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Nachhilfeunterricht auf dem nordamerikanischen Kontinent

Von Christine, veröffentlicht am 16/09/2017 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe suchen > Wie sieht es mit Privater Nachhilfe in Nordamerika aus?

Nordamerika umfasst Kanada, die Vereinigten Staaten von Amerika und Mexiko.

Mit 528,7 Mio. Einwohnern ist Nordamerika nach Asien, Afrika und Europa der viert-bevölkerungsreichste Kontinent.

In allen drei Staaten leben die Menschen jedoch immer häufiger unterhalb der Armutsgrenze. Sie haben es deshalb zunehmend schwer, Zugang zu Bildung zu erhalten.

Beispiel USA: Obwohl die Einschulungsrate bei 96% liegt, leben etwa 20% der Kinder in armen Verhältnissen.

Deren Familien können es sich nicht leisten, ihren Kindern lange Studiendauern zu finanzieren. Häufig scheitern diese Kinder aber bereits in der Schule.

Im Jahr 2012 wurde 1,3 Mio. mexikanische Kinder nicht eingeschult bzw. von der Schulpflicht entbunden.

Der Zielgruppe für Nachhilfeunterricht in Nordamerika umfasst demnach Millionen Menschen im schulpflichtigen Alter – ein potentiell riesiger Markt.

Doch der Markt für Nachhilfe & Privatunterricht – so lässt es sich sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als auch in den Medien nachlesen – hat sich erst in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren entwickelt. Er steckt quasi noch in den Kinderschuhen.

Stell Dir vor, Du bist in die USA, nach Kanada oder Mexiko ausgewandert. Und nun möchtest Du Deine Kinder beim Lernen begleiten lassen, damit sie ihre schulischen (Anfangs-)Schwierigkeiten schneller überwinden.

Oder nimm einfach mal an, Du bist in Québec geboren und suchst eine Nachhilfe-Agentur, die Deine Sprösslinge mit privatem Unterricht und bei den Hausaufgaben unterstützt?

Superprof nimmt Euch jetzt mit auf eine kleine Reise: schauen wir uns gemeinsam den Markt für Private Nachhilfe in Nordamerika an.

Wie sieht Nachhilfe in Nordamerika aus?

Den nordamerikanischen Markt für Nachhilfeunterricht konnte man noch bis vor wenigen Jahren bestenfalls als stagnierend bezeichnen.

Doch die Bildungspolitik hat allmählich an Bedeutung gewonnen, was dazu führt, dass immer häufiger Lehrer für Nachhilfe gesucht werden.

Die Regierungen der drei Länder haben Maßnahmen ergriffen, um Privatlehrer dazu zu ermutigen, ihre Schüler auch zu Hause zu unterrichten – ähnlich wie in diversen Ländern Süd- und Mittelamerikas.

Dies mag damit zusammenhängen, dass das Schulsystem dieser Länder selbst im Jahr 2016 für Tausende von Kindern aus der Arbeiterklasse oder von verarmten ethnischen Minderheiten nur schwer zugänglich ist.

All das ist ein bisschen vergleichbar mit den beobachteten Trends in Europa. Auch hier finden wir eine wachsende Tendenz, private Nachhilfe anzubieten und anzunehmen.

In den Vereinigten Staaten haben staatliche Anreize dazu geführt, dass sich der Nachhilfeunterricht zu Hause positiv entwickelt hat. Studierenden mit Lernschwierigkeiten soll es möglich sein, durch privaten Unterricht Fortschritte zu erzielen.

Auf Betreiben der Bush-Regierung 2002 unterzeichnete der Kongress den „No Child Left Behind Act“ – offiziell eine Art Startschuss für die Förderung von Schulleistung und Bildungsgleichheit.

In diesem Gesetz war verankert, dass diejenigen Schulen verstärkt finanziell gefördert werden, die eine bessere Schülerleistung nachweisen können. Schulen, deren Schüler schlechter waren, bekamen keine oder weniger staatliche Fördergelder.

Die Bilanz dieses Gesetzes ist umstritten. Manche sagen, es habe tatsächlich zu mehr schulischer Förderung geführt. Andere wiederum behaupten, es habe einen Trend zu mehr Nachhilfe und privater Hausaufgabenbetreuung ausgelöst.

Besonders die Kinder der schwarzen Bevölkerung oder mit spanischen Wurzeln hätten von der Förderung profitiert. Das Gesetz zur Förderung von Leistung an Schulen hätte vor allem afroamerikanischen und hispanischen Schülern geholfen. | Quelle: Unsplash

Tatsache ist, dass es dieses Gesetz schon seit etwa 10 Jahren nicht mehr gibt. Denn es wurde vom Kongress nicht verlängert.

Es hätte vor allem afroamerikanischen und hispanischen Schülern geholfen. Volksgruppen, die vielfach mit schulischen und Lernschwierigkeiten zu kämpfen haben.

