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Alles Wissenswerte zum Thema Boxen

Von Stefanie, veröffentlicht am 30/04/2019 Blog > Sport > Boxen > Alles Wissenswerte zum Thema Boxen

Es ist schwer, bescheiden zu sein, wenn man so großartig ist wie ich“
Muhammad Ali (1942-2016)

Der mehrfache Weltmeister im Schwergewichtsboxen, Muhammad Ali, polarisiert. Bei den Einen löst er Begeisterung aus, bei den Anderen Kritik.

Noch heute führt der verstorbene Weltmeister des Boxsports die Rangliste der größten Boxlegenden an.

Er ist nicht nur während seiner glorreichen Tage im Boxring ungeschlagen geblieben, sondern verkörpert auch ein Vorbild im Hinblick auf Fortschritt und Menschenrechte.

Aber es ist und bleibt Profi-Boxen, und zu meinen, Gott zu sein, verhindert offensichtlich nicht, dass das Leben trotzdem irgendwann ein Ende nimmt, könnte man der Box-Ikone entgegenhalten.

Auf jeden Fall haben die großen Boxer des 20. Jahrhunderts – im englischen Boxen in Paris, im amerikanischen Boxen (Vollkontakt), im französischen Savate Boxen, im thailändischen Boxen und im Kickboxen – wesentlich zur Entwicklung des Boxens im Kampfsport beigetragen und ihn als eine der beliebtesten Sportarten etabliert.

Je nach Boxausrüstung – Boxhandschuhe, Unterziehhandschuhe, Bandagen und Halb-Handschuhe, Mundschutz, Schienbeinschoner, Boxschuhe, Boxhosen, Brustschutz, Tiefschutz, Boxhelme – zur körperlichen Vorbereitung (Aufwärmen, Boxtraining und Stretching) trainieren Mitglieder eines Sportzentrums auf unterschiedliche Weise.

In diesem Artikel erfährst Du alles, was Du über die manchmal noch unbekannte Welt des Boxens wissen musst.

Die große Geschichte des Boxens

Während der Nahkampf lange Zeit als Gewaltakt missverstanden wurde, der lediglich dazu diene, sich abzureagieren, wird er zunehmend als „Zirkeltraining“ für den Gesundheitssport angesehen.

Das Kolosseum in Rom Dies ist der alte Boxring, in dem die ersten Faust- und Pankration-Kämpfe stattfanden: das Kolosseum. | Quelle: Pixabay

Um besser nachvollziehen zu können wovon wir eigentlich sprechen, folgt hier ein Rückblick auf die Geschichte des Boxens.

Das Boxen entstand um das 6. Jahrhundert v. Chr., als der Mensch begann, das Schlagen und Treten als natürliche Waffe zu benutzen.

Im antiken Griechenland und im Römischen Reich handelte es sich mehr um eine primitive Form des Boxens, die oft zum Tod von einem der Kämpfer führte: der Faustkampf und das Pankration.

Im Faustkampf, auch Pugilismus genannt, wurde nur auf den Kopf gezielt, weswegen die Deckung ständig oben gehalten werden musste. Bei dem Pankration sollten die Kämpfer hingegen im Nahkampf auf jegliche sich bietenden Körperteile schlagen und es gab keine Tabus.

Im Jahr 408 v. Chr. nahm Polydamas an den Olympischen Spielen teil, wurde Pankration-Sieger und somit Teil der alten Legende: Ein großer unbesiegter Champion, dessen Karriere ein tragisches Ende nahm.

Nachdem der römische Kaiser Theodosius der Große Gladiatorspiele im Jahr 392 n. Chr. verboten hatte, geriet Boxen vierzehn Jahrhunderte lang in Vergessenheit.

James Figg (1695-1734) war der erste Boxer, der mit bloßen Händen eine Mischung aus Boxen, Ringen und Fechten praktizierte.

Angesichts der durch die Kämpfe verursachten Todesopfer stellten seine Nachfolger Regeln für diesen neuen Sport auf. Jack Broughton (1704-1789) leistete dabei einen besonderen Beitrag, indem er 1743 die ersten universellen englischen Boxregeln, die London Prize Ring Rules, verfasste.

Boxen war im Laufe des 19. Jahrhunderts von Gewalt, Korruption und Betrug geprägt. Erst 1866 wurde das Tragen von Boxhandschuhen Pflicht, die Abmessungen des Rings wurden festgelegt und der Kampf gegen einen am Boden liegenden Gegner wurde verboten.

Von der ersten bis zur letzten Runde sollten die Teilnehmer sich zwischendurch erholen können. Daher wurde jede Runde auf eine Dauer von drei Minuten begrenzt.

