell wie möglich Deine Arabisch Grundlagen aufzubauen.

Wie lernst Du Arabisch zu schreiben?

Das griechische Alphabet ist für einen Deutsch-Muttersprachler schon eine große Herausforderung… Wie steht es dann erst um das hebräische und um das arabische Alphabet?!

Die arabischen Symbole können erst einmal verwirren, so wie Hieroglyphen kommen sie Dir vielleicht sehr mysteriös vor! Aber: Jedes Kommunikationssystem hat einen Schlüssel, der das Ganze klar wie Quellwasser werden lässt. Du musst nur die richtige Eingangstür finden.

Arabisch Schreiben lernen ist möglich.

Bevor Du anfängst, sollte Dir jedoch klar sein, dass die Transkription der arabischen Sprache eine der schwierigsten überhaupt ist. Für positive Resultate musst Du Dich also ins Zeug legen!

Außerdem musst Du beachten, dass das literarische Arabisch komplexer als das dialektische ist. Als Nicht-Muttersprachler wird Dich jedoch vor allem das Hocharabisch interessieren.

Die Sprache des Korans wird von Eliten und öffentlichen Figuren genutzt, zusätzlich zum offensichtlichen sakralen Gebrauch innerhalb der Religion. Wenn Du diese Sprache sprichst, wirst Du also in jedem Fall verstanden werden, egal ob im Mündlichen oder Schriftlichen, und egal in welchem arabischen Land Du Dich gerade befindest.

Wir wollen Dir natürlich keine Angst einjagen, Du solltest aber definitiv mit 2000 Arabisch Unterrichtsstunden rechnen, bevor Du selbstständige Arabisch Schreibkompetenzen entwickeln wirst.

Im Klartext: Du musst sehr motiviert und mit voller Leidenschaft dabei sein!

Warst Du schon einmal in Dubai? Wie wäre es Du testest Deine neugewonnenen Arabisch Kenntnisse auf einem Urlaub in Dubai? | Quelle: Pexels

Die wichtigsten Charakteristiken der arabischen Schrift und ihrer 28 Buchstaben sind:

  • Schreibrichtung ist von rechts nach links,
  • Sie ist eine Kursive, eine Schreibschrift (die meisten Buchstaben eines Wortes sind verbunden),
  • Es gibt keine Vokale (wie beim traditionellen Hebräisch),
  • Es gibt keine Majuskelschrift (wie beim Latein)…

Somit ist Arabisch Lesen für Anfänger eine große Herausforderung. Die arabische Kalligraphie ist wiederum, genauso wie das Japanische oder Chinesische eine grafische Kunst, die für sich steht.

Es gibt zum Glück Lernhefte und Bücher, um Arabisch Schreiben zu lernen, z.B. bei Klett oder Hueber.

Wenn Dein Budget gerade nicht für Bücher ausreicht, kannst Du auch kostenlose Angebote im Internet nutzen wie z.B. Write with me in Arabic.

Und was vor allem zählt, ist dass Du regelmäßig übst: Du kannst im Internet – oder im echten Leben – jemanden finden, mit dem Du Arabisch Lesen, Schreiben oder Sprechen kannst. Die Praxis ist notwendig!

So wirst Du auch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht nur die Sprache, sondern auch etwas über die arabische Kultur lernen.

Wie betet man auf Arabisch?

Die Religionszugehörigkeit ist einer der wichtigsten Gründe, um die arabische Sprache zu lernen. Viele Menschen können ihren muslimischen Glauben nur dann voll ausleben, wenn sie ihn in der Sprache Allah’s praktizieren können.

Auf Arabisch zu beten ist für Nicht-Muttersprachler nicht einfach. Aber selbst für Menschen, die einen arabischen Dialekt als Muttersprache haben, ist es eine große Herausforderung, alle Handlungen und Gesten den Vorschriften des Islams entsprechend auszuführen.

Eine der 5 Säulen (Hauptpflichten) des Islams ist das rituelle Gebet, das 5 Mal am Tag verrichtet werden soll.

Das Ritual verbindet bestimmte arabische Formeln mit verschiedenen körperlichen Gesten und Haltungen, sowie rituelle Waschungen vor dem Gebetsbeginn.

Macht Dir das Arabisch Lernen Spaß? Arabisch Lernen sollte Spaß machen! | Quelle: Pexels

In der christlichen Welt wird Arabisch vor allem von der Syrisch-Maronitischen Kirche genutzt. 

Es gibt aber auch noch einige andere Gemeinden, wie z.B. die Alawiten in Syrien, die einen gängigen Gebrauch von ihr machen.

Sie bleibt meistens eng mit der Verehrung Allah’s verbunden und hat somit einen ähnlichen Status wie das Griechische, Lateinische oder Altkirchenslawische.

Hier findest Du Lehrer, die Arabischunterricht Online anbieten…

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