In Kanada scheint der Markt für Heimunterricht oder Schulnachhilfe sehr viel schneller gewachsen zu sein, wie eine UNESCO-Studie zeigt: Die Zahl der Betreuungseinrichtungen in Kanada ist in 30 Jahren von 200 auf 500 gestiegen.

Prof. Mark Bray erklärt in der auf Superprof schon häufiger zitierten Studie: „Ungefähr 24% der Eltern in Ontario mit schulpflichtigen Kindern haben kürzlich Nachhilfeunterricht in Anspruch genommen und 50% der kanadischen Eltern sagten, dass sie ihren Kindern Privatstunden zahlen würden, wenn sie es sich leisten könnten.“

Kanadische Eltern sind also durchaus gewillt, die schulischen Leistungen ihrer Kinder durch Nachholfe zu verbessern. Zum Vergleich: 21% der deutschen Gymnasiasten haben bereits Auffrischungs- oder Förderkurse zu Hause erhalten.

Die UNESCO-Studie besagt, dass in Kanada 9,4% der Befragten berichteten, dass ihre Kinder nach dem regulären Unterricht abends oder zu Hause noch weitere Nachhilfe- oder Auffrischungskurse absolvierten. 8,4% der Befragten gaben an, dass ihre Kinder in der Vergangenheit welche genommen hätten.

Vor allem in kanadischen Großstädten gibt es viele Nachhilfe-Angebote. Das Angebot für Nachhilfe ist in Kanada vor allem in den Großstädten wie hier Montreal besonders vielfältig. | Quelle: Unsplash

In Kanada zieht es deshalb die Mehrheit der Einwanderer aus Hongkong, Taiwan oder dem chinesischen Festland in die großen Städte (Vancouver, Toronto, Montreal), weil hier ihre Kinder die notwendige Nachhilfe erhalten können.

Dennoch, der Markt für Nachhilfe in Nordamerika ist noch immer deutlich kleiner als die Nachfrage nach Privatunterricht in den ostasiatischen Ländern oder der Nachhilfemarkt in den ehemaligen Sowjetblockländern in Europa – auch wenn er in den letzten zwei Jahrzehnten immer weiter gewachsen ist.

Im Folgenden stellen wir Euch einige Organisationen vor, die Nachhilfe oder privaten Unterricht anbieten (Catch-up-Kurse, Auffrischungskurse, Abendkurse…).

Private Unternehmen in Nordamerika, die Unterricht anbieten

Vom informellen regionalen Schwarzmarkt mit einer Zahlungsmoral à la „bar auf die Hand“ bis hin zur voll versteuerten, offiziellen Berufstätigkeit:

Der nordamerikanische Markt für Privatunterricht und Nachhilfe bietet heute ein ertragreiches Umfeld für Unternehmen, die sich internationalisiert und/oder rasch landesweit Filialen aufgebaut haben.

International aufgestellte Unternehmen

  • Kumon: Kumon ist ein japanisches Unternehmen mit mehr als vier Millionen Studenten in über 45 Ländern, darunter Mexiko, die Vereinigten Staaten und Kanada.
  • Oxford Learning Centre: Das Unternehmen hat mehrere Agenturen in Kanada (British Columbia, Alberta, Ontario, Manitoba, Nova Scotia, Quebec, Saskatchewan, Nova Scotia, Alberta, Alberta, Manitoba), den Vereinigten Staaten und den Ländern am Persischen Golf. Sie bieten Nachhilfe- und Tutorials in Mathematik, Französisch, Englisch, Naturwissenschaften.  Außerdem Hausaufgabenhilfe, Prüfungsvorbereitung, Programme für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Der Slogan des Unternehmens heißt: „Hör niemals auf zu lernen“ –„Never stop learning“.

Unternehmen in den USA

  • Sylvan Learning: Eine Organisation, die Schülern mit spezifischen Bildungsbedürfnissen hilft. Schulische Nachhilfekurse in Hausaufgaben, Mathematik (Algebra und Geometrie).
  • School City: Das Unternehmen hat seinen Sitz in Santa Clara, Kalifornien, USA. Es bietet Studenten die Möglichkeit, in allen Städten, in denen sie sich befinden, Online-Kurse über ein eigenes PC-Netzwerk zu nutzen.