Boxen wird erst 1891 erlaubt, wohingegen das französische Savate-Boxen – eine Mischung aus Kickboxen und Fechten mit Körperkontakt und einer sogenannten „Canne de Combat“ – sich in Frankreich etabliert.

Das 20. Jahrhundert wird zum goldenen Zeitalter des Boxens, mit Siegern, die von Kriminellen zu internationalen Berühmtheiten wurden.

Georges Carpentier (1894-1975) wurde der erste französische Meister der Weltergewichte (halbmittel) und gewann 1920 den Weltmeistertitel im Halbschwergewicht.

Die Liste der WBO- (World Boxing Organization) und WBA-Sieger (World Boxing Association) wird immer länger: Muhammad Ali (1942-2016), Mike Tyson, Floyd Mayweather Jr., Rocky Marciano, Manny Pacquiao, Jake LaMotta, Georges Foreman, Joe Grazier, Wladimir Klitschko, etc.

Warum Boxen? Unsere 10 Gründe!

Neben der Bereitschaft, mit so viel Geschick und Kraft zuzuschlagen wie ein großer Boxmeister, um jeden Gegner zu bekämpfen, bietet das Training an einem Boxsack, mit Pratzen und einem Schlagpolster eine Fülle von Vorteilen.

Boxen gilt als sehr umfassende Sportart Boxen stimuliert das Gehirn: Geist, Stärke, Selbstbeherrschung, Respekt, Ruhe und Entschlossenheit. | Quelle: Pixabay

Tatsächlich ist Boxen gut für die körperliche und geistige Gesundheit. Hier sind zehn Gründe, mit dem klassischen Boxen, französischen Boxen oder Thaiboxen anzufangen.

  1. Boxen ist eine der umfassendsten Kontaktsportarten. Sei es nun pädagogisches Boxen, Amateurboxen, professionelles Boxen, Thai-Boxen oder Savate als Freizeit-Boxen: Es wird auf Gesicht und Brust gezielt. Wer Kickboxen lernen möchte, muss zudem seine Beinarbeit perfektionieren (Savate-Boxen, Lethwei, Khmer-Boxen, Thai-Boxen, Kickboxen, MMA-Boxen). Boxen ist ein Sport, der es Dir ermöglicht, Kraft aufzubauen, während Du gleichzeitig Präzision, Selbstbeherrschung, Selbstvertrauen, Geschicklichkeit, Kampftechniken und -strategien sowie gegenseitigen Respekt (es sind keine Stöße auf den Rücken erlaubt) trainierst: Um durch k.o., nach Punkten oder eine Schlagabfolge mit Uppercut zu gewinnen, musst du auch clever sein und gut ausweichen können.
  2. Durch Boxen kannst Du deine Figur straffen: Während der Gruppenkurse aktivierst Du mehr Muskeln als bei einem Besuch im Fitnessstudio. Boxen oder Kampfsport allgemein ermöglicht es Dir, deinen Körper zu trainieren, abzunehmen und eine athletische Figur zu haben.
  3. Daher kann man mit Boxen Gewicht verlieren: Eine Stunde Boxen verbrennt mehr Kalorien als eine Stunde Schwimmen.
  4. Es handelt sich um ein sehr umfassendes Herz-Kreislauf-Training: Boxen und MMA sowie die asiatische Kampfkunst (Ju-Jitsu, Kung-Fu, Karate, Aikidō, Judo, Taekwondo, K1, Krav Maga, Viet Vo Dao, etc.) stimulieren die körperliche Verfassung und die Leistungsfähigkeit des Herzens.
  5. Ein Sport, um sich abzureagieren: Stress an Boxsäcken abzulassen und seine Energie zu kanalisieren erhöht das Wohlbefinden und hat eine beruhigende Wirkung auf den menschlichen Körper.
  6. Es handelt sich um ein hochwertiges Muskelaufbauprogramm: alle Muskeln werden gleichermaßen gestärkt, von den Waden bis zum Quadrizeps, den Bauchmuskeln, den Unterarmen, die Körperstabilität, etc.
  7. Durch das Boxtraining in einem Sportverein erlernt man Selbstverteidigung, um auch im Alltag gegen mögliche Angriffe gewappnet zu sein.
  8. Boxen fördert die soziale Kompetenz: Männer- und Frauenboxen steht allen offen und es wird gemeinsam in einer freundlichen Atmosphäre trainiert. Die Sportart ist an die körperliche Verfassung jedes einzelnen angepasst und das Miteinander steht im Vordergrund.
  9. Eine gemischte Sportart: mit etwa 30 % Frauenanteil in jedem Boxverein sind Frauen im Boxen stark vertreten.
  10. Eine taktische Sportart: Das Training in einem Boxclub erfordert Schlagkraft, Explosivität, aber insbesondere körperliche und kognitive Fähigkeiten, um die Stärken und Schwächen des Gegenübers zu erkennen und die Schlagtechnik entsprechend anzupassen.

