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In die Kultur und Sprache Japans eintauchen

Von Anna, veröffentlicht am 14/03/2019 Blog > Sprachen > Japanisch > Der Einfluss der Kultur und Sprache Japans

Japan ist bekannt für seine wunderschöne Natur, seine gesunde Küche, eine ganz besondere Mentalität und Spiritualität, aber auch für seine Technologie- und Automobilbranchen und natürliche Animes und Mangas.

Wenn man Japanisch hört oder sogar selbst lernt, denkt man unweigerlich auch an:

  • Die wunderschönen Landschaften und Kirschblüten
  • Bekannte Schriftsteller und Mangakünstler
  • Eine ganz besondere Kulinarik: mit Sushi im Mittelpunkt
  • Die liebe zu Fortschritt und Technologie (z. B. Robotik)

In Deutschland, aber auch in Europa und der westlichen Welt ganz allgemein, ist die japanische Kultur omnipräsent.

  • Wer hat noch nie Sushi zumindest mal probiert?
  • Wer hat noch nie ein Manga gelesen oder ein Anime gesehen?
  • Wer hatte noch kein elektronisches Gerät, Musikinstrument oder Motorrad einer japanischen Marke?

In diesem Artikel schauen wir uns an, wie weit die Strahlkraft der Kultur des Land des Lächelns reicht.

Die japanische Küche – Stichwort Sushi

Wie Du sicherlich weißt, ist Sushi das Aushängeschild der japanischen Küche und die beliebteste japanische Speise in der westlichen Welt. Sushi-Bars sind längst weit verbreitet und auch die Gaumen der Deutschen freuen sich über diesen Export „made in Japan“.

Im Jahr 1998 eröffnete die Kette „Sushi Factory“ ihre erste Sushi-Bar in Deutschland: in Hamburg. Damals war das noch ein gewagtes Experiment … Heute gehört Sushi in Deutschland zum Mainstream und selbst Discounter wie Aldi und Lidl führen kleine Sushi-Boxen für das schnelle Mittagessen.

Hast Du schonmal Sushi probiert? Inzwischen sind verschiedene Arten von Sushi überall auf der Welt bekannt und beliebt. | Quelle: Pixabay

Sushi besteht bekanntermaßen hauptsächlich aus Reis und rohem Fisch. Bei manchen Formen findet sich zusätzlich ein getrocknetes Algenblatt drum herum – das Nori. Außerdem gibt es auch Varianten mit Gurke, Avocado und anderen vegetarischen Zutaten.

Insgesamt gibt es ganz verschiedene Arten von Sushi mit unterschiedlichen Namen. Die Formen Sushi Maki und Sushi Nigiri sind die bekanntesten.

Bei den Nigiri handelt es sich um in Reisessig getränkten Reis, der in der Mitte ein Stück rohen Fisch enthält. Möglich ist dabei:

  • Garnele
  • Thunfisch
  • Lachs
  • Dorade

Oft ist das Ganze noch in ein Nori-Blatt gewickelt. So hält das Sushi-Röllchen noch besser und der Algengeschmack ergänzt den Reis und den Fisch perfekt. Fehlt nur noch eingelegter Ingwer und ein bisschen Wasabi (wenn Dir das nicht zu scharf ist) und guten Appetit!

Eine weitere bekannte und beliebte Sushi-Form sind wie gesagt die Maki. Diese sind in der Regel dicker als die Nigiri und beinhalten eine Mischung aus Gemüse und Fisch in der Mitte. Laut Statista war im Jahr 2017 knapp die Hälfte des (bei den bekanntesten Lieferdiensten) bestellten Sushis Maki Sushi!

Dann gibt es noch die California Rolls. Sie heißen so, weil sie ursprünglich nicht aus Japan kommen, sondern in den USA erfunden wurden. (So wie Döner ja auch aus Deutschland und nicht der Türkei kommt.) Bei diesen Rollen ist außen Reis und im Inneren befindet sich dann noch eingerollt ein Nori-Blatt, in dem wiederum roher Fisch und Gemüse eingerollt sind.

Da läuft einem doch gleich das Wasser im Mund zusammen! Und die japanische Gastronomie ist auch ein guter Startpunkt, um Japanisch zu lernen. Denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen und die Liebe zu Sprachen ist da keine Ausnahme …

Wie beispielsweise auch die französische Küche ist die Kulinarik Japans Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO.

Yoshihiro Murata, ein bekannter japanischer Chefkoch, stellt fest:


“Die ganze Welt interessiert sich für unsere Küche. Deshalb ist es wichtig, unsere Kultur zu bewahren.“


Haiku ­– die Kunst der kurzen Gedichte

Was ist ein Haiku?

Haiku ist eine japanische Gedichtform. Und eine weitere kulturelle Besonderheit, die aus dem Land des Lächelns in die ganze Welt überschwappt.