Förderunterricht und Nachhilfe wird in den USA von vielen Unternehmen angeboten. In Nordamerika gibt es inzwischen viele gut vernetzte Unternehmen, die private Nachhilfe anbieten. | Quelle: Pixabay

Unternehmen in Kanada

  • Je réussis: Ein Unternehmen mit Sitz in Montreal, Quebec, Kanada. Eine französischsprachige Nachhilfeorganisation.
  • Prof en ligne: Prof en ligne bietet Online-Kurse in allen Fächern (Französisch, Englisch, Mathematik, Geschichte – Geographie, Naturwissenschaften).
  • SOS Devoirs: Die Organisation mit Sitz in Ontario, Kanada, richtet sich an Schüler der Klassen 1 bis 12 in Französisch. Die Lehrer dieses Unternehmens erteilen bei den Schülern zu Hause privaten Unterricht in Französisch, Mathematik oder Physik.
  • Succès scolaire: ein Unternehmen aus Quebec, das sich auf schulische Nachhilfe spezialisiert hat. Die Schule hat Filialen in Ontario, Quebec City, Sherbrooke, Gatineau, Montreal, Laval und Longueil. Seit 2006 haben 600 zertifizierte Lehrer (Tutoren) mehr als 15.000 Schüler unterrichtet. Ziel ist es, die Kindern dazu zu motivieren, freiwillig und mehr zu lernen, intensiver und regelmäßiger zu arbeiten.
  • Allô Prof: Caritative Organisation, die kostenlose Hausaufgaben- und Nachhilfekurse von der Grundschule bis zur Sekundarschule anbietet. Sie richtet sich an Jugendliche mit dem Ziel lebenslangen Lernens. Seit über 20 Jahren behaupte die Organisation von sich, maßgeblich zum Erfolg ihrer Studenten beizutragen.
  • Soutien Scolaire Quebec (SSQ): SSQ bietet Privatunterricht vom Kindergarten bis zur weiterführenden Schule an. Im Programm hat das Unternehmen individuelle Mathematik- und Sprachkurse (Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Englisch, Russisch, Arabisch, Griechisch, Mandarin, Koreanisch, Japanisch, Spanisch, Russisch), Kunstkurse (Musik).

 

Wie und wo findet in Nordamerika Nachhilfe statt?

Private Nachhilfe ist eine persönliche Dienstleistung von Mensch zu Mensch. Dennoch hat sich die Art des Nachhilfeunterrichts mit der digitalen Revolution und den Technologien des Internets gewandelt.

Traditionell sind Privatstunden Einzelunterricht zu Hause. Meist finden sie wöchentlich statt – und häufig sogar „schwarz“, das heißt ohne steuerliche Anmeldung.

Aber mit der Entwicklung einer staatlichen Bildungspolitik rückte die akademische Leistung der Schüler und Studenten ins Blickfeld der Regierungen.

Eine gebildete Bevölkerung ist eine qualifizierte Bevölkerung – Ökonomen sprechen von Humankapital – die Ingenieure, Ärzte, Lehrer, Forscher, kurz Innovatoren umfasst.

Das sind Berufe mit viel Verantwortung, die für die Weiterentwicklung jeder Gesellschaft notwendig sind.

Ohne Bildung keinen Fortschritt Bildung ist die Voraussetzung für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. | Quelle: Pexels

Der Nachhilfeunterricht wird zuweilen als ein Mittel angesehen, um Zugang zu renommierten Schulen und Universitäten zu bekommen. Wenn nicht sogar als unabdingbar für einen guten Abschluss an eben diesen Bildungseinrichtungen.

Das ist deshalb wichtig, weil die gut bezahlten Jobs oft nur für Hochschulabsolventen erreichbar sind!

In den letzten Jahren hat die digitale Revolution den Markt für Privatunterricht zu Hause stark verändert: In Nordamerika sind Online-Tutorenseiten wie Pilze aus dem Boden geschossen, teilweise bieten sie neben der klassischen Online Nachhilfe sogar kostenlosen Nachhilfeunterricht an.

Heute kann jeder kanadische Hauslehrer, jeder amerikanische oder mexikanische Lehrer seine eigene Webseite mit Online-Kursen erstellen und so die Internetgemeinde weltweit erreichen.

Online-Plattformen, die Schüler auf der Suche nach Nachhilfe oder Unterricht zum passenden Lehrer und dessen Angebot leiten, positionieren sich zunehmend im Markt für privaten und Förderunterricht.

Erziehungsberater und Nachhilfeeinrichtungen bieten auch Partnerschaften mit amerikanischen öffentlichen und privaten Schulen an, um dort Unterrichtslücken zu schließen oder für einzelne Schüler individuelle Unterstützung zu bieten.

Das können die angestellten Lehrer im Alltag nicht leisten. Private Tutoren hingegen haben die Möglichkeit in den Schulen auszuhelfen, um Schülern mit Lernschwierigkeiten zu helfen und ihnen schnellere Fortschritte zu ermöglichen.

Und – bist Du immer noch nicht von der Vielfältigkeit der Nachhilfe und des privaten Unterrichts in Nordamerika überzeugt?

Ach so ja, es sollte ja eine Welt-Tournee der Nachhilfe werden. Dann los, schnell weiter zu den vielen Gesichtern der Nachhilfe in Afrika

 

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