Bist Du nun davon überzeugt, einem Dojo beizutreten? Jeder Boxclub benötigt eine angemessene Sportbekleidung, um unter den besten Voraussetzungen zu trainieren.

Das wichtigste Element der Boxausrüstung sind die Boxhandschuhe.

Welche Marke von Boxhandschuhen sollte man wählen?

Auf dem Sportartikelmarkt gibt es viele Marken von Boxhandschuhen.

Gute Handschuhe beugen in erster Linie Verletzungen vor: das Schlagen mit bloßen Händen auf einen Boxdummy, einen Speedball oder einen Boxsack kann das Gewebe der Faust beschädigen und unangenehme Schnitte verursachen.

Worauf legt ihr beim Boxen besonders Wert? Boxhandschuhe haben einen Einfluss auf die Qualität des Kampfes: Mit schweißabsorbierender Schaumstoffpolsterung oder ohne? | Quelle: Unsplash, Credits: Matheus Ferrero

Die Handschuhe verteilen die Schlagkraft und schützen sowohl den Boxer als auch seinen Gegner. Zu diesem Zweck sind verschiedene Materialien wie Lederpolsterung, Lederimitat oder Kunstleder vorgesehen.

Beim Kauf der besten Boxhandschuhe sollten mehrere Auswahlkriterien berücksichtigt werden:

  • Das Boxniveau: Ein Olympiasieger benötigt eher ein High-End-Produkt als ein Anfänger, der hobbymäßig in einer Sporthalle um die Ecke trainiert.
  • Die Größe der Handschuhe richtet sich nach dem Gewicht. Zu kleine Handschuhe erhöhen die Intensität des Schlages und reduzieren die Deckung, zu große Handschuhe verringern die Geschwindigkeit. Je nach Gewichtsklasse reichen die Handschuhgrößen vom Bantam- bis zum Superschwergewicht von 8 bis 12 oz.

Sobald du die optimale Größe basierend auf deinen Zielen, deiner Statur und deinem Gewicht bestimmt hast, gilt es im Anschluss, die Produkte anhand ihrer Preise zu vergleichen.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Marken für Boxhandschuhe, die sich in Preisspannen von 10-15 € bis hin zu über 150 € bewegen.

So verkauft die Sportmarke Décathlon zum Beispiel Handschuhe für Einsteiger für 12 €, wohingegen die Marke Dragon Bleu professionelle Boxhandschuhe der Spitzenklasse für 199 € anbietet.

Die High-End-Handschuhe werden vom französischen Boxverband für Wettkämpfe (französische Meisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften, Olympische Spiele) empfohlen und verfügen über eine hochwertige Lederbeschichtung, die sie besonders widerstandsfähig macht.

Adidas, Domyos, Everlast, Metal Boxec, Reyes, Twins, Venum, Fairtex, Ringhorns, etc. sind ebenfalls Marken, die alle Preiskategorien abdecken.

Die besten Boxfilme

Spricht man über das Boxen, so denkt man häufig an Sylvester Stallone in seiner Rolle als der Boxer Rocky Balboa. Auch wenn dieser Film sich zweifellos in die Köpfe der Menschen eingebrannt hat, hat die Filmbranche noch weitaus mehr Meisterwerke anzubieten.

Boxen wurde in verschiedenen Filmen thematisiert. Es gibt eine Vielzahl guter Filme zum Thema Boxen. |  Quelle: Pixabay

Hier eine Auswahl von zehn Kultfilmen, von Charlie Chaplin, der einen Underdog-Boxer auf seinem Weg zum neuen Champion verkörpert, bis hin zu Clint Eastwood, einem Boxtrainer, der eine weibliche Boxhoffnung auf ihrem Weg zum Ruhm bis hin zu ihrem vorzeitigen Tod begleitet (Million Dollar Baby):

  • Der Champion (1915),
  • Die „Rocky“-Serie (8 Filme seit 1976),
  • Wie ein wilder Stier (1980),
  • When We Were Kings – Einst waren wir Könige (1996),
  • Hurricane (1999),
  • Girlfight – Auf eigene Faust (2000),
  • Ali (2001),
  • Million Dollar Baby (2004),
  • das Comeback (2005),
  • der Boxer von Auschwitz (2013).

Das Interesse am Boxen ist so groß, dass sich die Zahl der besten Filmproduktionen schnell vervielfacht hat: die Hälfte der Filme unter diesen Top 10 wurden seit Beginn der 2000er Jahre produziert.

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