Hier einige Regeln, die es zu beachten gilt, wenn man selbst erfolgreich Haikus schreiben will:

  1. Ein Haiku besteht aus drei Zeilen: kurz – lang – kurz (klassischerweise 5-7-5 Silben).
  2. Es enthält ein Wort, das es mit der Realität und oft auch mit der Natur verbindet.
  3. Es enthält eine Zäsur, die den Text auf einmal von einem Bild zum nächsten trägt.
  4. Durch seine Kürze hält ein Haiku ganz kleine, fast unsichtbare Momente fest.

Hier ein Beispiel:


„Sternenlicht im Teich –

immer wieder trübt der Wind

seine Spiegelung.“

(Geschrieben von Sora)


Welche Themen sind in Haikus wichtig? Haikus beschreiben kurze Momente, oft im Zusammenhang mit der Natur. | Quelle: Pexels

Haikus im Original schreiben zu lernen, ermöglicht einem, Japanisch lesen, schreiben und verstehen zu lernen, bringt einem aber auch die japanische Kultur und ihre gesellschaftlichen Werte näher.

Ein gutes Haiku zu schreiben, erfordert Aufmerksamkeit, Schlichtheit und Bescheidenheit. Wie die japanische Sprache selbst ist ein Haiku Poesie, Emotion, aber auch ein Synonym für Ausdauer und Lernbereitschaft.

Für den Anfang kannst Du natürlich aber auch auf Deutsch Haikus schreiben …

Japanische Kalligraphie – asiatische Schönschrift

In Japan ist das Erlernen der japanischen Sprache und insbesondere der verschiedenen Schriftsysteme sehr wichtig, aber auch schwierig für japanische Kinder. Die japanische Kalligraphie ist eine Möglichkeit, sich der Schrift aus einer künstlerischen Perspektive zu nähern, aber auch eine Art der Exportform für die japanische Sprache in die Welt.

Japanisch lernen bedeutet:

  • Eine starke Selbstkontrolle zu lernen
  • Die japanischen Schriftsysteme wertzuschätzen, ihre Zeichen und Bedeutungen und auch ihre Aussprache
  • Die japanische Zen-Philosophie zu leben
  • Vielleicht sogar in neue spirituelle Sphären vorzudringen

Wenn man Japanisch lernt, kann man all diese Punkte erreichen und ist bestens ausgerüstet, falls man eine Zeit lang in Japan leben möchte (zum Beispiel für einen Sprachaufenthalt in Japan).

Den Japanern ist ihre Kunst der Kalligraphie extrem wichtig. Sie hat sogar einen eigenen Namen: Shodo, was so viel wie „die Spur der Schrift“ bedeutet.

Die Aufgabe ist, die verschiedenen Schriftzeichen (Kanji oder Kana) mithilfe eines Kalligraphiepinsels und von Tinte besonders schön zu schreiben. Die Schrift (bzw. eigentlich schon fast Zeichnung) soll fein, überlegt und voller Energie bzw. Spiritualität sein.

Kalligraphen zeichnen die einzelnen Schriftzeichen jeweils in einem Schwung, ohne die Möglichkeit, daran noch etwas zu ändern oder zu verbessern. Kalligraphie ist bis heute sehr beliebt in Japan (bzw. es gab wieder eine Art Revival) und es gibt ganze Kalligraphie-Festivals mit Aufführungen und dieser Art der Schönschrift als Performance-Kunst.

Kalligraphie ist aber auch eine gute Möglichkeit, sich als Nicht-Japaner dieser schönen Sprache mit ihrer komplizierten Schrift zu nähern und die einzelnen Zeichen noch mehr schätzen zu lernen.

Mangas – weltweit beliebte Comics

Hast Du auch schon Mangas gelesen? Oder sogar davon geträumt, selbst einen zu schreiben bzw. zeichnen?

Mangas – diese ganz besondere Art von Comics – sind längst zum integralen Bestandteil der japanischen Kultur geworden. Auch in der westlichen Welt sind zahlreiche Personen jeden Alters ganz hin und weg von dieser Art von Comic-Kunst und -Unterhaltung.

Mangas erscheinen in der Regel in Form von Taschenbüchern und werden von rechts nach links gelesen. Außerdem handelt es sich bei Mangas meistens um ganze Reihen, die in der Regel mindestens 10 Bände pro Reihe umfassen.

Hast Du schonmal einen Manga gelesen? Manga-Serien können ganz verschiedene Themen behandeln. | Quelle: Visualhunt

In Japan liest quasi jeder Mangas! Und viele jungen Menschen versuchen, selbst welche zu schreiben. Es gibt sogar extra Kurse dafür und in Europa sticht Italien mit seiner Europäischen Akademie für Mangas heraus.

Mangas sind ein wichtiger Teil der japanischen Kultur und gefallen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen. Selbst Senioren greifen noch zu den bunten (oder schwarzweißen) Büchern …

Die behandelten Themen (sind wie bei allen anderen Comics auch) sehr unterschiedlich: Von Krimis über Liebesgeschichten und Fantasy bis hin zu Sportthemen ist alles mit dabei.

Auch in Deutschland sind Mangas sehr beliebt: Sie machen 70 % der verkauften Comic-Titel aus! Im comic-verrückten Land Frankreich beispielsweise sind die reinen Verkaufszahlen zwar höher, der Anteil der Mangas am Gesamt-Comicmarkt liegt allerdings nur bei 26 %.

Wenn man Mangas im Original liest:

  • Entdeckt man die japanische Kultur.
  • Verbessert man seine Sprachkenntnisse in Japanisch.
  • Will man vielleicht sogar selbst versuchen, einen Manga zu schreiben.
  • Bekommt man vielleicht Lust, selbst einmal nach Japan zu reisen oder sogar dort zu leben.
  • Kann man seine japanische Aussprache üben und verbessern.
  • Verbessert man seine Kenntnis der japanischen Schrift.

Wenn man sie im Original liest, sind Mangas also eine sehr gute Möglichkeit, seine Japanischkenntnisse zu verbessern oder wiederaufzufrischen. Auch wenn es einem am Anfang vielleicht fast unmöglich erscheint, in der Fremdsprache zu lesen – vor allem in einer so schwierigen Fremdsprache.

Der Schrifsteller Marc Bernabé hat sogar eine Manga-Serie herausgebracht, die extra fürs Japanisch Lernen konzipiert wurde. Es finden sich abgesehen von der Geschichte zahlreiche Übungen, mithilfe derer man die japanische Grammatik, Schrift und den japanischen Wortschatz lernen kann.

Und wie lernt man mit normalen Mangas Japanisch?

Zunächst einmal muss man einen Manga auswählen, der nicht zu komplex ist und kein besonderes Fachvokabular enthält. Diesen kauft man dann im japanischen Original und der deutschen Übersetzung. Die deutsche Version dient als Vergleichsobjekt oder – wenn man schon recht gut Japanisch kann – als Notanker, wenn man mal etwas gar nicht versteht.

Nun kann man mithilfe der Bilder und der Texte nach und nach seine Japanischkenntnisse verbessern und viel über die Japanische Kultur lernen.

Seit etwas mehr als 30 Jahren haben Mangas nun schon die westliche Welt erobert und sind insbesondere in Frankreich, Italien und Deutschland beliebt, wenn es um Europa geht. Auch Nordamerika und einige asiatische Länder sind große Abnehmer für das japanische Exportgut.

Übrigens: Japan ist hinter den USA der zweitgrößte Kulturgut-Exporteur der Welt: insbesondere dank seiner Mangas sowie Animes, Filme und Merchandise-Artikel, die daraus folgen.

Japanische Videospiele – Sprachunterricht mal anders

Mit seinen rund 100 Spielen über 30 Jahre hinweg hat Mario den Gamern dieser Welt die japanische Sprache und Kultur wie kein anderer näher gebracht.

Auf seine typisch spielerische Art hat der lustige Klempner junge Deutsche und andere Bewohner der westlichen Welt dazu gebracht, einige der japanischen Schriftzeichen kennenzulernen:

  • Kana
  • Hiragana / Katakana
  • Kanji
  • Rômaji

Der japanische Markt für Videospiele belief sich im Jahr 2014 auf 6,38 Milliarden Euro. Laut einer Schätzung des amerikanischen Unternehmens App Annie wuchs der Videospielmarkt in Japan im Jahr 2015 um 50 %.

Hast Du eine Nintendo Switch? Mario – der kleine Videospielheld eroberte die Welt im Sturm. | Quelle: Visualhunt

Videospiel wurden quasi auch in Japan erfunden, denn das Land profitierte von den ersten gescheiterten Versuchen der Amerikaner Anfang der 1980er-Jahre.

Der japanische Spieleriese Nintendo und seine NES-Konsole sind es schließlich, die die ganze Welt mit Videospielen beglücken und Tausenden von Kindern weltweit ermöglichen:

  • Die japanische Kultur mit ihren Zeichen, Werten und Landschaften zu entdecken.
  • Mit Charakteren Spaß zu haben, die typisch japanische Kleidung tragen.
  • Bestimmte japanische Ausdrücke, die ihre Lieblingsfiguren von sich geben, ständig zu wiederholen und so zu verinnerlichen.

Also schnapp Dir einen Manga, geh Sushi essen oder leg eine Session auf Deiner Nintendo-Spielekonsole ein und tauche ein in die faszinierende Kultur und Sprache Japans!

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